Alexa-Mitentwickler William Tunstall-Pedoe: Von Amazon zu Unlikely AI

Alexa-Mitentwickler William Tunstall-Pedoe: Von Amazon zu Unlikely AI

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William Tunstall-Pedoe, eine Schlüsselfigur bei der Entwicklung von Amazon Alexa, hat den Tech-Giganten 2016 verlassen, um sich erneut der Startup-Welt zu widmen. Mit seinem neuen Deeptech-Unternehmen Unlikely AI verfolgt er das Ziel, künstliche Intelligenz vertrauenswürdiger und zuverlässiger zu gestalten, insbesondere für kritische Branchen wie die Finanzwelt. Sein Weg spiegelt die dynamische Entwicklung und die Herausforderungen im Bereich der KI wider.

Von True Knowledge zu Amazon Alexa: Eine Erfolgsgeschichte

William Tunstall-Pedoe, ein Absolvent der Computerwissenschaften an der University of Cambridge, gründete 2006 sein erstes Startup True Knowledge. Sein Ziel war es, die Internetsuche zu revolutionieren, indem Nutzer natürliche Fragen stellen konnten, anstatt Keywords zu erraten. Er stellte sich eine Welt vor, in der man mit Computern so sprechen konnte, wie man es als Kind lernt.

Nach mehreren strategischen Neuausrichtungen entwickelte True Knowledge den Sprachassistenten Evi, der 2012 in Großbritannien auf den Markt kam, ein Jahr nach Apples Siri. Um das Produkt widerzuspiegeln, wurde das Unternehmen in Evi umbenannt. Später im Jahr 2012 erwarb Amazon das 30-köpfige Unternehmen.

Die Übernahme war ein Erfolg: Amazon investierte stark in Cambridge, wo Evi ansässig war, und machte das Startup zu einem wichtigen Amazon-Büro. Tunstall-Pedoe teilte seine Zeit zwischen den Büros in Seattle und Cambridge auf und war maßgeblich an der Entwicklung von Alexa beteiligt, die bei ihrer Einführung sofort erfolgreich war und heute ein bekannter Name ist. Er ist immens stolz auf das Evi-Team.

Der Weggang von Amazon: Die Anziehungskraft des Startup-Ökosystems

Nach etwa dreieinhalb Jahren bei Amazon traf Tunstall-Pedoe 2016 die Entscheidung, das Unternehmen zu verlassen. Er sah seine Mission als erfüllt an, da die Akquisition und das Produkt ein eindeutiger Erfolg waren und zu diesem Zeitpunkt Tausende von Mitarbeitern an Alexa arbeiteten.

Seine Leidenschaft galt dem Aufbau und der Einführung von Startups, was sich stark von der Arbeit in einem Großkonzern unterscheidet. Tunstall-Pedoe ist überzeugt, dass Startups oft besser geeignet sind, unkonventionelle oder konträre Ideen zu verfolgen. Während in einem großen Unternehmen ein einziger Manager ein Projekt beenden kann, benötigt ein Startup nur einen Investor, der Ja sagt, um ein Projekt am Leben zu erhalten.

Nach seiner Zeit bei Amazon verbrachte er Zeit als Mentor in Startup-Inkubatoren wie dem Creative Destruction Lab. Dadurch wurde er ein aktiver Angel-Investor, was ihm eine breite Perspektive auf die vielen Wege gab, wie Startups erfolgreich sind oder scheitern.

Unlikely AI: Eine neue Vision für vertrauenswürdige KI

Im Jahr 2019 gründete William Tunstall-Pedoe sein Deeptech-Startup Unlikely AI. Das Unternehmen konzentriert sich auf die Entwicklung von neurosymbolischer KI, die die Stärken leistungsfähiger, aber manchmal fehleranfälliger maschineller Lernmodelle mit der Präzision von Algorithmen kombiniert, bei denen Computer fast immer richtig liegen.

Die Mission von Unlikely AI ist es, KI vertrauenswürdig und zuverlässig zu machen. Das in London ansässige Unternehmen hat in einer Seed-Runde 20 Millionen US-Dollar (15,4 Millionen Pfund) von Investoren wie Amadeus Capital und Octopus Ventures erhalten.

Unlikely AI hat sein Team mit Fred Becker, der Skype mit aufgebaut hat, als Chief Administrative Officer und Tom Mason, der die Entwicklung der Kernplattform bei Stability AI leitete, als Chief Technology Officer verstärkt. Das Unternehmen plant die kommerzielle Einführung seiner Plattform im zweiten Quartal des nächsten Jahres.

Herausforderungen im KI-Markt: Wo Unternehmen scheitern

Tunstall-Pedoe kritisiert, dass viele Unternehmen, die KI in ihre Abläufe integrieren wollen, scheitern. Der Hauptgrund sei, dass die maschinellen Lernkomponenten nicht ausreichend funktionieren. Er merkt an, dass die KI nicht vertrauenswürdig genug ist, gelegentlich Fehler macht, die potenziell Geld kosten, regulatorische Anforderungen verletzen oder den Markenruf schädigen können.

Unlikely AI zielt darauf ab, diese Probleme wie Bias, Halluzinationen, Genauigkeit und Vertrauenswürdigkeit bei großen Sprachmodellen (LLMs) zu lösen. Die Plattform von Unlikely AI soll Unternehmen in Hochrisikobranchen wie dem Finanz- und Gesundheitswesen eine vertrauenswürdige und erklärbare KI-Lösung bieten.

Ein Beispiel für die Anwendung ist die automatisierte Bearbeitung von Schadensfällen im Namen eines Kunden gemäß Unternehmensrichtlinien, und zwar auf eine vorhersehbare Weise, im Gegensatz zu traditionellen Sprachmodellen.

Alexa+ und die Zukunft der Sprachassistenten

Auch Amazon arbeitet intensiv an der Weiterentwicklung seiner Sprachassistentin. Alexa, ursprünglich aus dem Evi-System und einem polnischen Sprachsynthesizer namens Ivona entwickelt, erhält eine KI-Überarbeitung. Zwischen 2023 und 2025 stellte Amazon auf ein eigenes großes Sprachmodell namens Nova um, das in der neuen Generation Alexa+ zum Einsatz kommt und gelegentlich Anthropic's Claude-Modell nutzt. Amazon hat weitere 4 Milliarden US-Dollar in Anthropic investiert.

Alexa+ befindet sich derzeit im Early Access und wird als Beta-Test für Prime-Kunden ausgerollt. Die Nutzerreaktionen sind gemischt: Während einige die verbesserten Konversationsfähigkeiten, Suchfunktionen und die Smart-Home-Steuerung loben, gibt es auch Beschwerden über reduzierte Funktionalität und vermehrte Werbung.

Amazon räumt ein, dass der Prozess schwierig ist und es noch keinen festen Starttermin für die vollständige KI-Überarbeitung gibt. Trotzdem finden einige Nutzer neue Wege, Alexa+ zu nutzen, etwa als "Shop-Assistentin" oder für kontextbezogene Unterstützung beim Kochen, wie das Abfragen von Rezeptdetails.

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