
Albanien: Expat-Paradies für Aussteiger und Unternehmer im Fokus
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Immer mehr Amerikaner entscheiden sich für einen radikalen Lebenswandel und verlassen ihre etablierten Karrieren und Häuser, um in Albanien ein neues Kapitel aufzuschlagen. Dieser Trend zeigt, wie der Wunsch nach persönlicher Erfüllung und unternehmerischer Freiheit die traditionelle Vorstellung des "American Dream" neu definiert. Albanien lockt dabei mit unkomplizierten Einreisebestimmungen und einem vielversprechenden Umfeld für Neugründungen.
Vom "American Dream" zum Neuanfang in Albanien
Sam Correll (38) und Spencer Claiborne (30) aus Kansas City, Missouri, sind ein Beispiel für diesen Trend. Sie zogen im August 2024 in die Küstenstadt Saranda, Albanien, nachdem sie ihre gut bezahlten Firmenjobs aufgegeben und ihr Haus verkauft hatten. Claiborne beschreibt, wie sie den "American Dream" – ein schönes Haus und einen stabilen Job – erreicht hatten, aber dennoch ein Gefühl der Leere verspürten.
Beide litten unter Burnout und der Monotonie ihres Alltags. Correll empfand es als unerfüllend, immer das Gleiche zu tun, obwohl sie sich ein Leben aufgebaut hatten. Sie wollten nicht bis zum Ruhestand warten, um die Welt zu sehen und international zu leben, sondern ihren eigenen Weg einschlagen.
Albanien als Sprungbrett für Unternehmertum
Nach einer dreimonatigen Erkundungsreise durch Europa entschieden sich Correll und Claiborne für Albanien. Sie sahen dort eine große Chance für Unternehmertum, insbesondere da dies in der Region oft der Hauptweg ist, um als Nicht-Rentner ins Ausland zu ziehen. Beide verließen ihre sechsstelligen Remote-Jobs, um dieses Risiko einzugehen.
Obwohl sie zunächst keinen festen Plan hatten, wussten sie, dass ihre unternehmerische Denkweise und ihre Fähigkeiten aus der Unternehmenswelt wertvoll sein würden. Heute helfen sie anderen bei der Umsiedlung nach Albanien.
Geringe Hürden und attraktive Lebenshaltungskosten
Ein entscheidender Faktor für die Wahl Albaniens ist die einfache Einreise und Aufenthaltsgenehmigung für Amerikaner. Sie können bis zu 12 Monate visumfrei im Land bleiben. Für einen langfristigen Aufenthalt ist es relativ einfach, eine längere Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten.
Correll und Claiborne entschieden sich für den Weg über die Unternehmensgründung und erhielten innerhalb von etwa sechs Monaten nach ihrer Ankunft eine fünfjährige Aufenthaltsgenehmigung. Die Kosten dafür lagen bei weniger als 2.000 US-Dollar für beide. Dies war ein großer Vorteil, da der gesamte Prozess aus dem Land heraus abgewickelt werden konnte, im Gegensatz zu vielen anderen Ländern wie Portugal, die ein Visum vor der Ausreise aus den USA erfordern.
Cheryl Orlov (55) aus Los Angeles, die 2023 nach Tirana zog, bestätigt die attraktiven Lebenshaltungskosten. Sie zahlt weniger als 500 US-Dollar Miete pro Monat. Orlov, die 32 Jahre lang ein Möbelunternehmen besaß, verkaufte ihre Immobilien und löste ihr Geschäft auf, um ihren Traum vom Leben im Ausland zu verwirklichen.
Ein Land im Wandel: Kultur, Natur und Gastfreundschaft
Albanien, ein Land mit reicher Kultur und Geschichte, das sich nach dem Ende des Kommunismus in den 1990er Jahren schnell entwickelt, zieht Expats auch mit seiner Schönheit an. Alicia Walter (28) und Nathan Stark (41), die 47 Länder bereist haben und 2023 von San Diego nach Tirana zogen, bezeichnen Albanien als ihr Lieblingsland. Sie betreiben den Reiseblog "The Passport Couple".
Das Land ist topografisch vielfältig und bietet:
- Die Albanischen Alpen und weitere Gebirgsketten wie Korab und Tomorr.
- Küstenlinien entlang der Adria und des Ionischen Meeres, bekannt als die Albanische Riviera.
- Ein mildes mediterranes Klima.
- Städte wie Berat mit gut erhaltener osmanischer Architektur.
Die Gastfreundschaft der Albaner wird von Expats besonders hervorgehoben. Cheryl Orlov beschreibt, wie die Menschen einen wie zu Hause und als Teil der Familie fühlen lassen. Trotz der Entwicklung und des Wiederaufbaus nach einem Erdbeben im Jahr 2019 empfinden viele Neuankömmlinge das Land als sicher und komfortabel.
Die Befreiung vom Materiellen und die Chance des "Ausprobierens"
Ein wiederkehrendes Thema unter den Auswanderern ist die Notwendigkeit, sich von materiellen Besitztümern zu lösen. Correll und Claiborne entschieden sich, den Großteil ihres Besitzes aufzugeben, was sie als unglaublich befreiend, aber auch herausfordernd empfanden. Claiborne merkte an, dass es oft die Dinge sind, die Menschen zurückhalten.
Während die meisten Menschen, die ins Ausland ziehen, im Rentenalter sind, ermutigt Claiborne jüngere Menschen, den Schritt zu wagen. Er betont die Haltung des "Ich probiere es zumindest aus", da man in jungen Jahren noch Zeit hat, einen anderen Weg einzuschlagen, falls es nicht funktioniert. Für ihn war die Erkenntnis, dass er es bereuen würde, es nicht versucht zu haben, ein starker Antrieb.