
Alphabet: KI-Wetten zahlen sich aus – Gewinn und Umsatz steigen stark
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Googles Übergang in die Ära der Künstlichen Intelligenz (KI) zahlt sich für die Konzernmutter Alphabet Inc. weiterhin aus. Das Unternehmen gab am Mittwoch ein weiteres Quartal mit herausragendem Wachstum bekannt, das dazu beitrug, seinen bereits hohen Marktwert im vergangenen Jahr mehr als zu verdoppeln.
Starkes Wachstum im ersten Quartal 2026
Alphabet erzielte im Zeitraum Januar bis März 2026 einen Gewinn von 62,6 Milliarden US-Dollar oder 5,11 US-Dollar pro Aktie, was einem Anstieg von 81 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Der Umsatz kletterte im Vergleich zum Vorjahr um 22 % auf 109,9 Milliarden US-Dollar. Beide Zahlen übertrafen die Analystenprognosen deutlich.
Der Aktienkurs von Alphabet stieg nach Bekanntgabe der Zahlen im nachbörslichen Handel um mehr als 6 %. Dies deutet darauf hin, dass die Aktien während der regulären Handelssitzung am Donnerstag ein neues Hoch erreichen könnten. Der Marktwert des Unternehmens liegt derzeit bei 4,2 Billionen US-Dollar, gegenüber 1,9 Billionen US-Dollar vor nur einem Jahr. Sollte sich die Aktie am Donnerstag ähnlich entwickeln, könnte Alphabets Marktwert 4,5 Billionen US-Dollar erreichen und damit an einem einzigen Tag über 250 Milliarden US-Dollar an zusätzlichem Aktionärsvermögen schaffen.
KI als Wachstumsmotor
Die Performance von Alphabet im vergangenen Quartal veranlasste CEO Sundar Pichai, die massiven Investitionen des Unternehmens in KI-Technologie in den letzten drei Jahren zu würdigen. Diese Investitionen, so Pichai, "erhellen jeden Teil des Geschäfts". KI-getriebene Erfahrungen in der Google-Suche haben die Suchanfragen auf ein Allzeithoch getrieben und das Geschäftswachstum um 19 % gesteigert.
Insbesondere Gemini spielte eine wichtige Rolle, wobei das Unternehmen es als "stärkstes Quartal aller Zeiten für Consumer-KI-Pläne" bezeichnete, angetrieben durch die Gemini-App. Auch auf Unternehmensebene verzeichnet Gemini eine solide Akzeptanz, mit einem Wachstum der bezahlten monatlich aktiven Nutzer um 40 % im Vergleich zum Vorquartal. Sundar Pichai gab an, dass Gemini über die direkte API-Nutzung nun über 16 Milliarden Tokens pro Minute verarbeitet, was einem Anstieg von mehr als 60 % gegenüber dem letzten Quartal entspricht.
Google Cloud: Der schnellste Wachstumstreiber
Googles am schnellsten wachsende Sparte bleibt die Cloud-Division. Sie profitiert vom KI-Boom, um mehr Produkte und Dienstleistungen an Unternehmenskunden und Regierungsbehörden zu verkaufen, wie beispielsweise den kürzlich abgeschlossenen Vertrag mit dem US-Militär. Der Umsatz von Google Cloud stieg im Vergleich zum Vorjahr um 63 % auf 20 Milliarden US-Dollar. Dieses Wachstum wird maßgeblich durch die Nachfrage nach KI-Infrastruktur und Unternehmens-Tools, einschließlich Gemini-gestützter Dienste, angetrieben.
Werbegeschäft bleibt stabil
Wie gewohnt trieben digitale Anzeigen, befeuert durch Googles dominante Suchmaschine, das Wachstum voran. Die Einnahmen aus diesen Operationen stiegen im ersten Quartal des letzten Jahres um 16 %. Dies war das vierte Quartal in Folge, in dem Googles Werbeumsätze um mehr als 10 % gegenüber dem Vorjahr zulegten. Auch die Abonnement-Einnahmen sind auf dem Vormarsch, wobei Alphabet nun 350 Millionen bezahlte Abonnements meldet, angeführt von YouTube Premium und Google One. Die YouTube-Werbeeinnahmen stiegen auf 9,88 Milliarden US-Dollar, gegenüber 8,93 Milliarden US-Dollar im Vorjahr.
Aggressive Investitionen in die Zukunft
Das Wachstum ist ein Zeichen dafür, dass Alphabets Ausgabenoffensive für KI bisher Früchte trägt. Investoren äußern jedoch weiterhin Bedenken, dass das in Mountain View, Kalifornien, ansässige Unternehmen und seine Big-Tech-Konkurrenten zu viel Geld in eine noch junge und unbewiesene Technologie stecken. Alphabet setzt jedoch darauf, dass es besser ist, zu viel in KI zu investieren, als zu geizig zu sein und Gefahr zu laufen, abgehängt zu werden.
Die Kapitalausgaben beliefen sich im ersten Quartal 2026 auf 35,7 Milliarden US-Dollar. In einem früheren Quartalsbericht vom Februar gab Alphabet bekannt, dass es in diesem Jahr 175 Milliarden bis 185 Milliarden US-Dollar für Kapitalausgaben vorgesehen hat, die größtenteils dem Bau von KI-Rechenzentren und anderen mit der Technologie verbundenen Tools gewidmet sein werden. Als Ausdruck des Vertrauens des Managements in seine Strategie teilte Alphabets Finanzchefin Anat Ashkenazi Analysten in einer Telefonkonferenz mit, dass die Kapitalausgaben in diesem Jahr auf bis zu 190 Milliarden US-Dollar steigen könnten. Selbst wenn die Ausgaben so hoch ausfallen, so Ashkenazi, werden sie im nächsten Jahr "erheblich steigen". Dies käme zusätzlich zu den 91 Milliarden US-Dollar an Kapitalausgaben im Jahr 2025.
Analystenmeinung und Marktvergleich
Die von Alphabet erzielten Kursgewinne werden von anderen großen KI-Investoren wie Microsoft und dem Facebook-Mutterkonzern Meta Platforms nicht in gleichem Maße erreicht. Metas Aktienkurs fiel im nachbörslichen Handel um etwa 6 %, nachdem eine Investitionsstrategie offengelegt wurde, die von Investoren hinterfragt wird. Auch die Aktien von Microsoft gaben nach, obwohl das Unternehmen Quartalsergebnisse veröffentlichte, die die Analystenprognosen übertrafen.
Thomas Monteiro, Analyst bei Investing.com, kommentierte die Entwicklung von Alphabet mit den Worten: "Die Kernbotschaft ist, dass Alphabet die Investoren nicht länger bittet, KI-Ausgaben auf Vertrauen zu finanzieren." Dies unterstreicht die wachsende Überzeugung, dass Alphabets KI-Strategie konkrete Ergebnisse liefert.