Amazon übertrifft Erwartungen: Cloud-Geschäft treibt Gewinn und Umsatz an

Amazon übertrifft Erwartungen: Cloud-Geschäft treibt Gewinn und Umsatz an

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Amazon hat im ersten Quartal seines Geschäftsjahres 2026 sowohl den Gewinn als auch den Nettoumsatz deutlich gesteigert und damit die Erwartungen der Analysten übertroffen. Haupttreiber dieser positiven Entwicklung war das florierende Cloud-Computing-Geschäft von Amazon Web Services (AWS). Das Unternehmen blickt zudem optimistisch auf das laufende Quartal.

Starke Ergebnisse im ersten Quartal

Für den am 31. März endenden Dreimonatszeitraum meldete Amazon am Mittwoch einen Gewinn von 30,3 Milliarden US-Dollar, was 2,78 US-Dollar pro Aktie entspricht. Im Vorjahreszeitraum lag der Gewinn bei 17,1 Milliarden US-Dollar oder 1,59 US-Dollar pro Aktie. Der Nettoumsatz stieg um 17 Prozent auf 181,5 Milliarden US-Dollar, verglichen mit 155,7 Milliarden US-Dollar im Vorjahresquartal.

Analysten hatten laut FactSet einen Gewinn von 1,63 US-Dollar pro Aktie bei einem Umsatz von 177,28 Milliarden US-Dollar erwartet. Die Ergebnisse unterstreichen die anhaltend hohe Nachfrage nach Amazons Dienstleistungen und Technologien.

AWS als Wachstumstreiber

Das Cloud-Computing-Segment Amazon Web Services (AWS) erwies sich erneut als entscheidender Wachstumsmotor. Die Umsätze in dieser Einheit stiegen im Zeitraum Januar bis März um 28 Prozent auf 37,58 Milliarden US-Dollar, was das schnellste Wachstum seit 15 Quartalen darstellt. Im vierten Quartal des Vorjahres lag das Wachstum bei 24 Prozent, im dritten Quartal bei 20 Prozent.

Analysten hatten für AWS einen Umsatz von 36,6 Milliarden US-Dollar prognostiziert, den Amazon ebenfalls übertraf. CEO Andy Jassy betonte in einer Mitteilung vom Mittwoch, dass Amazon inmitten einiger der größten Umbrüche unserer Lebenszeit gut positioniert sei, um eine führende Rolle zu spielen.

Strategische Investitionen und KI-Partnerschaften

Amazon tätigt erhebliche Investitionen in Zukunftstechnologien. Das Unternehmen plant Ausgaben von 200 Milliarden US-Dollar für Künstliche Intelligenz (KI), Roboter, Halbleiter und Satelliten in diesem Jahr. Dies entspricht einer Steigerung von 60 Prozent gegenüber den 128 Milliarden US-Dollar an Investitionsausgaben im Vorjahr.

Diese Investitionen hatten im Februar zunächst zu einem Rückgang der Aktie um 11 Prozent im nachbörslichen Handel geführt. Andy Jassy verteidigte die Ausgaben jedoch und äußerte die Erwartung langfristiger Renditen auf das investierte Kapital.

Aktuelle Partnerschaften im KI-Bereich stärken Amazons Position:

  • Eine "große Erweiterung" der Partnerschaft mit OpenAI, dem Hersteller von ChatGPT, wurde am Dienstag, den 28. April 2026, bekannt gegeben. Dies folgte auf die Lockerung der Beziehungen von OpenAI zu Microsoft.
  • Anthropic verpflichtete sich letzte Woche, über die nächsten zehn Jahre mehr als 100 Milliarden US-Dollar in Amazons AWS-Cloud-Plattform zu investieren. Ziel ist das Training und der Betrieb des Claude-Chatbots von Anthropic, wobei bis zu 5 Gigawatt von Amazons Trainium-Chips genutzt werden sollen.
  • Meta, Eigentümer von Instagram, WhatsApp und Facebook, unterzeichnete ebenfalls letzte Woche eine Vereinbarung zur Nutzung von AWS’ Graviton-Chips für agentische KI.

Herausforderungen und operative Verbesserungen

Trotz der starken Ergebnisse sieht sich Amazon, wie andere Einzelhändler auch, mit steigenden Kosten konfrontiert. Dazu gehören höhere Zölle aufgrund der Außenhandelspolitik von Präsident Donald Trump sowie steigende Versandkosten, die durch den Iran-Krieg und dessen Auswirkungen auf Öl- und Kraftstoffpreise beeinflusst werden könnten. Amazon kündigte diesen Monat eine temporäre Treibstoff- und Logistikzuschlag von 3,5 Prozent für einige Drittanbieter an, der seit dem 17. April gilt.

Gleichzeitig beschleunigt Amazon die Lieferzeiten durch den Einsatz von Robotik, KI-Technologie und effizienteren Lagerhaltungsprozessen. Diese Verbesserungen trugen dazu bei, dass Amazon im Februar Walmart als umsatzstärkstes Unternehmen der USA ablöste, so Fortune.

Ein neuer ultraschneller Dienst namens Amazon Now bietet Lieferungen von Tausenden von Artikeln in 30 Minuten oder weniger an. Dieser Dienst ist bereits in verschiedenen Städten in Indien, Mexiko und den Vereinigten Arabischen Emiraten verfügbar und wird in den USA und Großbritannien getestet. Amazon gab am Mittwoch bekannt, dass der Dienst auf Teile Tokios und acht Großstädte in Brasilien ausgeweitet wurde, wodurch er nun Millionen von Kunden in neun Ländern erreicht. Eine weitere Expansion in den USA und weltweit ist für dieses Jahr geplant.

Ausblick und Analystenerwartungen

Für das laufende Quartal prognostiziert Amazon einen Nettoumsatz zwischen 194 Milliarden und 199 Milliarden US-Dollar. Dies würde einem Anstieg von 16 bis 19 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal entsprechen. Analysten hatten für diesen Zeitraum 188,96 Milliarden US-Dollar erwartet, was Amazons optimistischen Ausblick unterstreicht.

Die Aktie des Unternehmens reagierte nachbörslich zunächst mit einem Rückgang von fast 2 Prozent, erholte sich jedoch anschließend und stieg um etwa 3 Prozent. Die Veröffentlichung der Amazon-Ergebnisse erfolgte am selben Tag wie die von Microsoft, Meta und Alphabet, was Investoren einen umfassenden Einblick in die KI-Ausgaben und das Cloud-Wachstum der gesamten Branche ermöglichte.

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