Alleinstehende Frauen erobern den US-Immobilienmarkt: Ein Rekordtrend

Alleinstehende Frauen erobern den US-Immobilienmarkt: Ein Rekordtrend

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Alleinstehende Frauen in den USA erreichen einen historischen Meilenstein im Immobilienmarkt: Nie zuvor besaßen so viele von ihnen ein Eigenheim. Sie übertreffen alleinstehende Männer beim Hauskauf um fast das Doppelte und definieren die Demografie der Eigenheimbesitzer neu, selbst in einem herausfordernden Marktumfeld.

Ein historischer Wandel im US-Immobilienmarkt

Bis 1974 war es einer alleinstehenden Frau in den Vereinigten Staaten nicht möglich, eine Hypothek ohne einen männlichen Mitunterzeichner zu erhalten. Nur etwas mehr als 50 Jahre später hat sich die Situation grundlegend gewandelt. Heute besitzen so viele alleinstehende Frauen wie nie zuvor ein Eigenheim, und sie übertreffen alleinstehende Männer im Immobilienmarkt um fast zwei zu eins.

Eine aktuelle Analyse von First American bestätigt diesen Trend: Über 20 Millionen alleinstehende Frauen sind mittlerweile Eigenheimbesitzerinnen, ein Rekordwert. Obwohl die Wohneigentumsquote unter alleinstehenden Frauen im letzten Jahr leicht von etwa 51,9 % auf 50,9 % sank, ist dies kein Zeichen eines Rückzugs. Matt Schulz, Chef-Analyst für Verbraucherfinanzen bei LendingTree, erklärt gegenüber Fortune, dass der Rückgang der Quote darauf zurückzuführen ist, dass mehr Frauen unabhängige Haushalte bilden, nicht weil weniger Frauen Häuser besitzen.

Alleinstehende Frauen übertreffen Männer beim Hauskauf

Dieser Aufwärtstrend ist Teil einer jahrzehntelangen Entwicklung, die von der National Association of Realtors (NAR) dokumentiert wird. Im Jahr 1981 machten alleinstehende Frauen lediglich 11 % der Hauskäufer aus; heute sind es 21 % – fast eine Verdopplung ihres Anteils. Damit sind sie nach verheirateten Paaren die zweitgrößte Käufergruppe.

Besonders auffällig ist ihr Einfluss bei Erstkäufern. Im Jahr 2025 stellten alleinstehende Frauen ein Viertel aller Erstkäufer dar, während alleinstehende Männer nur 10 % und verheiratete Paare 50 % ausmachten. Jessica Lautz, stellvertretende Chefökonomin und Vizepräsidentin für Forschung bei NAR, betont: „Wir sehen weiterhin, dass alleinstehende Frauen eine echte Kraft auf dem Markt sind. Sie haben alleinstehende Männer auf dem Markt schon immer übertroffen.“ Dies gilt über alle Altersgruppen hinweg, von jüngeren Erstkäuferinnen bis zu älteren Frauen nach einer Scheidung oder dem Tod eines Ehepartners.

Motivation: Stabilität und finanzielle Priorität

Was alleinstehende Frauen auszeichnet, ist ihr zielstrebiges Streben nach Wohneigentum. Laut NAR-Umfragedaten sind alleinstehende Frauen eher bereit als alleinstehende Männer, nicht-essenzielle Ausgaben zu kürzen, Urlaube zu streichen und zusätzliche Arbeit anzunehmen, um für eine Anzahlung zu sparen. „Alleinstehende Frauen bringen größere finanzielle Opfer“, so Lautz gegenüber Fortune. „Sie sagen wirklich, das ist meine oberste finanzielle Priorität.“

Ein Großteil dieser Motivation resultiert aus der Pflegeverantwortung. Alleinstehende Käuferinnen ziehen häufig Kinder alleine groß oder unterstützen alternde Eltern. Eine stabile Adresse – mit einem festen Schulbezirk und der Nähe zur Familie – wird dabei zu einer praktischen Notwendigkeit und nicht nur zu einem finanziellen Ziel. Matt Schulz ergänzt, dass viele Frauen bewusst vor Ehe und Familiengründung kaufen, um eine Hypothek als Fundament für ihre Unabhängigkeit zu nutzen.

Demografischer Wandel und steigende Kaufkraft

Die demografische Entwicklung hat die Kaufkraft alleinstehender Frauen gestärkt. Daten von First American zeigen, dass der Anteil der Frauen mit einem Bachelor-Abschluss oder höher von 20 % im Jahr 2000 auf 35 % im Jahr 2025 gestiegen ist. Gleichzeitig kletterte das reale Medianeinkommen von etwa 42.000 US-Dollar auf 51.000 US-Dollar. Dieser Trend spiegelt eine breitere gesellschaftliche Veränderung wider: Laut Volkszählungsdaten sind nur noch 47 % der US-Erwachsenen verheiratet, ein Rückgang gegenüber früheren Jahrzehnten.

Jessica Lautz weist auf eine weitere bemerkenswerte Entwicklung hin: Erstmals seit Beginn ihrer Datenerfassung bei NAR im Jahr 2007 berichten alleinstehende weibliche Hauskäuferinnen von höheren Einkommen als alleinstehende männliche Hauskäufer. Lautz merkt an, dass es sich um eine einmalige Anomalie handeln könnte, aber es deutet darauf hin, dass alleinstehende Frauen, unabhängig vom Einkommen, den Hauskauf als oberste Priorität ansehen und dieses Ziel erreichen wollen.

Vermögensaufbau als treibende Kraft

Die Bedeutung dieser Entscheidungen für den Vermögensaufbau ist immens. „Wohneigentum ist der wichtigste Weg, wie wir in Amerika Vermögen aufbauen“, erklärt Lautz. NAR-Daten zeigen, dass der typische Eigenheimbesitzer ein Nettovermögen von etwa 430.000 US-Dollar besitzt, verglichen mit nur 10.000 US-Dollar für den typischen Mieter. Für alleinstehende Frauen, die in einem unerschwinglichen Markt mit nur einem Einkommen navigieren, kann das Schließen dieser Lücke lebensverändernd sein.

Die Käuferinnen sind dabei vielfältig. Laut NARs „2025 Profile of Home Buyers and Sellers“ sind unter schwarzen Käufern 39 % alleinstehende Frauen, was fast den 42 % der verheirateten Paare entspricht und deutlich über dem Anteil alleinstehender Frauen unter weißen (20 %), asiatisch-pazifischen (19 %) oder hispanisch-lateinamerikanischen (18 %) Käufern liegt. Lautz hebt hervor, dass schwarze Frauen in NARs separatem „Snapshot on Race and Home Buying“ konsequent Frauen anderer rassischer und ethnischer Gruppen als Hauskäuferinnen übertroffen haben. Dies zeigt, dass diese Gruppe besonders stark auf Immobilien als Instrument für langfristigen Wohlstand und Stabilität setzt.

Trotz eines Immobilienmarktes, der von zurückhaltenden Verkäufern, knappen Beständen und hartnäckig hohen Hypothekenzinsen geprägt ist, finden alleinstehende Frauen weiterhin Wege, ein Eigenheim zu erwerben. Damit definieren sie neu, wer der amerikanische Eigenheimbesitzer tatsächlich ist.

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