Amazon testet Prime-Versand ohne Login und externe Produktsuche

Amazon testet Prime-Versand ohne Login und externe Produktsuche

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Amazon erweitert seine Reichweite im E-Commerce mit zwei neuen Initiativen, die das Einkaufserlebnis für Kunden und die Möglichkeiten für Marken erweitern. Das Unternehmen testet ein Programm, das Prime-Versandvorteile auf externen Websites ohne Amazon-Login ermöglicht, sowie eine Funktion in seiner Shopping-App, die Produkte von Marken-Websites direkt in den Suchergebnissen anzeigt. Diese Schritte unterstreichen Amazons Strategie, seine Logistik und Produktsuche über den eigenen Marktplatz hinaus zu etablieren.

Prime-Versand auf externen Websites ohne Amazon-Login

Amazon pilotiert ein neues Programm, das es Käufern ermöglicht, Prime-Versandvorteile auf anderen Websites zu nutzen, ohne sich bei einem Amazon-Konto anmelden zu müssen. Diese Initiative, intern als "Confidential Product" bezeichnet, wird derzeit mit einer kleinen Gruppe von Händlern getestet, die Amazons Multi-Channel Fulfillment (MCF) Dienste nutzen. MCF erlaubt Drittanbietern, Amazons Logistiknetzwerk für die Abwicklung von Bestellungen von externen Websites zu verwenden.

Das Angebot richtet sich an Direct-to-Consumer (DTC)-Marken, die Prime-Versand auf ihren eigenen Websites anbieten möchten, während sie die volle Kontrolle über den Checkout-Prozess behalten. Amazon validiert und synchronisiert dabei die Prime-Benutzerkonten im Hintergrund. Laut einer E-Mail-Einladung von Amazon ermöglicht das Programm "Ihren DTC-Kunden, die Prime-Mitglieder sind, schnellen, kostenlosen Prime-Versand direkt auf Ihrer Website zu erhalten – ohne sich bei Amazon Prime anmelden zu müssen." Es integriert sich nahtlos in bestehende Checkout-Abläufe und Zahlungsmethoden, wobei die Kontrolle über Kundendaten und Branding bei der Marke verbleibt.

Dieser Test ist eine Weiterentwicklung von "Buy with Prime", Amazons Bestreben, Prime-Bestellungen auch außerhalb des eigenen Marktplatzes zu ermöglichen. Der entscheidende Unterschied des neuen Piloten ist die Entfernung der Anmeldeanforderung, die bisher einen Reibungspunkt darstellte. Ein Amazon-Sprecher erklärte gegenüber Business Insider: "Wir sind stets innovativ im Namen der Kunden, einschließlich des Testens neuer Funktionen, um zu sehen, was für sie am besten funktioniert."

Zielgruppe und strategische Bedeutung

Das Pilotprogramm zielt laut Noah Wickham, VP of Sales and Marketing bei My Amazon Guy, auf eine spezifische Gruppe von Verkäufern ab: Marken mit etablierten Off-Amazon-Geschäften, deren eigene Websites oft mehr Umsatz generieren als ihre Amazon-Shops. Wickham kommentierte: "Dies ist Amazons Vorstoß, Käufer anzusprechen, die normalerweise nicht Amazons Plattform nutzen – über Verkäufer, die eine größere Direct-to-Consumer-Präsenz als auf Amazon haben."

Dieser Fokus spiegelt eine Herausforderung wider, der sich Amazon bei der Ausweitung seiner Logistikdienste über den eigenen Marktplatz hinaus gegenübersieht. Viele Marken zögerten, Kundenbeziehungen abzugeben und ihre Markenidentität zu verwässern. Durch das Entfernen der Anmeldeanforderung und die Minimierung des Amazon-Brandings scheint das Unternehmen diese Bedenken zu adressieren. Die Einladung betonte, dass Marken "die Kontrolle über die Marke behalten", indem sie etablierte Einkaufsmuster wie kostenlose Versandgrenzen, Abonnementbestellungen und die Flexibilität zur Anpassung an eigene DTC-Shop-Richtlinien für Rücksendungen und Kundenservice beibehalten können.

Produktsuche über den Amazon-Marktplatz hinaus

Parallel dazu experimentiert Amazon mit einer neuen Funktion, die es Käufern ermöglicht, Produkte von externen Marken-Websites direkt in der Amazon Shopping App zu entdecken. In einem Blogbeitrag vom 11. Februar 2025 kündigte das Unternehmen an, ein Beta-Programm zu testen, das ausgewählte Produkte von anderen Marken-Websites in den Suchergebnissen für eine begrenzte Gruppe von US-Kunden anzeigt.

Wenn Kunden in der Amazon App nach Artikeln suchen, die nicht direkt über Amazons Marktplatz verkauft werden, können sie nun Produkte von externen Einzelhändlern sehen. Beim Antippen eines solchen Artikels erhalten sie eine Benachrichtigung, dass sie Amazon verlassen und zur offiziellen Website der Marke weitergeleitet werden, um Preise und Versandoptionen zu prüfen und den Kauf abzuschließen. Amazon erklärte, dass die Produktdetails in den Suchergebnissen direkt von den Websites der Marken stammen und regelmäßig aktualisiert werden.

Erweiterte Produktauswahl und Datenschutz

Diese Funktion soll die Produktsuche verbessern und Kunden Zugang zu einer breiteren Auswahl über die bereits auf der Plattform verfügbaren Hunderten von Millionen Produkten hinaus ermöglichen. Rajiv Mehta, Amazons Vice President of Search and Conversational Shopping, betonte, dass das Unternehmen weiterhin neue Wege erkundet, um den Komfort zu verbessern und die Produktauswahl für Käufer zu erweitern.

Amazon hat zugesichert, dass persönliche Daten der Nutzer nicht an Marken weitergegeben werden, wenn diese auf externe Links klicken. Sobald Kunden jedoch auf der Website der Marke sind, unterliegen sie deren Datenschutzrichtlinien und Nutzungsbedingungen. Einige an dem Test teilnehmende Marken könnten "Buy with Prime" anbieten, ein Checkout-Service, der Prime-Mitgliedern die Nutzung ihres Amazon-Kontos und ihrer Zahlungsinformationen auf externen Einzelhandelsseiten ermöglicht, obwohl der Test nicht darauf beschränkt ist. Das Beta-Programm ist derzeit für eine Untergruppe von US-Nutzern auf iOS und Android verfügbar und soll basierend auf dem Feedback erweitert werden.