Amazon: Zölle "schleichen" sich in Preise ein – Lagerbestände erschöpft

Amazon: Zölle "schleichen" sich in Preise ein – Lagerbestände erschöpft

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Die Auswirkungen der von der Trump-Regierung verhängten Zölle beginnen sich nun auch im Einkaufswagen von Amazon-Kunden bemerkbar zu machen. Amazon CEO Andy Jassy erklärte auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos, dass die Lagerbestände vorab importierter Waren erschöpft seien, was zu einer Weitergabe höherer Kosten an die Verbraucher führe. Dies markiert eine deutliche Veränderung gegenüber früheren Einschätzungen.

Zölle "schleichen" sich in Amazon-Preise ein

Amazon CEO Andy Jassy hat auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos gegenüber CNBC-Reporterin Becky Quick bestätigt, dass die von der Trump-Regierung verhängten Zölle zunehmend in den Preisen von Produkten auf der E-Commerce-Plattform sichtbar werden. Der Grund dafür ist, dass die von Händlern vorab importierten und eingelagerten Waren, die dazu dienten, die Auswirkungen der Zölle abzufedern, nun weitgehend aufgebraucht sind. Jassy merkte an, dass Verbraucher "mehr von diesem Einfluss sehen werden", da die Zölle sich in den Preisen "einschleichen".

Händler vor schwieriger Wahl

Laut Jassy stehen die Drittanbieter auf Amazon vor einer Entscheidung: Einige Händler geben die höheren Kosten in Form von höheren Preisen an die Konsumenten weiter. Andere entscheiden sich dafür, die Kosten zu absorbieren, um die Nachfrage anzukurbeln, während wieder andere einen Mittelweg wählen. Amazon selbst agiert hauptsächlich als E-Commerce-Plattform für unabhängige Verkäufer und kann Preissteigerungen daher nicht direkt kontrollieren.

Die Realität der Einzelhandelsmargen

Jassy betonte die Herausforderung für den Einzelhandel: "Ab einem bestimmten Punkt, weil der Einzelhandel, wie Sie wissen, ein Geschäft mit einer operativen Marge im mittleren einstelligen Bereich ist, gibt es nicht viele Möglichkeiten, dies zu absorbieren, wenn die Kosten der Menschen um 10 % steigen." Er fügte hinzu: "Man hat keine endlosen Optionen." Typische Margen im Einzelhandel liegen oft nur bei 2-4 % für viele Kategorien. Obwohl Amazon bestrebt ist, die Preise "so niedrig wie möglich" zu halten, können Preiserhöhungen manchmal unvermeidlich sein.

Wandel der Einschätzung

Noch im Juni 2025 hatte Jassy in einem CNBC-Interview erklärt, dass viele der Drittanbieter von Amazon "viel Inventar vorab eingesetzt" hätten, um Unsicherheiten bezüglich der Zölle zu vermeiden. Zu diesem Zeitpunkt hatte er keine "merklich gestiegenen Preise" festgestellt. Die Strategie, Lagerbestände vor Inkrafttreten der Zölle aufzubauen, hatte eine Zeit lang funktioniert, ist nun aber erschöpft. Bereits im April hatten Amazon-Verkäufer gegenüber CNBC angedeutet, Preiserhöhungen in Betracht zu ziehen oder umzusetzen.

Rechtliche Prüfung und wirtschaftliche Folgen

Die meisten der von der Trump-Regierung verhängten Zölle wurden unter präsidialen Notstandsbefugnissen erlassen, einschließlich einer 10-prozentigen Grundabgabe auf fast alle Importe. Das Recht des Präsidenten, solche Zölle zu erheben, wird derzeit vom US Supreme Court überprüft, nachdem mehrere kleine Unternehmen Klagen eingereicht hatten. Sollte der Oberste Gerichtshof diese Zölle für verfassungswidrig erklären, könnte die Regierung laut Finanzminister Scott Bessent mit Rückerstattungen in Höhe von 1 Billion US-Dollar an betroffene Unternehmen konfrontiert sein.

Wer trägt die Last der Zölle?

Eine Studie des Kiel Institute for the World Economy, einer deutschen Denkfabrik, zeigt auf, dass 96 % der neuen Einnahmen, die vom US-Zoll erhoben werden, von amerikanischen Verbrauchern getragen werden. Ausländische Exporteure schulterten demnach nur 4 % der Belastung. Dies unterstreicht, dass die Kosten der Zölle primär bei den Endverbrauchern ankommen.

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