Amazon führt 3,5% Treibstoff- und Logistikzuschlag für Händler ein: Iran-Krieg treibt Kosten

Amazon führt 3,5% Treibstoff- und Logistikzuschlag für Händler ein: Iran-Krieg treibt Kosten

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Amazon führt einen 3,5%igen "Treibstoff- und Logistikzuschlag" auf die Gebühren ein, die von Drittanbietern erhoben werden, die seine Fulfillment-Dienste nutzen. Diese Entscheidung, die in einer Mitteilung an die Verkäufer bekannt gegeben wurde, tritt am 17. April 2026 für Verkäufer in den USA und Kanada in Kraft. Der Schritt ist eine direkte Reaktion auf den anhaltenden Krieg im Iran, der in seine fünfte Woche geht und die Ölpreise stark ansteigen lässt.

Amazon reagiert auf steigende Kosten

Der E-Commerce-Riese begründet den Zuschlag mit "erhöhten Kosten in Fulfillment und Logistik", die die Betriebskosten branchenweit gesteigert haben. Amazon habe diese Kosten bisher absorbiert, müsse nun aber ähnlich wie andere große Spediteure temporäre Zuschläge einführen, um einen Teil der tatsächlichen Kostensteigerungen zu decken. Amazon-Sprecherin Ashley Vanicek betonte in einer Erklärung, der Zuschlag sei "deutlich niedriger" als die von anderen großen Spediteuren erhobenen Abgaben. Das Unternehmen bleibe dem Erfolg seiner Verkaufspartner sowie der Aufrechterhaltung einer breiten Auswahl und niedriger Preise für Kunden verpflichtet.

Details zur neuen Gebühr

Der 3,5%ige Zuschlag wird auf die Fulfillment-Gebühren der Verkäufer berechnet, nicht auf den Verkaufspreis der Artikel. Für Fulfillment by Amazon (FBA)-Sendungen in den USA entspricht dies im Durchschnitt zusätzlichen 17 Cent pro Einheit, wobei der Betrag je nach Artikelgröße und -abmessungen variiert. FBA ist Amazons weit verbreiteter Dienst, bei dem das Unternehmen das Kommissionieren, Verpacken und Versenden von Artikeln übernimmt; die Mehrheit der Drittanbieter nutzt FBA für ihre Produkte.

Neben FBA in den USA und Kanada gilt der Zuschlag ab dem 17. April 2026 auch für Remote Fulfillment mit FBA-Versand von den USA nach Kanada, Mexiko und Brasilien. Ab dem 2. Mai 2026 wird er zudem auf "Buy with Prime" in den USA und "Multi-Channel Fulfillment"-Dienste in den USA und Kanada angewendet. Amazon hat kein Enddatum für den Zuschlag genannt, beschreibt ihn aber als temporär und will die Bedingungen evaluieren.

Branchenweiter Trend

Amazon ist nicht das einzige Unternehmen, das mit den stark steigenden Ölpreisen zu kämpfen hat. Der Konflikt im Nahen Osten, insbesondere die Blockade der Schifffahrt durch die Straße von Hormus, hat die Preise für Rohöl in die Höhe getrieben. Die Juni-Futures für die internationale Benchmark Brent Crude stiegen um mehr als 6% auf 107,35 US-Dollar pro Barrel.

Die nationalen Durchschnittspreise für Benzin in den USA stiegen in den vier Wochen nach Kriegsbeginn um etwa 36% auf 4,1 US-Dollar pro Gallone, während Dieselpreise aufgrund gestörter Seewege sogar um 46% auf 5,5 US-Dollar pro Gallone kletterten. Diese Ölpreise sind die höchsten seit Mitte 2022, als die Märkte durch den Einmarsch Russlands in die Ukraine gestört wurden. Präsident Donald Trump kommentierte am Donnerstag die steigenden Benzinpreise und führte sie auf "deranged terror attacks against commercial oil tankers of neighboring countries" durch das iranische Regime zurück.

Auch andere große Logistikdienstleister reagieren auf die Kostenentwicklung:

  • Der U.S. Postal Service plant, ab dem 26. April 2026 einen Treibstoffzuschlag von 8% auf Pakete zu erheben.
  • Große Versanddienstleister wie UPS und FedEx haben seit Beginn des Iran-Krieges ebenfalls höhere Treibstoffzuschläge eingeführt.
  • Fluggesellschaften haben Flugpreise erhöht und Zuschläge auf Tickets erhoben, da die Jet-Treibstoffpreise steigen.

Auswirkungen und Ausblick

Die zusätzlichen Kosten kommen zu einer Zeit, in der die Margen für viele Amazon-Verkäufer bereits knapp sind. Amazon hatte bereits im Januar 2026 die FBA-Gebühren erhöht, im Durchschnitt um 0,08 US-Dollar pro verkaufter Einheit. Es ist nicht das erste Mal, dass Amazon einen solchen Zuschlag erhebt: Im Jahr 2022 wurde ein 5%iger Treibstoff- und Inflationszuschlag auf FBA-Dienste eingeführt, ebenfalls aufgrund steigender Lieferkettenkosten nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine.

Einige E-Commerce-Experten äußern sich jedoch skeptisch hinsichtlich der temporären Natur des Zuschlags. Noah Wickham, VP of Sales and Marketing bei der Amazon-Verkäuferagentur My Amazon Guy, äußerte in einem LinkedIn-Post Bedenken, dass der Zuschlag dauerhaft bleiben könnte, selbst wenn die Treibstoffpreise sinken. Er fügte hinzu, dass solche Gebühren die Gewinne der Verkäufer "langsam schmälern" und einige Händler möglicherweise von der Plattform drängen könnten.

Erwähnte Persönlichkeiten