23-Jähriger wegen 15-Millionen-Dollar-Coinbase-Betrugs angeklagt

23-Jähriger wegen 15-Millionen-Dollar-Coinbase-Betrugs angeklagt

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Ronald Spektor, ein 23-jähriger Mann aus Brooklyn, wurde wegen eines weitreichenden Betrugs angeklagt, bei dem er sich als Kundendienstmitarbeiter von Coinbase ausgab und rund 100 Opfer um insgesamt 15 Millionen US-Dollar in Kryptowährungen betrogen haben soll. Die "langfristige Diebstahlsmasche" begann im April 2023 und dauerte bis zu seiner Verhaftung am 4. Dezember an.

Der Fall Ronald Spektor: Betrug im großen Stil

Ronald Spektor wird vorgeworfen, etwa 100 Opfer aus den gesamten Vereinigten Staaten getäuscht zu haben, indem er sich als legitimer Coinbase-Mitarbeiter ausgab. Unter dem Vorwand, dass ihre Krypto-Assets in Gefahr seien, brachte er sie dazu, Passwörter und Seed-Phrasen für ihre Kryptowährungskonten preiszugeben. Seit seiner Verhaftung am 4. Dezember wird Spektor auf Rikers Island festgehalten; die Kaution wurde auf 500.000 US-Dollar in bar oder 1 Million US-Dollar als Bürgschaft festgesetzt.

Die Anklagepunkte gegen Spektor umfassen schweren Diebstahl und Geldwäsche, die jeweils eine Höchststrafe von 25 Jahren Gefängnis nach sich ziehen können. Zudem wird ihm der Besitz von Diebesgut und persönlichen Informationen seiner mutmaßlichen Opfer zur Last gelegt. Sein Anwalt, Todd Spodek, erklärte gegenüber Business Insider, dass Spektor auf nicht schuldig plädiert habe und man daran arbeite, seine Freilassung zu sichern und die Anklage vor Gericht anzufechten.

Die Masche: Wie Opfer getäuscht wurden

Die Betrugsmasche war raffiniert: Die Opfer wurden telefonisch von jemandem kontaktiert, der sich als Coinbase-Mitarbeiter ausgab. Ihnen wurde mitgeteilt, dass ihre Assets gefährdet seien und in eine neue Wallet verschoben werden müssten. Im Glauben, mit einem echten Mitarbeiter zu kommunizieren, gaben die Opfer ihre Seed-Phrasen – eine Abfolge von 12 bis 24 Wörtern, die als Passwort dienen – preis und verschoben ihre Kryptowährungen in Wallets, die von Spektor kontrolliert wurden.

Die gestohlenen Kryptowährungen wurden sofort ohne Erlaubnis der Opfer abgezogen. Die Anklageschrift führt aus, dass die gestohlenen Gelder anschließend "durch Kryptowährungs-Wallets des Angeklagten" liefen. Im vergangenen Jahr verlor ein Coinbase-Nutzer in Kalifornien über 6 Millionen US-Dollar, ein weiterer Nutzer aus Kalifornien 1 Million US-Dollar durch diese Methode.

Die Rolle von ZachXBT und die Beweislage

Der bekannte Krypto-Ermittler ZachXBT spielte eine entscheidende Rolle bei der Aufdeckung des Betrugs. Im November 2024 veröffentlichte ZachXBT eine detaillierte Untersuchung, die Spektor mit einem 6,5 Millionen US-Dollar schweren Diebstahl in Verbindung brachte, der im Oktober 2024 ein einzelnes Opfer traf. ZachXBT wurde von einem verzweifelten Opfer kontaktiert, das seine gesamten Ersparnisse durch einen Coinbase-Kundendienst-Scam verloren hatte.

Die Ermittler konnten über 5 Millionen US-Dollar der gestohlenen Gelder auf Spektors Konten bei zwei Online-Glücksspieldiensten zurückverfolgen. Millionen weitere wurden in Bargeld umgewandelt oder über Online-Coin-Swapping-Dienste gewaschen. Spektors iPhone enthielt eine Fülle von Beweismitteln, darunter:

  • Discord-Chats, in denen er damit prahlte, "Millionen von Dollar an Kryptowährung durch Betrug verdient zu haben, Social Engineering zur Beschaffung von Coinbase-Seed-Phrasen eingesetzt zu haben und sechs Millionen Dollar an Kryptowährung durch Glücksspiel verloren zu haben."
  • Nachrichten mit seinem Vater vom November 2024, in denen sie die "Verschleierung der finanziellen Erlöse des Coinbase-Schemas" besprachen.
  • Aufforderungen an seinen Vater, Hardware-Wallets zu entsorgen, und an seine Mutter, eine neue Hardware-Wallet zu kaufen.
  • Sein Telegram-Handle "@LOLIMFEELINGEVIL" mit Diskussionen über erfolgreiche Coinbase-Phishing-Angriffe und Rekrutierungsversuche.
  • Ein Google-Konto, das "ungefähr 29 Textnachrichten mit persönlichen Identifikationsinformationen in Form von Zehntausenden von E-Mail-Adressen und zugehörigen Passwörtern" enthielt.

Coinbase im Visier von Betrügern

Coinbase, als größte und beliebteste US-amerikanische Krypto-Börse mit Millionen von Nutzern und erheblichen Vermögenswerten, ist ein wiederkehrendes Ziel für Betrüger. Die von Spektor orchestrierte Betrugsmasche ist kein Einzelfall. Krypto-Ermittler wie ZachXBT schätzen, dass zwischen Dezember 2024 und Januar 2025 über 65 Millionen US-Dollar durch Coinbase-Scams verloren gingen. Zwischen Januar und März 2025 belief sich der Wert auf etwa 46 Millionen US-Dollar, und die jährlichen Schätzungen liegen bei potenziell 300 bis 400 Millionen US-Dollar.

Rechtliche Konsequenzen und Ausblick

Ronald Spektor sieht sich schweren Anklagen gegenüber, die bei einer Verurteilung lange Haftstrafen nach sich ziehen könnten. Sein Anwalt Spodek betonte, dass die Anschuldigungen spekulativ seien und auf unvollständigen Informationen basierten. Er ist der Ansicht, dass der Fall "ganz anders aussehen wird, sobald das vollständige Bild bekannt ist." Es bleibt ungewiss, ob die gestohlenen Gelder wiedererlangt werden können oder ob die Opfer eine Chance haben, ihr Vermögen zurückzuerhalten. Etwaige Komplizen Spektors sind weiterhin auf freiem Fuß.

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