Amazon stärkt Last-Mile-Lieferung mit Rivr-Übernahme und Robotik-Fokus

Amazon stärkt Last-Mile-Lieferung mit Rivr-Übernahme und Robotik-Fokus

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Amazon hat das Schweizer Robotik-Unternehmen Rivr übernommen, um die Zustellung auf der letzten Meile zu revolutionieren. Die Akquisition, deren Bedingungen nicht offengelegt wurden, wurde diese Woche stillschweigend vollzogen und in einer Mitteilung an Drittanbieter-Lieferpartner bekannt gegeben. Dieser Schritt signalisiert Amazons verstärktes Engagement, autonome Maschinen in den Lieferprozess zu integrieren und die Logistikkosten zu senken.

Amazons strategischer Schachzug im Last-Mile-Segment

Die Übernahme von Rivr ist ein entscheidender Schritt in Amazons Bestreben, die "doorstep delivery" zu automatisieren. In der Mitteilung an seine Lieferpartner erklärte Amazon: "Wir glauben, dass diese Technologie, wenn sie mit Ihren [Liefermitarbeitern] zusammenarbeitet, das Potenzial hat, die Sicherheitsergebnisse und das gesamte Kundenerlebnis, insbesondere in den letzten Schritten des Lieferprozesses, weiter zu verbessern." Ein Amazon-Sprecher bestätigte gegenüber CNBC, dass die Akquisition "unser Engagement für kontinuierliche Investitionen in die Forschung" und Bemühungen zur Verbesserung der Sicherheit für die Liefermitarbeiter widerspiegelt.

Die Information war die erste, die über den Deal berichtete. Amazon ist auf ein Netzwerk von Tausenden von Drittanbieter-Vertragspartnern angewiesen, die Pakete ausschließlich für das Unternehmen zustellen. Diese Partner sind für den sogenannten Last-Mile-Teil der Lieferungen verantwortlich, also den Prozess, Pakete von einem Amazon-Lager zum Kunden nach Hause zu bringen.

Rivr: Technologie für die letzte Meile

Rivr, ehemals bekannt als Swiss-Mile, entwickelt Roboter, die bei der Zustellung auf der letzten Meile helfen sollen. Die Technologie des Unternehmens umfasst einen vierbeinigen Roboter auf Rädern. Amazon plant, diese Geräte zu erforschen und zu testen, wie sie in den Lieferbetrieb integriert werden können, einschließlich der Unterstützung von Liefermitarbeitern beim Transport von Paketen von Lieferfahrzeugen zu den Kunden.

Amazon betonte in seiner Mitteilung, dass man sich in einem frühen Stadium dieser Reise befinde und Feedback von Teams und Partnern sammeln werde, um die Technologie in Zukunft zu skalieren. Amazon hatte bereits zuvor über seinen 2022 aufgelegten $1 Milliarde schweren Industrial Innovation Fund in Rivr investiert. Auch Bezos Expeditions, die Venture-Capital-Firma von Amazon-Gründer Jeff Bezos, beteiligte sich im März letzten Jahres an Rivrs $22 Millionen Seed-Runde.

Automatisierung: Eine lange Amazon-Geschichte

Die Investition in Rivr ist Teil einer über zehnjährigen Strategie Amazons, mehr Aspekte seiner Lagerabläufe zu automatisieren. Amazon Robotics, die Einheit für diese Bemühungen, entstand 2012 nach der Übernahme von Kiva Systems, einem Hersteller von Lagerrobotern, für $775 Millionen. Im vergangenen Oktober gab das Unternehmen bekannt, dass es über 1 Million Roboter in seinem Betriebsnetzwerk eingesetzt hat.

Die Automatisierung der Last-Mile-Lieferung ist ein kritischer Punkt für Amazon. Das Unternehmen lieferte im vergangenen Jahr weltweit über 5,9 Milliarden Pakete. Die Kosten für die letzte Meile belasten die Margen, während die Liefergeschwindigkeit ein entscheidender Wettbewerbsfaktor ist. Rivrs Technologie verspricht, beide Probleme gleichzeitig anzugehen.

Auswirkungen auf die Lieferlogistik und Arbeitskräfte

Während Amazon offiziell die Verbesserung der Sicherheitsergebnisse für Lieferfahrer hervorhebt, ist die Realität komplexer. Autonome Lieferroboter könnten theoretisch Arbeitsunfälle und Fahrzeugunfälle reduzieren. Sie stellen jedoch auch eine grundlegende Veränderung in der Art und Weise dar, wie Amazon seine riesige Lieferbelegschaft betrachtet. Das Unternehmen beschäftigt derzeit Hunderttausende von Lieferfahrern über sein Delivery Service Partner-Programm, und jeder Schritt in Richtung Automatisierung wirft unweigerlich Bedenken hinsichtlich der Verdrängung von Arbeitskräften auf, wie aus der zusätzlichen Quelle hervorgeht.

Amazon hat bereits seit 2019 Lieferroboter getestet, die kühlergroßen autonomen Fahrzeuge in ausgewählten Stadtteilen eingesetzt. Der Fortschritt war jedoch langsam, und das Programm sah sich regulatorischen Hürden und technischen Herausforderungen bei der Navigation auf Gehwegen, Treppen und unvorhersehbarem Gelände gegenüber. Die Rivr-Akquisition deutet darauf hin, dass Amazon frische Technologie und Talente benötigt, um seinen Zeitplan zu beschleunigen.

Bezos' breitere Vision für Automatisierung

Die Übernahme von Rivr fügt sich in eine breitere Vision von Jeff Bezos ein. Das Wall Street Journal berichtete am Donnerstag, dass Bezos in frühen Gesprächen ist, um $100 Milliarden für einen Fonds zu sammeln. Dieser Fonds soll Fertigungsunternehmen in Sektoren wie Chipherstellung, Verteidigung und Luft- und Raumfahrt erwerben und dann KI nutzen, um die Automatisierung zu beschleunigen. Dies unterstreicht das langfristige Engagement von Amazon und seinem Gründer für die umfassende Integration von Automatisierung und künstlicher Intelligenz in verschiedene Industrien.