Airbus: 870 Auslieferungen erwartet, Boeing-Wettbewerb nimmt zu

Airbus: 870 Auslieferungen erwartet, Boeing-Wettbewerb nimmt zu

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Airbus hat für 2026 die Auslieferung von rund 870 Verkehrsflugzeugen prognostiziert, was leicht unter den Analystenschätzungen liegt. Dieser Ausblick kommt zu einer Zeit, in der der europäische Flugzeugbauer zunehmenden Druck durch seinen US-Rivalen Boeing spürt, der nach Jahren der Krise Anzeichen einer Erholung zeigt. Die Wettbewerbslandschaft im Flugzeugbau scheint sich neu zu formieren.

Airbus' Auslieferungsziele und Herausforderungen

Der europäische Flugzeugbauer Airbus erwartet für das Jahr 2026 die Auslieferung von etwa 870 kommerziellen Flugzeugen. Diese Prognose liegt geringfügig unter den Erwartungen von Analysten, die mit rund 880 Auslieferungen gerechnet hatten. Im vergangenen Jahr, 2025, lieferte Airbus 793 Verkehrsflugzeuge aus und übertraf damit sein revidiertes Ziel von 790 Einheiten.

Ursprünglich hatte Airbus für 2025 ein Ziel von 820 Auslieferungen gesetzt, musste dieses jedoch aufgrund von Qualitätsproblemen bei Zulieferern, die Rumpfplatten der A320-Familie betrafen, kürzen. Barclays-Analysten bezeichneten diese Störung als einen "temporären Rückschlag in der Ausführung" und betonten, dass der "langfristige Hochlauf" intakt bleibe. CEO Guillaume Faury bezeichnete 2025 als ein "wegweisendes Jahr", geprägt von sehr starker Nachfrage.

Boeings Erholung und verschärfter Wettbewerb

Airbus profitierte in den letzten Jahren von einer starken Dynamik, während der Rivale Boeing mit einer Krise aufgrund von Design- und Produktionsproblemen bei seinem meistverkauften Schmalrumpfflugzeug, der 737 Max, kämpfte. Nun zeigt Boeing jedoch Anzeichen einer Erholung, was den Druck auf Airbus erhöht. Das Stimmungsbild um Airbus hat sich laut UBS-Analyst Ian Douglas-Pennant seit Jahresbeginn merklich verschlechtert.

Lieferungen sind eine entscheidende Kennzahl, da Flugzeughersteller den Großteil der Zahlung für ein Flugzeug bei der Übergabe an den Kunden erhalten. Im Jahr 2025 lieferte Airbus zwar 193 Flugzeuge mehr als Boeing, doch Boeing erhielt erstmals seit 2018 wieder mehr Aufträge. Dies, zusammen mit den jüngsten Qualitätsproblemen bei Airbus, lässt einige Beobachter eine Trendwende zugunsten von Boeing unter der Führung von CEO Kelly Ortberg erkennen.

Jahresstart 2026: Ein Blick auf die Zahlen

Kelly Ortberg, der 2024 die Führung bei Boeing übernahm, um das Unternehmen aus der Krise zu führen, äußerte sich positiv über die Fähigkeit seines Unternehmens, die Produktion kurzfristig hochzufahren. Boeing meldete Ende Januar für das vierte Quartal einen Umsatz, der über den Erwartungen der Wall Street lag. Die Auftragsbestände beider Unternehmen sind in den letzten Jahren aufgrund von Lieferkettenproblemen, die während der Covid-19-Pandemie auftraten, stark angestiegen.

Im ersten Monat des Jahres 2026 sicherte sich Boeing mehr Auslieferungen und Nettoaufträge als Airbus. Boeing lieferte im Januar 46 Flugzeuge aus und verbuchte 103 Nettoaufträge, während Airbus im gleichen Zeitraum nur 19 Auslieferungen und 49 Nettoaufträge meldete. Die Januar-Zahlen von Airbus waren "bemerkenswert schwach", selbst unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Auslieferungen zu Jahresbeginn typischerweise niedriger sind. UBS merkte an, dass 19 Auslieferungen im Januar 2026 "materiell schwächer als erwartet" seien, verglichen mit 25 im Januar 2025.

Langfristige Aussichten und Analystenmeinungen

Barclays-Analysten gehen davon aus, dass das erwartete Auslieferungsprofil für 2026 erneut "rücklastig" sein wird. Die Aktien von Boeing haben Airbus in den letzten 12 Monaten übertroffen. Airbus Group SE, ein bedeutender Hersteller von Flugzeugen und militärischer Ausrüstung, ist laut Smartkarma Smart Scores für langfristiges Wachstum und Resilienz positioniert, mit starken Bewertungen von 4 in diesen Bereichen. Die Bewertungen für Wert und Dividende liegen bei 2, was Raum für Verbesserungen andeutet.

Airbus plant, von der "starken Nachfrage" und einem Gewinnsprung von 23% auf 5,2 Milliarden Euro im Jahr 2025 zu profitieren. Die Prognose für 2026 setzt voraus, dass es keine zusätzlichen Störungen des Welthandels, der Weltwirtschaft, des Flugverkehrs, der Lieferkette oder der internen Abläufe gibt. Beide Flugzeughersteller haben Schwierigkeiten, das Produktionsniveau vor der Pandemie wieder zu erreichen, während Fluggesellschaften ihre Flotten modernisieren und erweitern wollen, um dem erwarteten Anstieg der Passagierzahlen gerecht zu werden.

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