
AMD erhöht GPU-Preise um 10%: KI-Boom treibt Speicherkosten in die Höhe
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Der Halbleiterriese AMD plant, die Preise für seine Radeon GPUs ab Anfang 2026 um mindestens 10% anzuheben. Diese Entscheidung folgt auf ein ereignisreiches Jahr 2025 und ist eine direkte Reaktion auf die stark gestiegenen Kosten für Speicherchips, die maßgeblich durch die explodierende Nachfrage im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) beeinflusst werden. Gamer und PC-Bauer müssen sich auf höhere Ausgaben einstellen, da die Hersteller die gestiegenen Materialpreise nun an die Endkunden weitergeben.
AMD kündigt Preisanstieg an: 10% ab 2026
Quellen, die mit der Angelegenheit vertraut sind, berichten, dass AMD seine Lieferpartner über eine geplante Preiserhöhung von mindestens 10% für Grafikkarten ab dem neuen Jahr informiert hat. Dies wäre Berichten zufolge die zweite Preisanpassung von AMD in jüngster Zeit, wobei die erste intern abgefedert wurde und die Margen des Unternehmens belastete. Diesmal jedoch werden die höheren Kosten an die Partner und somit an die Verbraucher weitergegeben.
Analyst Dan Nystedt bestätigte diese Entwicklung via UDN und wies darauf hin, dass die Preiserhöhung die gesamte Produktlinie betreffen soll. AMD-CEO Lisa Su betonte bereits, dass die Nachfrage nach Rechenleistung noch nie so groß gewesen sei und die KI-Nachfrage derzeit "unersättlich" sei. Gerüchte von Tom's Hardware deuteten ebenfalls auf eine bevorstehende Preiserhöhung hin.
Der KI-Boom treibt Speicherpreise in die Höhe
Der Hauptgrund für die bevorstehenden Preisanstiege liegt im Datenzentrum. Hyperscaler wetteifern darum, immer größere KI-Modelle zu trainieren, was zu einer enormen Nachfrage nach High-Bandwidth Memory (HBM) und DDR5 RDIMMs führt. Diese Entwicklung lenkt die Wafer-Produktion und die Backend-Kapazitäten der Hersteller auf die profitabelsten Produkte, nämlich KI-Beschleuniger.
Während die Fabs ihre Produktion an diese Nachfrage anpassen, wird der Markt für Verbraucherspeicher knapp, was sich unmittelbar auf Desktop-GPUs auswirkt. Die Entscheidung für ein Upgrade hängt nun stärker von den Speicherpreisen ab als von Kernen oder Taktraten. Analysten sprechen von einem "Memory Bull Market", da die Hersteller KI-Beschleuniger gegenüber anderen Komponenten priorisieren.
DRAM-Preise explodieren: Auswirkungen auf GDDR6 und Margen
Die massive Umstellung der Produktion hat die DRAM-Kosten in die Höhe getrieben und sogar GDDR6, den Speicher, der heutige Gaming-PCs antreibt, betroffen. Bis Ende 2025 sind die DRAM-Vertragspreise im Jahresvergleich im dreistelligen Bereich gestiegen, und die Spotmärkte verzeichneten aufgrund der Verknappung ebenfalls Zuwächse. Die Preise für GDDR6 stiegen je nach Geschwindigkeit und Dichte um etwa 33% bis 43%.
AMD hatte intern versucht, die Preise für Endkunden stabil zu halten, indem das Unternehmen höhere Kosten für Komponenten selbst trug. Doch die Preise für DRAM und VRAM sind zu lange zu hoch geblieben, was die Gewinne schmälerte. Die Pipeline für die nächste Generation GDDR7 blieb ebenfalls eng, was den Druck auf aktuelle Komponenten aufrechterhielt. Die Preise, die Kunden 2026 zahlen, werden auf den aktuellen Kosten der Stückliste basieren, die von Partnern bereitgestellt werden.
Nvidia und der Markt: Ähnliche Probleme, andere Strategie
Auch Nvidia sieht sich ähnlichen Lieferproblemen gegenüber, verfolgt jedoch eine andere Strategie. Der Rechenzentrumsriese verschiebt die Einführung neuer Produkte für Verbraucher, anstatt die Preise in einem immer enger werdenden Speichermarkt zu senken. Es wird nicht erwartet, dass Nvidia die Preise senkt, um Marktanteile zu gewinnen, während die Speicherhersteller sich auf KI-Klasse-Teile konzentrieren.
Gerüchten zufolge hat Nvidia die Einführung einer RTX 50 Super-Serie von Grafikkarten aufgrund von Speicherengpässen verzögert. Da Nvidia im Verkauf an Rechenzentren erhebliche Gewinne erzielt, ist es unwahrscheinlich, dass das Unternehmen beim Verkauf an Gamer auf Profit verzichtet.
Was bedeutet das für Verbraucher? Letzte Chance für Schnäppchen?
Für Gamer bedeutet die Priorisierung von KI-Beschleunigern weniger Verkäufe, geringere Lagerbestände und steigende Preise mit jeder neuen Lieferung. Die Grafikkartenpreise sind seit Jahren ein umstrittenes Thema, mit steigendem Stromverbrauch und durch Kryptowährungen verursachten Engpässen, die die Nachfrage und die Kosten in die Höhe trieben.
Die aktuelle Situation ist für AMD besonders ungünstig, da das Unternehmen Schwierigkeiten hatte, den Preis seiner Flaggschiff-Karte RX 9070 XT nahe an den empfohlenen Verkaufspreis zu bringen. Erst kürzlich, während des Black Friday, erreichte die Karte erstmals seit ihrer Veröffentlichung den Preis von 599 US-Dollar. Dieses Angebot dürfte jedoch nur von kurzer Dauer sein.
Experten und Hersteller wie PowerColor warnen Verbraucher: Wer eine neue Grafikkarte benötigt, sollte die aktuellen Black Friday-Angebote nutzen. Modelle mit 8 GB VRAM oder weniger werden für zukünftige Triple-A-Titel und Raytracing-Anwendungen nicht mehr empfohlen. Für ein zukunftssicheres Erlebnis sollten Grafikkarten mit mindestens 10 GB VRAM, wie die Intel Arc B570 oder Arc B580, in Betracht gezogen werden. Die aktuellen Entwicklungen legen nahe, dass die Preise für Grafikkarten in naher Zukunft weiter steigen könnten.