
Amazon vor entscheidenden Quartalszahlen: Aktie im Wartestand
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Die Amazon.com (NASDAQ: AMZN) Aktie notierte in der Woche des 20. Januar bei rund 230 US-Dollar, während sich der Tech-Gigant auf seinen ersten Ergebnisbericht des Jahres vorbereitet, der Anfang Februar erwartet wird. Technisch gesehen befindet sich die Amazon Aktie weiterhin in einem Aufwärtstrend, gestützt durch eine klare Abfolge höherer Tiefs, wirkt aber zunehmend unentschlossen.
Seit Wochen tut sich Amazon schwer, das im November erreichte Rekordhoch zu überwinden. Diese Zögerlichkeit hat die Aktie in der Schwebe gehalten, während der breitere Markt neue Höchststände erreichte. Diese für Amazon seltene Divergenz macht den bevorstehenden Bericht umso wichtiger.
Amazon Aktie im Fokus: Zwischen Stagnation und Aufwärtstrend
Die Amazon Aktie hat sich von ihrem im November erreichten Hoch zurückgezogen und muss nun schnell wieder an Dynamik gewinnen, um nicht tiefer zu fallen. Die Tatsache, dass Amazon seine Struktur höherer Tiefs beibehalten hat, ist ermutigend und deutet darauf hin, dass Käufer bei Schwäche weiterhin einsteigen. Ohne Fortschritt können Trends jedoch nicht unbegrenzt überleben. Die Aktie muss beweisen, dass sie ein neues Hoch setzen kann, um den anhaltenden Optimismus zu rechtfertigen.
Die Beweislast liegt derzeit bei den Bullen. Ein starker Ergebnisbericht könnte die Amazon Aktie aus ihrem Dornröschenschlaf wecken. Die Erwartungen sind hoch, dass dies geschehen wird und 2026 ein solides Jahr für Amazon wird.
Erwartungen an die Quartalszahlen Q4 2025
Die Bühne ist bereitet für einen wichtigen Katalysator. Amazon wird seine Ergebnisse für das vierte Quartal 2025 am Donnerstag, den 5. Februar 2026, nach Börsenschluss bekannt geben. Für eine Aktie, die im Leerlauf feststeckte, ist dieses Ereignis das Einzige, was die Pattsituation durchbrechen kann.
Die Markterwartungen sind bereits sehr hoch. Analysten prognostizieren einen starken Gewinn pro Aktie (EPS) von 1,03 US-Dollar für das vierte Quartal, was einem Anstieg von 63,5 % gegenüber dem Vorjahr entsprechen würde. Dies ist ein massiver Sprung gegenüber dem Vorjahresquartal. Die aktuelle Seitwärtsbewegung der Amazon Aktie deutet darauf hin, dass diese Erwartungen bereits eingepreist sind. Ein Scheitern, diese hohe Messlatte zu erreichen oder zu übertreffen, könnte eine starke Umkehr auslösen. Ein überragendes Ergebnis könnte die Aktie jedoch endlich deutlich über ihr November-Hoch treiben.
Strategie 1: Der aggressive "Catch-Up"-Trade
Ein aggressiverer Ansatz für Anleger, die glauben, dass die Amazon Aktie vom Markt unfair bewertet wird, könnte der Kauf vor den Quartalszahlen sein. Die Prämisse hierbei wäre, dass ein solider Ergebnisbericht die Aktie für einen "Catch-Up"-Trade positionieren würde. Nach einer Underperformance im Jahr 2025, während der breitere Markt von Hoch zu Hoch eilte, könnte ein bullischer Bericht die Tür zu einer scharfen Rallye öffnen.
Analystenunterstützung, sowohl aus dem letzten Quartal als auch im bisherigen Verlauf des Jahres 2026, untermauert diese Ansicht. Jüngste Bestätigungen und Hochstufungen, wie die von Scotiabank und New Street Research, gingen mit Kurszielen von Mitte 260 US-Dollar bis 350 US-Dollar einher. Dies macht es schwierig zu argumentieren, dass AMZN derzeit nicht massiv unterbewertet ist. Selbst angesichts steigender geopolitischer Risiken argumentieren Unternehmen wie Wedbush weiterhin, dass Large-Cap-Tech, einschließlich Amazon, einer der attraktivsten Bereiche bleibt.
Strategie 2: Abwarten und Bestätigung suchen
Die vorsichtigere Strategie besteht darin, abzuwarten, bis die Ergebnisse einen Teil der Unsicherheit beseitigen. Da die Amazon Aktie so lange seitwärts gehandelt wurde, hat sie einen Teil des Vertrauens eingebüßt, das sie in den letzten Jahren aufgebaut hatte. Es gibt ein legitimes Argument, dass die Aktie beweisen muss, dass das Wachstum nicht ins Stocken geraten ist, bevor sie höher steigen kann.
Dieser Ansatz berücksichtigt auch Makrorisiken. Da die Märkte sensibel auf aktuelle geopolitische Schlagzeilen reagieren, könnte selbst ein ordentlicher Ergebnisbericht auf eine gedämpfte Reaktion stoßen, wenn er nicht alle Erwartungen der Bullen erfüllt. Das Abwarten ermöglicht es Anlegern, eine potenzielle "Sell-the-News"-Reaktion zu vermeiden und erst einzusteigen, wenn die Richtung klarer ist. Der Kompromiss ist natürlich, dass Klarheit und Komfort oft zu einem höheren Preis kommen.
Wachstumstreiber: AWS und KI-Initiativen
Jüngste Diskussionen in sozialen Medien konzentrierten sich auf Amazons Cloud-Computing-Sparte AWS. Viele heben das gemeldete Wachstum von 20-23 % im Jahresvergleich als wichtigen Treiber für die zukünftige Profitabilität hervor. Es gibt eine bemerkenswerte Begeisterung darüber, wie KI-Workloads diese Beschleunigung vorantreiben und das Unternehmen als führend in der Tech-Innovation positionieren. Dieser Fokus spiegelt eine starke Verschiebung von Amazon vom Einzelhandel zu margenstarken Dienstleistungen wider.
Amazon investiert zudem stark in Robotik und Künstliche Intelligenz (KI), um seine Abläufe effizienter zu gestalten und Kosten zu senken. Das Unternehmen ist der weltweit führende Hersteller und Betreiber von Robotern und setzt über 1 Million davon in seinen Logistikzentren ein. Diese Roboter werden zunehmend komplexer und werden von seinem Deepfleet AI-Modell gesteuert. Amazon nutzt KI auch in seinem gesamten Geschäft, um Lieferungen zu beschleunigen und effizienter zu werden.
Darüber hinaus beschleunigt Amazon das Umsatzwachstum in seinem Cloud-Computing-Geschäft, Amazon Web Services (AWS). Kürzlich wurde eine riesige Rechenzentrumsanlage für Anthropic gebaut, die das Umsatzwachstum im Jahr 2026 vorantreiben soll. Zudem wurde ein großer Siebenjahresvertrag über 38 Milliarden US-Dollar mit OpenAI unterzeichnet. Das Unternehmen erhöht auch weiterhin seine Investitionsausgaben (Capex), um die wachsende Nachfrage nach seinen Cloud-Diensten zum Aufbau und Betrieb von KI-Modellen und -Anwendungen zu decken.
Finanzielle Kennzahlen und Bewertung
Im dritten Quartal 2025 erzielte Amazon einen Umsatz von 180,2 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 13,4 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Der Umsatz in Nordamerika stieg im dritten Quartal um 11 %, während das bereinigte Betriebsergebnis um 28 % zulegte. Diese operative Hebelwirkung resultiert maßgeblich aus den Investitionen des Unternehmens in Robotik und KI.
Trotz der Erholung von den Tiefstständen ist die Amazon Aktie weiterhin attraktiv bewertet. Sie wird mit einem Forward-Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von etwa dem 25-fachen der Analystenschätzungen gehandelt. Im Vergleich dazu liegen Walmart und Costco bei über dem 40-fachen, obwohl Amazon ein stärkeres Umsatz- und Gewinnwachstum im Einzelhandel aufweist. Das aktuelle KGV von Amazon liegt bei 32,63.
Insider- und Kongress-Handelsaktivitäten
In den letzten sechs Monaten haben Amazon-Insider 56 Mal AMZN-Aktien auf dem freien Markt gehandelt. Dabei gab es 0 Käufe und 56 Verkäufe. Zu den prominenten Verkäufern gehören Jeffrey P. Bezos (Executive Chair), der 6.493.568 Aktien für geschätzte 1.490.916.755 US-Dollar verkaufte, sowie Douglas J. Herrington (CEO Worldwide Amazon Stores), David Zapolsky (Senior Vice President), Andrew R. Jassy (President and CEO), Matthew S. Garman (CEO Amazon Web Services) und Brian T. Olsavsky (Senior Vice President and CFO).
Im gleichen Zeitraum haben Mitglieder des Kongresses 26 Mal AMZN-Aktien gehandelt, davon 18 Käufe und 8 Verkäufe.