
Allegiant Air übernimmt Sun Country: 1,5 Mrd. $ Fusion im US-Freizeitflugmarkt
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Allegiant Air, eine führende US-Billigfluggesellschaft, plant die Übernahme von Sun Country Airlines in einem Geschäft im Wert von rund 1,5 Milliarden US-Dollar. Diese Fusion zweier auf Freizeitflüge spezialisierter Carrier soll das Streckennetz erweitern und Reisenden mehr erschwingliche Optionen bieten. Der Zusammenschluss bedarf noch der Zustimmung von Regulierungsbehörden und Aktionären und wird voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2026 abgeschlossen.
Milliarden-Deal im US-Flugsektor
Allegiant Air hat eine definitive Vereinbarung zur Übernahme von Sun Country Airlines in einem Cash-and-Stock-Deal im Wert von etwa 1,5 Milliarden US-Dollar, einschließlich 400 Millionen US-Dollar Nettoschulden, bekannt gegeben. Beide Vorstände haben der Fusion einstimmig zugestimmt. Dieser Schritt vereint zwei auf Freizeitflüge fokussierte US-Billigfluggesellschaften.
Synergien und Strategische Vorteile
Die Führungskräfte beider Fluggesellschaften betonen, dass sich ihre Streckennetze ideal ergänzen. Die fusionierte Fluggesellschaft wird etwa 175 Städte mit über 650 Routen und einer Flotte von rund 195 Flugzeugen bedienen. Allegiant CEO Gregory Anderson äußerte sich zuversichtlich: „Allegiant und Sun Country haben beide gezeigt, dass unsere auf Freizeit ausgerichteten, flexiblen Kapazitätsmodelle stark, florierend und durchweg profitabel sind, was mir großes Vertrauen in die potenziellen Vorteile der Zusammenführung unserer Organisationen gibt.“
Die Übernahme soll Allegiant Zugang zu internationalen Zielen in Mexiko, Mittelamerika, Kanada und der Karibik verschaffen, die Sun Country bereits bedient. Dies umfasst 18 internationale Destinationen. Zudem profitiert die neue Einheit von Sun Countrys diversifizierten Einnahmequellen, darunter:
- Eine Frachtpartnerschaft mit Amazon Air Cargo für Schmalrumpffrachter.
- Charterverträge mit dem US-Verteidigungsministerium (Department of Defense).
- Charterverträge mit großen Sportligen.
Allegiant erwartet, dass die Akquisition den Gewinn pro Aktie bereits im ersten Jahr nach Abschluss des Deals steigern wird. Bis zum Ende des dritten Jahres nach der Fusion werden jährliche Einsparungen von 140 Millionen US-Dollar durch kombinierte Operationen prognostiziert.
Führung und Zukünftige Struktur
Die fusionierte Fluggesellschaft wird unter dem Namen Allegiant operieren und ihren Hauptsitz in Las Vegas behalten. Eine bedeutende operative Präsenz wird jedoch in der Region Minneapolis-St. Paul, dem bisherigen Sitz von Sun Country, aufrechterhalten. Auch die Charter- und Frachtgeschäfte von Sun Country werden fortgeführt.
Gregory Anderson, der derzeitige CEO von Allegiant, wird die kombinierte Fluggesellschaft als CEO leiten. Jude Bricker, CEO von Sun Country, wird dem erweiterten elfköpfigen Verwaltungsrat beitreten und während der Integrationsphase als Berater fungieren. Bricker, der zuvor als Chief Operating Officer bei Allegiant tätig war, kommentierte: „Ich hatte das Privileg, bei beiden Unternehmen zu arbeiten, und kann aufgrund dieser Erfahrungen sagen, dass dies eine hervorragende Passung auf ganzer Linie ist.“
Auswirkungen für Reisende und Zeitplan
Reisende sollten keine sofortigen Änderungen erwarten. Buchungen und Flüge bei beiden Carriern können wie gewohnt fortgesetzt werden. Flugpläne, Ticketing, das gesamte Reiseerlebnis und die Marke Sun Country bleiben vorerst unverändert. Beide Fluggesellschaften werden weiterhin unter separaten FAA-Betriebszertifikaten agieren, bis ein einziges Zertifikat erteilt wird.
Der Abschluss des Deals wird für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet. Er unterliegt den üblichen Abschlussbedingungen, der Zustimmung der Sun Country-Aktionäre und der Genehmigung durch die Bundeskartellbehörden.
Konsolidierung im US-Flugsektor
Diese geplante Fusion ist die zweite Übernahme zweier US-Fluggesellschaften in diesem Jahrzehnt, nachdem Alaska Airlines vor etwa 16 Monaten die Übernahme von Hawaiian Airlines abgeschlossen hatte. Berichten zufolge haben auch die Billigkonkurrenten Frontier Airlines und Spirit Airlines ihre Fusionsgespräche wieder aufgenommen, obwohl noch kein Deal angekündigt wurde. Die Biden-Administration hatte zuvor erfolgreich die Northeast Alliance von JetBlue mit American Airlines im Jahr 2023 sowie die geplante Übernahme von Spirit durch JetBlue Anfang 2024 blockiert.