Allbirds' KI-Wende: Vom Schuhhersteller zum Compute-Anbieter

Allbirds' KI-Wende: Vom Schuhhersteller zum Compute-Anbieter

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Das ehemalige Schuhunternehmen Allbirds steht vor einer existenzbedrohenden Situation und versucht, durch einen drastischen Strategiewechsel in den Bereich der KI-Compute-Infrastruktur zu überleben. Dieser Schritt, der eine Umbenennung in NewBird AI vorsieht, wird von Brancheninsidern als letzter Ausweg betrachtet, birgt jedoch erhebliche Herausforderungen. Dem Unternehmen fehlen derzeit die notwendigen finanziellen Mittel, physischen Vermögenswerte, die Expertise und die Beziehungen, um in diesem hart umkämpften Sektor erfolgreich zu sein.

Allbirds' radikaler Strategiewechsel zu NewBird AI

Im November informierte Allbirds seine Aktionäre über die drohende Insolvenz. Als Reaktion darauf wurde ein Plan zur Transformation in ein KI-Compute-Unternehmen vorgestellt. Das Unternehmen beabsichtigt, seinen Namen in NewBird AI zu ändern und sich auf die Bereitstellung von Rechenleistung für Künstliche Intelligenz zu konzentrieren.

Im Zuge dieser Neuausrichtung gab Allbirds bekannt, sein Schuhgeschäft und das zugrunde liegende geistige Eigentum für 39 Millionen US-Dollar verkauft zu haben. Zusätzlich wurden 50 Millionen US-Dollar durch eine Wandelanleihe aufgenommen, die für den Kauf von Grafikprozessoren (GPUs) zur Schulung und Bereitstellung von KI-Sprachmodellen verwendet werden könnten.

Finanzierung: Ein Tropfen auf den heißen Stein?

Trotz der jüngsten Kapitalbeschaffung beläuft sich Allbirds' "Kriegskasse" auf rund 90 Millionen US-Dollar. Diese Summe wird in einer Branche, die Milliarden von Dollar für den Bau von Rechenzentren und den Kauf von Chips für große Sprachmodelle aufbringt, als gering eingeschätzt. CoreWeave, ein führendes Unternehmen im Bereich der sogenannten Neoclouds, plant beispielsweise, in diesem Jahr 30 bis 35 Milliarden US-Dollar in den Ausbau seiner Kapazitäten zu investieren.

Warren Hosseinion, Leiter der Kapitalmärkte beim GPU-Investor Compute Labs, kommentierte gegenüber Business Insider, dass der Betrieb von Compute-Clustern auf institutionellem Niveau "mindestens im Bereich von ein paar hundert, einigen hundert Millionen" liegen könne. Zudem besaß Allbirds Ende 2025 laut Unternehmensangaben keine Lagerhallen oder Immobilien.

Kundenakquise als entscheidende Hürde

Eine der ersten Aufgaben für NewBird AI wird es sein, Verträge mit großen Technologieunternehmen wie Amazon, Google, Meta oder Microsoft abzuschließen. Solche Verträge könnten dem Unternehmen wiederum helfen, zusätzliche Finanzierungen für den Kauf weiterer GPUs zu sichern.

Obwohl CoreWeave ein solches Modell erfolgreich etabliert hat, könnten Allbirds Schwierigkeiten haben, potenzielle Partner und Investoren von seiner langfristigen Wettbewerbsfähigkeit zu überzeugen, so KI-Branchenmanager. Hosseinion merkte an, dass das Bestehen der "Underwriting Diligence" die größte Hürde darstellen werde.

Beschleunigung durch Akquisitionen

Darren Kimura, CEO von AI Squared, einem Unternehmen, das Firmen bei der Bereitstellung von KI-Tools unterstützt, schlägt vor, dass Allbirds durch die Akquisition eines privaten Unternehmens, das bereits in diesem Bereich tätig ist, schneller vorankommen könnte. Ein fusioniertes Unternehmen hätte dann Zugang zu den Kapitalmärkten als börsennotiertes Unternehmen.

Kimura ist der Ansicht, dass die 50 Millionen US-Dollar an Finanzierung ausreichen sollten, um ein Managementteam einzustellen, einige Chips zu erwerben und ein "Proof of Concept" zu starten. Dies könnte als Beispiel dienen, um das funktionierende Modell zu demonstrieren und es dann auszubauen.

Führungsteam: Expertise im Wandel gefragt

Unternehmen im Bereich der KI-Infrastruktur benötigen ein Management mit Expertise in Politik und Energie, erklärte Paul Calatayud, Gründer des KI-Rechenzentrumsentwicklers VoltScape. Er betonte, dass es eine Gruppe geben müsse, die den Betrieb eines Rechenzentrums versteht.

Der aktuelle CEO von Allbirds, Joe Vernachio, der 2024 Gründer Joey Zwillinger ablöste, kommt aus der Bekleidungsindustrie. Seine Erfahrung umfasst leitende Positionen bei Mountain Hardwear, The North Face und Spyder Active Sports. Auch CFO Annie Mitchell war vor Allbirds bei Gymshark und Adidas tätig. Beide Führungskräfte erhalten Bleibeprämien, wenn sie bis zum Abschluss des Verkaufs des Schuhgeschäfts, der im zweiten Quartal erwartet wird, im Unternehmen bleiben. Es ist unklar, wie lange sie danach noch an Bord sein werden.

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