Amazons KI-Shopping-Tool: Ärger bei Online-Händlern über ungewollte Listungen

Amazons KI-Shopping-Tool: Ärger bei Online-Händlern über ungewollte Listungen

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Amazon hat mit seinem neuen KI-Shopping-Tool "Shop Direct" bei einigen Online-Händlern für Unmut gesorgt. Diese Unternehmen geben an, dass ihre Produkte ohne ihre Zustimmung von Amazon erfasst und auf dem Marktplatz des E-Commerce-Riesen gelistet wurden. Die Entwicklung wirft Fragen zur Datenhoheit und zur Autonomie von Drittanbietern im Online-Handel auf.

Amazons "Shop Direct" und der "Buy for Me"-Agent

Im Februar kündigte Amazon die Funktion "Shop Direct" an, die es Verbrauchern ermöglicht, Artikel von Websites anderer Marken direkt auf Amazon zu durchsuchen. Ein Teil dieser Funktion ist der "Buy for Me"-Agent, eine künstliche Intelligenz, die Produkte im Namen eines Käufers von externen Websites erwerben kann. Amazon bewirbt diese Dienste, die sich derzeit in einer Testphase für einige US-Nutzer befinden, als Möglichkeit für Kunden, "jedes gewünschte und benötigte Produkt zu finden", auch solche, die nicht direkt auf der Amazon-Plattform verfügbar sind. Über das letzte Jahrzehnt hat Amazon zunehmend auf Drittanbieter für Produkte gesetzt, wobei nach eigenen Angaben über 60 % der Verkäufe auf seiner Einzelhandelsplattform von unabhängigen Verkäufern stammen.

Unerwünschte Listungen und fehlende Zustimmung

In den letzten Wochen äußerten einige Unternehmen ihren Unmut darüber, dass ihre Produkte ohne ihre Erlaubnis auf Amazon verkauft wurden. Berichte auf Reddit und Instagram zeigen, dass Händler in einigen Fällen feststellten, dass das Programm Produkte listete, die sie nie verkauft hatten oder die nicht auf Lager waren. Dies führte zu Verwirrung und potenziellen Problemen bei der Auftragsabwicklung.

Konkrete Fälle und die Folgen für Händler

Hitchcock Paper, ein Schreibwarengeschäft aus Virginia, äußerte sich Ende Dezember in einem Instagram-Post kritisch: "Klingt nach einem großartigen Programm, bis die agentische KI anfängt, Kunden Dinge zu verkaufen, die man nicht hat, während Ihr Geschäft keine Ahnung hat, dass es die falschen Artikel an den Kunden sendet." Das Unternehmen entdeckte seine Beteiligung an dem Programm, als es Bestellungen für ein Stressball-Produkt erhielt, das es nicht verkauft, von einer E-Mail-Adresse "buyforme.amazon".

Angie Chua, CEO von Bobo Design Studio, berichtete, dass sie letzte Woche Bestellungen vom Amazon "Buy for Me"-Agenten erhielt, obwohl sie sich nicht für das Programm angemeldet hatte. Ihr Unternehmen verkauft Schreibwaren und Journaling-Zubehör über ihre Shopify-Website sowie ein Ladengeschäft in Palm Springs, Kalifornien. Chua kontaktierte Amazon gemäß den Anweisungen in den FAQ auf deren Website, um die Entfernung ihrer Produkte zu beantragen. Die Listungen wurden innerhalb weniger Tage entfernt, doch die Erfahrung hinterließ bei ihr das Gefühl, "ausgenutzt" worden zu sein.

Die Reaktion der betroffenen Unternehmen

Angie Chua beschrieb die Situation als unfreiwilliges Dropshipping. Sie erklärte: "Wir wurden gezwungen, Dropshipper auf einer Plattform zu sein, von der wir bewusst entschieden haben, nicht Teil zu sein." Dropshipping ist ein Online-Handelsmodell, bei dem Produkte an Kunden verkauft werden, ohne das Inventar selbst zu lagern. Die Kritik der Händler konzentriert sich darauf, dass ihre Produktdaten ohne explizite Zustimmung gesammelt und genutzt werden, was die Kontrolle über ihr eigenes Sortiment und ihre Markenpräsenz untergräbt. Die Vorfälle zeigen die Herausforderungen, die neue KI-gestützte E-Commerce-Funktionen für unabhängige Online-Händler mit sich bringen können.

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