
Airwallex investiert massiv in Europa: Niederlande und UK im Fokus
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Die australische Zahlungsplattform Airwallex forciert ihre Expansion in Europa mit erheblichen Investitionen in den Niederlanden und im Vereinigten Königreich. Das Fintech-Unternehmen plant, in den nächsten fünf Jahren rund 200 Millionen Euro in die Niederlande zu investieren und zusätzlich 590 Millionen US-Dollar in seine britischen Operationen zu stecken, um seine Präsenz in der EMEA-Region auszubauen. Dieser strategische Schritt markiert eine Abkehr vom bisherigen Fokus auf den asiatisch-pazifischen Raum.
Airwallex verstärkt Präsenz in Europa
Nach einem Jahrzehnt der Konzentration auf Australien und den breiteren asiatisch-pazifischen Markt verlagert Airwallex seinen Schwerpunkt nun auf Wachstumschancen in Europa und Amerika. Das 2015 gegründete Unternehmen, das eine grenzüberschreitende Zahlungsplattform für internationale Überweisungen, Multi-Währungskonten und Online-Zahlungsabwicklung betreibt, hat sich zu einem globalen Akteur entwickelt.
Airwallex sicherte sich 2017 in einer Series-A-Finanzierungsrunde unter Führung der chinesischen Technologiegruppe Tencent 13 Millionen US-Dollar. Eine weitere Kapitalbeschaffung im Mai 2025 brachte 300 Millionen US-Dollar ein und steigerte die Bewertung des Unternehmens auf über 6 Milliarden US-Dollar. Eine anschließende Series-G-Runde erhöhte die Bewertung auf 8 Milliarden US-Dollar bei einer Finanzierung von 330 Millionen US-Dollar.
Laut Nachrichtenagenturen übertraf Airwallex im vergangenen Jahr einen jährlichen wiederkehrenden Umsatz von 1 Milliarde US-Dollar. Im Jahr 2024 äußerte das Unternehmen die Absicht, bis 2026 für einen Börsengang bereit zu sein, hat sich jedoch seither zu seinen Listing-Plänen nicht mehr geäußert. Bis Oktober 2025 bediente Airwallex über 150.000 Kunden, darunter namhafte Unternehmen wie Shein, Bolt, TikTok und Canva.
Millioneninvestitionen in den Niederlanden
Im Rahmen seiner Europa-Strategie plant Airwallex, in den nächsten fünf Jahren rund 200 Millionen Euro (entspricht 234,3 Millionen US-Dollar) in die Niederlande zu investieren. Diese Investition soll die Präsenz des Fintechs in Amsterdam ausbauen. Das Unternehmen strebt eine Steigerung der Mitarbeiterzahl um 60 Prozent auf etwa 70 Vollzeitkräfte bis Ende 2026 an.
Airwallex erhielt bereits im Mai 2021 eine Lizenz in den Niederlanden, die dem Unternehmen Passporting-Rechte für den gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) gewährt. Diese Lizenz ist entscheidend für die Ausweitung der Dienstleistungen in der Region.
Großbritannien als strategischer EMEA-Hub
Zusätzlich zu den Investitionen in den Niederlanden kündigte Airwallex im Dezember an, zwischen 2026 und 2030 590 Millionen US-Dollar in seine britischen Operationen zu investieren. Diese erhebliche Kapitalspritze, die umgerechnet 436 Millionen Pfund Sterling beträgt, unterstreicht das starke Engagement für London als Startrampe für das Wachstum in Europa, dem Nahen Osten und Afrika (EMEA).
Ein Hauptaugenmerk der Investition liegt auf der Talentakquise. Airwallex plant, die Zahl seiner Vollzeitbeschäftigten in Großbritannien um 60 Prozent zu erhöhen, von derzeit etwa 100 auf über 160 Mitarbeiter bis Ende 2026. Die Mittel werden auch die Produktentwicklung beschleunigen, darunter die Einführung und Erweiterung von Kreditkarten, einer wiederkehrenden Abrechnungs-SaaS-Lösung und "Spend AI", einem Tool zur intelligenten Spesenverwaltung.
Jack Zhang, Mitbegründer und CEO von Airwallex, betonte das Vertrauen des Unternehmens in den britischen Markt: „Während die Gesamtinvestitionen in Großbritannien in den letzten Jahren Gegenwind erfahren haben, bewegt sich unser Engagement in die entgegengesetzte Richtung. Diese mehrjährige Investition spiegelt unser Vertrauen in Großbritannien als Startrampe für regionales Wachstum in der gesamten EMEA-Region wider.“ Er fügte hinzu, dass das Unternehmen entschlossen sei, die Finanzinfrastruktur aufzubauen, die Unternehmen für den internationalen Wettbewerb benötigen.
Das Londoner Team von Airwallex ist kürzlich in ein neues, 1.486 Quadratmeter großes Büro in Fitzrovia umgezogen, das mehr als doppelt so groß ist wie der vorherige Standort, um der wachsenden Belegschaft gerecht zu werden. London wird als Anker für das Wachstum in Schlüsselmärkten wie den Niederlanden, Frankreich, Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten dienen. Airwallex hat zudem zugesagt, ab Anfang 2026 zusätzliche Millionenbeträge in diese europäischen Regionen zu investieren.
Neue Führung für die Expansion
Um diese Expansion voranzutreiben, hat Airwallex Christos Chamberlain mit Wirkung zum Januar zum neuen General Manager für Großbritannien und die EU ernannt. Chamberlain wechselt vom internationalen Logistikunternehmen Flexport, wo er als General Manager tätig war. Mit 20 Jahren Erfahrung in der Bewältigung der Komplexität des grenzüberschreitenden Handels ist er nun dafür verantwortlich, die Operationen zu leiten und das Wachstum in der Region voranzutreiben.
Christos Chamberlain kommentierte seine neue Rolle: „Unternehmen in Großbritannien und Europa navigieren beim Skalieren zunehmend komplexen finanziellen und operativen Herausforderungen. Airwallex ist perfekt positioniert, um diese Reibung zu beseitigen.“ Er freue sich darauf, das Team nach einer beeindruckenden Wachstumsphase zu unterstützen und die Expansion zu beschleunigen.
Wettbewerbsumfeld und Zukunftsaussichten
In Europa konkurriert Airwallex mit etablierten Zahlungsanbietern wie den niederländischen Gruppen Adyen und Mollie sowie der Digitalbank Bunq. Die strategischen Investitionen und die verstärkte Präsenz sollen Airwallex dabei helfen, sich in diesem dynamischen Markt zu behaupten und seine Position als führende globale Finanzplattform für moderne Unternehmen auszubauen.