
Amazon kauft Globalstar für $11,57 Mrd. und fordert Starlink heraus
ℹKeine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken
Amazon.com hat die Übernahme des Satellitenunternehmens Globalstar für 11,57 Milliarden US-Dollar angekündigt. Dieser strategische Schritt positioniert Amazon als direkten Herausforderer von Elon Musks SpaceX und dessen Starlink-Dienst im schnell wachsenden Satelliteninternetmarkt. Die Akquisition soll Amazons bestehendes "Leo"-Projekt stärken und die Bereitstellung von satellitenbasierten Internetdiensten beschleunigen.
Amazon fordert SpaceX heraus
Mit der Akquisition von Globalstar für 11,57 Milliarden US-Dollar zielt Amazon darauf ab, seine Position im Satelliteninternetmarkt deutlich zu stärken. Amazon wird die Satellitenoperationen, Infrastruktur und Vermögenswerte von Globalstar übernehmen und diese in sein bestehendes "Amazon Leo"-Projekt integrieren. Dieser Zusammenschluss soll Amazons Bemühungen vorantreiben, satellitenbasierte Internetdienste anzubieten, insbesondere in Gebieten ohne traditionelle Mobilfunknetze.
Ein strategischer Schachzug im Satellitenmarkt
Amazon plant, seine Fertigungskompetenz zu nutzen, um erschwinglichere Endgeräte für Kunden zu produzieren und somit die Kosten zu senken. Ein wichtiger Meilenstein für Amazon ist die Erfüllung der Anforderung der Federal Communications Commission (FCC), bis Juli 2026 1.618 Satelliten in Betrieb zu haben. Insgesamt strebt Amazon den Einsatz von rund 3.200 Satelliten im niedrigen Erdorbit bis 2029 an. Derzeit betreibt Amazon einige hundert Satelliten.
Globalstar und die Apple-Verbindung
Globalstar, ein in Louisiana ansässiges Unternehmen, betreibt ein Netzwerk von etwa zwei Dutzend Satelliten im niedrigen Erdorbit. Das Unternehmen bietet Sprach-, Daten- und Asset-Tracking-Dienste für Unternehmens-, Regierungs- und Verbrauchermärkte an. Globalstar ist auch bekannt für die Bereitstellung satellitenbasierter Sicherheitsfunktionen wie Emergency SOS und Find My für iPhone- und Apple Watch-Nutzer. Amazon hat eine separate Vereinbarung mit Apple unterzeichnet, um diese Satellitenkonnektivität für aktuelle und zukünftige Apple-Geräte weiterhin zu gewährleisten. Apple hatte im Jahr 2024 rund 1,5 Milliarden US-Dollar in Globalstar investiert, um die Erweiterung seiner iPhone-Kommunikationsdienste zu finanzieren, was dem Tech-Giganten auch eine 20-prozentige Beteiligung an Globalstar einbrachte.
Der Wettlauf im All: Amazon vs. Starlink
Elon Musks SpaceX hat mit seinem Starlink-Geschäft einen erheblichen Vorsprung im Satelliteninternetmarkt. Starlink verfügt über rund 11.800 eingesetzte Satelliten und über 10 Millionen aktive Kunden weltweit. Starlinks Ansatz basiert auf der Subventionierung von Endgeräten, was zu höheren Kosten für die Kundenakquise führt. Amazon hingegen plant, durch seine Fertigungsexpertise kostengünstigere Endgeräte anzubieten. Starlink entwickelt zudem Direct-to-Device (D2D)-Dienste durch Partnerschaften mit Telekommunikationsbetreibern wie T-Mobile. Armand Musey, Präsident und Gründer der Summit Ridge Group, kommentierte: "Amazon hinkte Starlink beim Satellitenbreitband hinterher. Die Übernahme von Globalstar ermöglicht es ihnen, bei ihrer D2D-Spektrumsposition aufzuholen und beim D2D-Einsatz einen Sprung nach vorne zu machen."
Ausblick und regulatorische Hürden
Die Akquisition von Globalstar wird voraussichtlich im nächsten Jahr abgeschlossen. Der Abschluss unterliegt jedoch noch regulatorischen Genehmigungen und der Erfüllung spezifischer Bereitstellungsmetriken durch Globalstar. Aktionäre von Globalstar können wählen, ob sie 90 US-Dollar in bar oder 0,3210 Amazon-Stammaktien für jede ihrer Globalstar-Aktien erhalten möchten. Austin Moeller, Director of Equity Research, merkte an, dass es im Sektor eine anhaltende Konsolidierung gibt, um mit SpaceX im Satellitenkommunikationsmarkt zu konkurrieren, angesichts der Skalierung und der nahezu unbegrenzten Startkapazität von SpaceX. Er erwartet, dass dieser Trend anhalten wird.