Amazons KI-Strategie: Pragmatismus, Transparenz und Produktivitätsziele

Amazons KI-Strategie: Pragmatismus, Transparenz und Produktivitätsziele

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Amazon intensiviert seine Bemühungen, Künstliche Intelligenz (KI) ins Zentrum seiner Engineering-Kultur zu rücken. Das Einzelhandelsgeschäft des Konzerns, bekannt als "Stores", hat dazu interne "AI-native engineering tenets" formalisiert, die einen pragmatischen Ansatz für die KI-Entwicklung skizzieren und Transparenz sowie Effizienz betonen.

Amazons "AI-native" Strategie und ehrgeizige Ziele

Die internen Richtlinien sind ein Kernstück von Amazons umfassender "AI-native" Strategie, die darauf abzielt, die Nutzung von KI über Tausende von Teams hinweg zu skalieren und die Akzeptanz genau zu verfolgen. Montana MacLachlan, eine Amazon-Sprecherin, erklärte gegenüber Business Insider, dass die Integration von KI über den gesamten Entwicklungslebenszyklus die bedeutsamsten Fortschritte bei der Kundeninnovation und Liefergeschwindigkeit ermögliche.

Amazon hat für einige Engineering-Teams im Bereich "Stores" ehrgeizige Ziele für 2026 festgelegt. Das Unternehmen verfolgt detailliert, wie oft Software-Ingenieure KI nutzen und wie dies die Leistung beeinflusst. Mehr als 2.100 Engineering-Teams sollen die Geschwindigkeit der Software-Code-Veröffentlichung durch "AI-native" Praktiken verdreifachen, während eine kleinere Gruppe von mindestens 25 Teams die Leistung in diesem Jahr verzehnfachen soll. Der Fortschritt dieser Ziele wird vom Senior Leadership Team, dem S-Team, genau überwacht.

Die sechs internen KI-Prinzipien von Amazon

Amazon hat sechs zentrale Prinzipien für die KI-Einführung definiert, die einen klaren Rahmen für die Entwicklung und Implementierung bieten:

  • Delivery first, cost second: Funktionierende, effektive Lösungen haben Vorrang vor günstigen. Das bedeutet, dass zunächst gebaut und erst später die Rechenkosten optimiert werden.
  • AI-native is not AI-exclusive: Es wird der beste Ansatz zur Problemlösung gewählt. Manchmal erfordert dies KI, und manchmal ist die KI ein Large Language Model (LLM), aber nicht immer.
  • Cutting edge, not bleeding edge: Amazon wird nicht versuchen, mit der KI-Technologie Schritt zu halten. Stattdessen wird Flexibilität bewahrt, um bei Bedarf zu wechseln, wenn die Vorteile die Kosten überwiegen, auch wenn dies bedeutet, auf die neuesten Verbesserungen zu verzichten.
  • With you, not for you: Amazon verlässt sich auf die Expertise bestehender Teams und wird nicht zu Domänenexperten in deren Bereichen. Die Teilnahme an Pilotprojekten erfordert die Einbringung von Domänenexpertise und Zeitinvestitionen.
  • Not all preferences are requirements: Obwohl das Ziel ist, Kunden zu begeistern, werden nicht alle Präferenzen berücksichtigt. Stattdessen wird für Hunderte von Teams optimiert, nicht nur für wenige.
  • No black boxes: Alle implementierten Lösungen müssen auditierbar, verständlich und nachvollziehbar sein. Leistung und Kostenoptimierungen werden zugunsten des menschlichen Verständnisses und der Nachvollziehbarkeit zurückgestellt.

Messung des Erfolgs und die "Goodhart's Law"

Amazon misst die Einführung von KI-Tools und das Engagement der Ingenieure, während es gleichzeitig vor der intern als "Goodhart's Law" bekannten Gefahr warnt. Dieses Prinzip besagt, dass eine Messgröße, sobald sie zum Ziel wird, aufhört, eine gute Messgröße zu sein, da Menschen sich natürlich an neue Metriken anpassen. Das Unternehmen fördert offenes internes Feedback, um Probleme frühzeitig zu erkennen und anzugehen.

Andy Jassys Vision: KI als "einmalige Chance"

Amazon CEO Andy Jassy sieht KI als eine "einmalige Chance" und ist überzeugt, dass sie jede Kundenerfahrung grundlegend verändern wird. Er betont, dass die Technologie schneller angenommen wird als jede zuvor gesehene Innovation, sogar schneller als die Einführung der Elektrizität. Jassy ist der Meinung, dass die Hype um KI nicht übertrieben ist und die Margen sowie der Return on Invested Capital (ROIC) für Amazon attraktiv sein werden.

Amazon Web Services (AWS) spielt dabei eine zentrale Rolle. Jassy zufolge hat AWS im ersten Quartal 2026 eine KI-Umsatzrate von über 15 Milliarden US-Dollar erreicht, was einem rapiden Wachstum entspricht. AWS bietet breitere Funktionen als Wettbewerber, ein globales Netzwerk für lokale Inferenz und ein starkes Ökosystem für die Integration mit Nicht-KI-Diensten, gepaart mit hoher Sicherheit und operativer Leistung.

Die "Readiness Gap" und der Fachkräftemangel

Trotz der schnellen KI-Einführung in Unternehmen, wie ein AWS-Bericht für Großbritannien zeigt, stecken viele noch auf grundlegenden Niveaus fest. Alison Kay, Vice President und Managing Director von AWS UK & Ireland, betonte, dass die britische Wirtschaft ein Produktivitätspotenzial von 35 Milliarden Pfund freisetzen könnte, wenn Unternehmen die "Readiness Gap" zwischen grundlegender und fortgeschrittener KI-Nutzung überbrücken.

Der Bericht zeigt, dass 64 % der britischen Organisationen KI eingeführt haben, die Mehrheit jedoch auf einem rudimentären Niveau verbleibt. Nur 21 % der Organisationen fühlen sich auf fortgeschrittene KI vorbereitet. Fortgeschrittene KI-Nutzer berichten von Effizienzsteigerungen von 68 %, verglichen mit nur 40 % bei grundlegenden Nutzern. Ein kritischer Mangel an digitalen Fähigkeiten, den fast die Hälfte (49 %) der britischen Organisationen als Haupthindernis nennt, bedroht diesen Fortschritt. Unternehmen warten durchschnittlich acht Monate auf die Besetzung digitaler Rollen und sind bereit, ein Gehaltsplus von 41 % für KI-kompetente Talente zu zahlen.

AWS engagiert sich im Rahmen der "Skills to Job Tech Alliance" und plant, bis 2030 100.000 Lernende in Großbritannien auszubilden. Francesca Vasquez, AWS Vice President of Professional Services and Agentic AI, hob hervor, dass sich die Branche von einfacher "Inline Completion" hin zu autonomer "Agentic AI" bewegt und demonstrierte Kiro, einen Claude-basierten KI-Agenten, der die Softwareentwicklung automatisieren kann.

Erwähnte Persönlichkeiten