Aktienmarkt-Rallye im April: Hohe Gewinnerwartungen als Belastung?

Aktienmarkt-Rallye im April: Hohe Gewinnerwartungen als Belastung?

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Der April bescherte dem Aktienmarkt eine beeindruckende Rallye, doch hinter den starken Kursgewinnen verbergen sich potenziell unrealistische Erwartungen an zukünftige Unternehmensgewinne. Experten warnen, dass diese hohen Prognosen eine Belastung für weitere Kurssteigerungen darstellen könnten.

Starker April: Die Treiber der Rallye

Der S&P 500 (^GSPC) verzeichnete im April einen dramatischen Anstieg und erholte sich deutlich von den Tiefstständen Ende März. Der Index legte in diesem Monat um mehr als 9 % zu. Diese Erleichterungsrallye wurde durch das Nachlassen der Kriegsrisikoprämie nach einem Waffenstillstand im Nahen Osten angetrieben. Investoren rotierten aggressiv zurück in Wachstumssektoren und Large-Cap-Tech-Namen wie den KI-Chip-Spezialisten Nvidia (NVDA).

Hohe Erwartungen an zukünftige Gewinne

Diese Dynamik birgt jedoch eine potenzielle Schattenseite: möglicherweise unrealistische zukünftige Gewinnerwartungen. Neue Untersuchungen von Citi zeigen, dass der Markt ein kumuliertes Gewinnwachstum von 11,7 % für die nächsten fünf Jahre einpreist. Laut Citi-Stratege Scott Chronert wurde dieses Niveau in den letzten vier Jahrzehnten nur eine Handvoll Mal erreicht. Der aktuelle Bottom-up-Konsens von 12,6 % jährlichem Gewinnwachstum "lässt wenig Spielraum für Fehler", so Chronert. Die Beweislast liegt somit auf den Fundamentaldaten, diese hohen Erwartungen auch zu erfüllen.

S&P 500: Wachstum als Hauptwerttreiber

Chronerts Analyse der S&P 500-Bewertung zeigt, dass 41 % des aktuellen Niveaus auf die Basis-Gewinne pro Aktie (EPS) der Unternehmen zurückzuführen sind. Die verbleibenden 59 % sind an zukünftiges Wachstum gekoppelt, was im historischen Vergleich erhöht ist. Insbesondere sind 39 % des Indexwerts auf zukünftiges Wachstum von über 3 % zurückzuführen. Dies liegt im 95. Perzentil der letzten 40 Jahre.

Scott Chronert kommentierte: "Bewertungen sind nach der Indexrallye über ein breites Spektrum der S&P 500-Bestandteile erneut überzogen." Er fügte hinzu: "Die aggregierte implizite Fünfjahres-EPS-Wachstumsrate stellt eine erhebliche Hürde dar. Dies bedeutet nicht, dass Bewertungen allein ein Verkaufssignal darstellen. Vielmehr legt es eine Last auf zukünftige Wachstumserwartungen, diese auch zu erfüllen."

Bewertungsniveaus auf Mehrjahreshoch

Die Aufwärtsdynamik hat das Forward-Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) des S&P 500 auf 22,8x getrieben. Dies ist das höchste Niveau seit über zwei Jahren und liegt deutlich über dem 10-Jahres-Durchschnitt von etwa 18x. Investoren zahlen derzeit einen hohen Aufschlag für zukünftiges Gewinnwachstum, selbst bei erhöhten Zinsen und einem weiterhin unsicheren geopolitischen Umfeld.

Ausblick: Fundamentaldaten unter Beobachtung

Der Aktienmarkt hat sich in den letzten Wochen konventionellen Annahmen widersetzt. Normalerweise würden der anhaltende Konflikt mit dem Iran und weiterhin hohe Energiepreise die Bereitschaft der Anleger, für Unternehmen zu zahlen, dämpfen. Die Berichtssaison für das erste Quartal war jedoch beeindruckend. Solange dies mit starken Ergebnissen von Big Tech, darunter Amazon (AMZN), Apple (AAPL) und anderen Unternehmen der "Magnificent Seven"-Gruppe, anhält, könnten die Bullen die Kontrolle behalten.

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