
Amazon kritisiert Saks-Insolvenzfinanzierung scharf: Millionen-Investment in Gefahr
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Der E-Commerce-Riese Amazon hat seine Unzufriedenheit mit der Geschäftspartnerschaft mit dem Luxus-Einzelhändler Saks Global deutlich gemacht. Nachdem Amazon im Dezember 2024 eine Vorzugsaktienbeteiligung von 475 Millionen US-Dollar an Saks Global erworben hatte, sieht das Unternehmen seine Investition nun als "vermutlich wertlos" an. Amazon hat einen Bundesrichter aufgefordert, die Finanzierungspläne für die Insolvenz des Einzelhändlers abzulehnen, da diese die Aussichten auf eine Rückgewinnung weiter verschlechtern würden.
Amazons Millionen-Investment in Saks Global in Gefahr
Amazon hatte im Dezember 2024 475 Millionen US-Dollar in Form von Vorzugsaktien in Saks Global investiert. Saks Global ist Eigentümer der Kaufhäuser Saks Fifth Avenue, Neiman Marcus und Bergdorf Goodman. Diese Investition erfolgte im Zuge der Finalisierung der Übernahme der Neiman Marcus Group durch Saks in einem 2,7 Milliarden US-Dollar schweren Deal.
Nur wenige Stunden nachdem Saks Global Insolvenz nach Chapter 11 mit einem Finanzierungspaket von 1,75 Milliarden US-Dollar beantragt hatte, reichten Amazons Anwälte eine gerichtliche Stellungnahme ein. Darin heißt es, die Beteiligung sei "nun vermutlich wertlos", nachdem Saks "kontinuierlich seine Budgets nicht eingehalten, Hunderte Millionen Dollar in weniger als einem Jahr verbrannt und zusätzliche Hunderte Millionen Dollar an unbezahlten Rechnungen gegenüber seinen Handelspartnern angehäuft" habe.
Die Hintergründe der Partnerschaft
Die Investition von Amazon war an eine kommerzielle Vereinbarung geknüpft. Diese sah vor, dass Saks Produkte auf der Amazon-Website unter einem "Saks at Amazon"-Storefront verkaufen sollte. Im Rahmen dieser Vereinbarung verpflichtete sich Saks, Amazon eine Vermittlungsgebühr für die auf der Online-Plattform verkauften Saks-Markenartikel zu zahlen.
Zudem garantierte Saks dem Megakonzern Zahlungen von mindestens 900 Millionen US-Dollar über einen Zeitraum von acht Jahren. Diese strategische Partnerschaft sollte die Präsenz von Saks im Online-Handel stärken und Amazon Zugang zum Luxussegment verschaffen.
Amazons scharfe Kritik am Sanierungsplan
In seiner im texanischen Bundesinsolvenzgericht eingereichten Klage argumentierte Amazon, der vorgeschlagene Insolvenzplan würde das Unternehmen und andere Gläubiger schädigen, indem er Saks mit zusätzlichen Schulden belaste. Amazons Anwälte führten an, die Finanzierung würde Saks mit "Milliarden von Dollar an Verpflichtungen ohne wesentlichen Nutzen" belasten.
Sie kritisierten zudem, dass der Wert der Flaggschiff-Einheiten von Saks Global unangemessen genutzt werde, um andere Schuldner auf Kosten ihrer Gläubiger, einschließlich Amazon, zu stützen. Amazon äußerte die Hoffnung, dass Saks seine Bedenken "lösen" werde.
Mögliche weitere Schritte und die Gerichtsentscheidung
Amazon warnte jedoch, dass es gezwungen sein könnte, "drastischere Maßnahmen" zu ergreifen. Dazu könnte die Ernennung eines Prüfers oder eines Treuhänders gehören, um die Situation zu untersuchen und die Interessen der Gläubiger zu wahren.
Unterdessen erteilte der Bundesrichter, der den Insolvenzfall von Saks beaufsichtigt, dem Unternehmen bei einer Gerichtsanhörung am Mittwoch die Genehmigung, eine erste Runde seiner Finanzierung in Anspruch zu nehmen. Vertreter von Saks und Amazon reagierten am Donnerstag nicht sofort auf Anfragen von Business Insider.