
AGNC Investment: Q1 2026 im Spannungsfeld von Volatilität und Erholung
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AGNC Investment Corp. (NASDAQ: AGNC) erlebte im ersten Quartal 2026 eine volatile Marktphase, die zu einem negativen Economic Return führte. Während der Jahresanfang von administrativen Maßnahmen zur Stabilisierung der Hypothekenmärkte geprägt war, sorgte geopolitische Unsicherheit im März für eine Ausweitung der Spreads. Trotz dieser Herausforderungen konnte AGNC eine deutliche Erholung des Buchwerts im April verzeichnen und sieht attraktive Bewertungen für Agency Mortgage-Backed Securities (MBS).
AGNC Investment: Q1 2026 von Volatilität geprägt
AGNC Investment Corp. meldete für das erste Quartal 2026 einen umfassenden Verlust von 0,18 US-Dollar pro Stammaktie. Der Economic Return auf das materielle Eigenkapital belief sich auf negative 1,6 %. Dieser Wert setzte sich aus 0,36 US-Dollar Dividenden pro Stammaktie und einem Rückgang des materiellen Netto-Buchwerts um 0,50 US-Dollar pro Aktie zusammen, primär bedingt durch die Ausweitung der Hypotheken-Spreads gegenüber Benchmark-Sätzen.
Peter Federico, President, CEO und Chief Investment Officer, beschrieb die Performance von Agency MBS im ersten Quartal als Ergebnis zweier "sehr unterschiedlicher Anlagethemen". Januar und Februar waren demnach von starken Leistungen an den Fixed-Income-Märkten geprägt, unterstützt durch den Fokus der Administration auf die Reduzierung der Zinsvolatilität und die Stabilität der Hypotheken-Spreads. Ein entscheidender Faktor war die Anweisung von Präsident Trump vom 8. Januar an die GSEs (Government-Sponsored Enterprises), Agency Mortgage-Backed Securities im Wert von 200 Milliarden US-Dollar zu kaufen, was die Spreads an das untere Ende der dreijährigen Handelsspanne drückte. Im März jedoch führte die Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Krieg im Iran und der potenziellen Ausweitung des Konflikts im Nahen Osten zu erhöhter Zinsvolatilität, einer negativen Anlegerstimmung und einer signifikanten Ausweitung der Agency MBS-Spreads.
Finanzielle Kennzahlen und Buchwert-Erholung
Trotz des negativen Quartalsergebnisses gab AGNC eine positive Entwicklung für April bekannt. Bis Ende letzter Woche stieg der materielle Netto-Buchwert pro Stammaktie um etwa 6 % für April, oder 5 % nach Abzug der monatlichen Dividendenzahlung. Damit wurde der Rückgang des ersten Quartals weitgehend ausgeglichen. Peter Federico betonte, dass Agency MBS im ersten Quartal US-Staatsanleihen und Investment-Grade-Unternehmensanleihen übertrafen, was die Diversifikationsvorteile dieser hochwertigen Fixed-Income-Anlageklasse unterstreiche.
Bernie Bell, Executive Vice President und Chief Financial Officer, berichtete, dass das Netto-Spread- und Dollar-Roll-Einkommen im ersten Quartal 0,42 US-Dollar pro Stammaktie betrug, ein Anstieg von 0,07 US-Dollar gegenüber dem Vorquartal. Dieser Anstieg resultierte hauptsächlich aus einer Erhöhung des Netto-Zins-Spreads um 25 Basispunkte auf 2,06 %. Die durchschnittliche Leverage-Quote lag zum Quartalsende bei 7,4x des materiellen Eigenkapitals, leicht höher als die 7,2x im Vorquartal, während die durchschnittliche Leverage-Quote für das Quartal unverändert bei 7,4x blieb.
AGNC verfügte zum Quartalsende über eine signifikante Liquiditätsposition von 7 Milliarden US-Dollar an unbelasteten Barmitteln und Agency MBS, was 60 % des materiellen Eigenkapitals entspricht. Das Unternehmen emittierte im ersten Quartal Stammaktien im Wert von 401 Millionen US-Dollar über sein "At-the-Market Offering"-Programm, was zu einem erheblichen Aufschlag auf den materiellen Netto-Buchwert pro Aktie erfolgte und den Aktionären zugutekam.
Strategische Portfolio-Anpassungen und Hedging
Der Marktwert des Portfolios belief sich zum Quartalsende auf 95 Milliarden US-Dollar. AGNC erwarb im Quartal vorwiegend "Low Coupon Specified Pools" im Wert von 1,7 Milliarden US-Dollar und rotierte einen Teil des Portfolios in niedrigere Kupons. Infolgedessen sank der gewichtete durchschnittliche Kupon des Portfolios von 5,12 % im Vorquartal auf 4,95 %. Der Anteil der Vermögenswerte mit günstigen Vorfälligkeitsmerkmalen stieg leicht auf 77 %.
Der nominale Saldo des Hedge-Portfolios erhöhte sich auf 64 Milliarden US-Dollar durch die Hinzunahme kurzfristiger Pay-Fixed-Swaps. Die Allokation von Swap-Hedges stieg von 70 % im Vorquartal auf 78 % der Hedge-Allokation, während die Abhängigkeit von Treasury-basierten Hedges reduziert wurde. AGNC bevorzugt weiterhin eine positive Duration Gap, die als zusätzlicher Schutz vor vorzeitigen Rückzahlungen in einem Szenario sinkender Zinsen dient. Die durchschnittliche prognostizierte Lebensdauer-CPR (Conditional Prepayment Rate) des Portfolios stieg um 70 Basispunkte auf 10,3 %, während die tatsächliche CPR im Quartal durchschnittlich 13,2 % betrug.
Attraktive Spreads und verbesserte Marktbedingungen
Das Management sieht verbesserte Aussichten für Agency MBS. Die Spreads von Agency MBS zu Swaps, die zu Beginn des Jahres bei 135 Basispunkten lagen, bewegten sich in den letzten zwei Monaten zwischen 150 und 175 Basispunkten. Peter Federico merkte an, dass die Renditen bei diesen aktuellen Spread-Niveaus im Bereich von 15 % bis 17 % liegen, mit einem Mittelwert von etwa 16 %, was gut zu den Gesamtkapitalkosten von AGNC passe.
Das Netto-Neuangebot an Agency MBS könnte in diesem Jahr um 50 bis 70 Milliarden US-Dollar niedriger ausfallen als ursprünglich erwartet, da die Hypothekenzinsen etwa 50 Basispunkte höher liegen. Die Nachfrage nach Agency MBS stieg ebenfalls, da die Zuflüsse in Anleihefonds sich im ersten Quartal verdoppelten. Die "Specialness" im TBA-Markt (To-Be-Announced) hat sich ebenfalls verbessert, was AGNC im ersten Quartal durch Long- und Short-Positionen im TBA-Markt nutzen konnte und zum Anstieg des Dollar-Roll-Einkommens beitrug. Dies stellt eine neue Chance dar, die in den letzten Jahren nicht gegeben war.
Ausblick: Administration, GSEs und zukünftige Chancen
US-Bankenaufsichtsbehörden haben zudem Vorschläge für niedrigere Kapitalanforderungen für hochwertige Hypothekenkredite veröffentlicht, was Banken dazu anregen könnte, einen größeren Anteil an Hypothekenkrediten zu halten. Dies könnte die Präsenz der GSEs im Laufe der Zeit reduzieren. Peter Federico erwartet, dass die Administration weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Erschwinglichkeit von Wohnraum ergreifen könnte, wie aggressivere GSE-Käufe oder eine Erhöhung der GSE-Portfolio-Größenlimits, was die Hypothekenperformance begünstigen würde.
Die GSEs spielen eine wichtige Rolle bei der Reduzierung der Hypotheken-Spread-Volatilität, was letztendlich zu niedrigeren Hypothekenzinsen führt. Eine rasche Lösung des Nahostkonflikts könnte zudem zu einer erheblichen Reduzierung der Volatilität und des Inflationsdrucks führen, was die positive Einschätzung für Agency MBS stützt. AGNC sieht sich gut positioniert, um von diesen günstigen Bedingungen zu profitieren und weiterhin starke risikobereinigte Renditen für seine Aktionäre zu erzielen.