
Amazon: Cramer sieht Potenzial bei preisbewussten Kunden und günstigerer Bewertung
ℹKeine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken
Amazon.com (AMZN) zieht derzeit die Aufmerksamkeit von Finanzanalysten und dem bekannten CNBC-Moderator Jim Cramer auf sich. Während die Aktie im letzten Jahr weitgehend stagnierte, sehen Experten Potenzial im Werbegeschäft und den Cloud-Diensten, während Cramer den Fokus auf das Einzelhandelsgeschäft und die Anziehungskraft auf preisbewusste Kunden legt.
Amazon im Fokus der Analysten und Jim Cramer
Die Aktien von Amazon.com, Inc. (NASDAQ:AMZN) zeigten sich im vergangenen Jahr weitgehend unverändert, verzeichneten jedoch seit Jahresbeginn einen Anstieg von 3,6 Prozent. Mitte Januar erhöhte TD Cowen das Kursziel für Amazon von 300 auf 315 US-Dollar und behielt die "Buy"-Einstufung bei, wie The Fly berichtete. Das Investmenthaus hob hervor, dass Amazons Werbegeschäft von einem Wachstum der Werbeausgaben profitieren könnte, da über 60 Prozent der Kunden des Unternehmens planen, ihre Ausgaben zu erhöhen.
Auch Bernstein bestätigte ein Kursziel von 300 US-Dollar und eine "Outperform"-Einstufung. Die Analysten kommentierten, dass Amazons Cloud-Geschäft, Amazon Web Services (AWS), sowie die Einzelhandelsmargen wachsen könnten. Jim Cramer konzentrierte sich in seinen jüngsten Äußerungen über das Unternehmen auf das Einzelhandelsgeschäft und wies darauf hin, dass Amazon.com, Inc. im Wettbewerb mit Walmart steht.
Preisbewusste Kunden und "Trade-down Deals"
Jim Cramer hob die Beliebtheit von Amazon bei preisbewussten Kunden hervor, die nach "Trade-down Deals" suchen. Er äußerte sich dazu wie folgt: „Mir gefiel die Tatsache, dass Jassy darüber sprach, wie die Leute sich nach unten orientieren, denn wenn man auf Amazon geht, gibt es so viele großartige Dinge, auf die man sich nach unten orientieren kann.“
In einem kostenbewussten Wirtschaftsumfeld, das von anhaltender Inflation geprägt ist, profitiert Amazon von seiner schieren Größe und seinem Wertversprechen. Die Fähigkeit des E-Commerce-Riesen, eine breite Palette von Produkten zu wettbewerbsfähigen Preisen anzubieten, macht ihn zu einer attraktiven Option für Verbraucher, die ihre Ausgaben optimieren möchten.
Bewertung und Anlegerstimmung: "Cheaper" statt "Cheap"
Kommentatoren bezeichnen das 12-Monats-Forward-Kurs-Gewinn-Verhältnis (P/E-Verhältnis) von AMZN als attraktiv für einen Einstieg. Jim Cramer merkte in einem X-Post an: „Vielleicht ist Amazons Multiple genug geschrumpft? Es wird nie ‚billig‘ sein, aber es ist sicherlich ‚billiger‘.“ Die Amazon-Aktie wird derzeit mit dem 32,9-fachen der für die nächsten 12 Monate erwarteten Gewinne gehandelt, ein Rückgang von 41,2-fach im Februar, dem höchsten Wert dieses Jahres, laut Koyfin-Daten.
Unter den "Magnificent 7"-Aktien weist Amazon das zweitniedrigste P/E-Verhältnis auf, nach Alphabet und gleichauf mit Apple. Ein niedriges P/E-Verhältnis kann darauf hindeuten, dass Anleger ein schwächeres Gewinnwachstum einpreisen oder die Aktie als unterbewertet ansehen. Die Aktie hat nach einer Rallye von Mitte April bis zum 1. August, als Amazon seine Quartalsergebnisse veröffentlichte, in einer Spanne gehandelt und befindet sich nun in einer viertägigen Gewinnserie.
Aktuelle Katalysatoren und Ausblick
Die Anleger bewerten ihre Positionen, nachdem Amazon sein zweitägiges "October Prime Day"-Event abgeschlossen hat, das als Auftakt zum Hauptgeschäft der Feiertagssaison gilt. Zudem stehen die Ergebnisse für das dritte Quartal bevor, deren Veröffentlichungstermin das Unternehmen noch nicht bekannt gegeben hat.
Auf Stocktwits war die Stimmung der Kleinanleger für AMZN als "neutral" eingestuft, bei "normalem" Nachrichtenvolumen. Mehrere Stocktwits-Nutzer bemerkten ein bullisches "Breakout"-Muster, das darauf hindeutet, dass AMZN ein Widerstandsniveau durchbrochen hat oder sich diesem nähert, was zu einer starken Aufwärtsbewegung führen könnte. Trotz der jüngsten Rallye hat die Aktie im Jahresverlauf lediglich 3,8 Prozent zugelegt und damit die Benchmark-Indizes S&P 500 und Nasdaq untertroffen.