
American Airlines lehnt United-Fusion ab: Wettbewerbsbedenken im Fokus
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American Airlines hat eine mögliche Fusion mit dem Rivalen United Airlines entschieden abgelehnt. Konzernchef Robert Isom bezeichnete eine solche Zusammenführung der beiden größten Fluggesellschaften der Welt als "anti-wettbewerblich" und "schlecht für Kunden", eine Haltung, die auch von Präsident Donald Trump und führenden Senatoren geteilt wird.
American Airlines lehnt Fusion ab
Am Donnerstag, den 8. Mai 2025, äußerte sich Robert Isom, CEO der American Airlines Group Inc., während einer Pressekonferenz im US-Verkehrsministerium in Washington, D.C. gegenüber CNBCs Phil LeBeau. Kurz nach der Bekanntgabe der Ergebnisse für das erste Quartal erklärte Isom: "Die Fusion der beiden größten Fluggesellschaften der Welt war von Anfang an ein No-Go." Er fügte hinzu: "Letztendlich gibt es keine andere Sichtweise, als dass dies wettbewerbswidrig, schlecht für Kunden, letztendlich schlecht für American Airlines und schlecht für unser Team wäre."
Am Freitag bekräftigte American Airlines diese Position in einer Erklärung und stellte klar, dass das Unternehmen "nicht an Gesprächen über eine Fusion mit United Airlines beteiligt oder daran interessiert ist." Eine solche Kombination wäre "negativ für den Wettbewerb und für die Verbraucher."
Ursprung der Fusionsgerüchte
Die Idee einer möglichen Fusion wurde "früher in diesem Jahr" von United CEO Scott Kirby gegenüber einem Beamten der Trump-Regierung ins Spiel gebracht. Kirby soll dabei eine globale Expansion im Auge gehabt haben, um mit anderen internationalen Fluggesellschaften konkurrieren zu können. Präsident Donald Trump äußerte sich am Dienstag ebenfalls kritisch zu dem Vorschlag. "Ich mag es nicht, wenn sie fusionieren", sagte er gegenüber CNBCs "Squawk Box". Er sprach sich jedoch dafür aus, dass jemand den angeschlagenen Billigflieger Spirit Airlines kaufen sollte, und deutete an, dass die Bundesregierung "dabei helfen" könnte. Die Trump-Regierung befindet sich Berichten zufolge in fortgeschrittenen Gesprächen über ein Rettungspaket für Spirit, das dem Staat eine bedeutende Beteiligung an dem Unternehmen verschaffen könnte.
Kritik von Politikern und Experten
Die Fusionspläne stießen auch im politischen Washington auf breite Ablehnung. Senatorin Elizabeth Warren (Demokratin aus Massachusetts) und Senator Mike Lee (Republikaner aus Utah) sprachen sich in einem Brief vom 19. April an die CEOs Scott Kirby und Robert Isom gegen eine mögliche Fusion aus. Sie argumentierten, dass ein Zusammenschluss von United und American den Wettbewerb schwächen und den Verbrauchern schaden würde.
Die Senatoren schrieben:
- Fluggesellschaften würden weniger Druck von Rivalen spüren, die Flugkosten niedrig zu halten.
- Ticketpreise und Gebühren könnten branchenweit noch stärker steigen.
- Kleinere Fluggesellschaften hätten weniger Möglichkeiten, um kritische Gate-Zugänge zu konkurrieren.
- Die Löhne der Airline-Mitarbeiter könnten sinken, da die Anzahl der Arbeitgeber, die um ihre Arbeitskraft bieten, reduziert würde.
Experten äußerten ebenfalls Bedenken. Brian Kelly, Gründer von TPG, bezeichnete den Schritt als "katastrophal" für Fluggäste. Florian Ederer, Professor an der Questrom School of Business der Boston University, nannte die Idee "abwegig" und meinte, eine Fusion der beiden größten Fluggesellschaften des Landes würde wahrscheinlich blockiert – "selbst in der Trump-Administration".
Die Rivalität der CEOs
Die Diskussion um eine Fusion ist auch vor dem Hintergrund einer langjährigen Rivalität zwischen den beiden CEOs zu sehen. Scott Kirby und Robert Isom arbeiteten einst zusammen bei American Airlines sowie bei den Vorgängergesellschaften America West Airlines und US Airways. Im August 2016 wurde Scott Kirby als Präsident von American Airlines entlassen und noch am selben Tag als Präsident von United Airlines eingestellt. Im Mai 2020 wurde er CEO von United. Isom wiederum wurde im April 2022 CEO von American Airlines.
Im Laufe der Zeit entwickelten sich die beiden Männer zu den größten Widersachern in der Luftfahrtbranche. Kirby hat American in der Vergangenheit regelmäßig kritisiert und behauptet, das Unternehmen operiere nicht auf dem gleichen Niveau wie United und Delta Air Lines, die fast alle Gewinne der Branche erwirtschaften.
Ausblick auf die Branche
American Airlines hat in der Vergangenheit hinter Konkurrenten wie United und Delta Air Lines zurückgelegen und versucht, durch Investitionen in Premium-Produkte wie neue Flugzeuge und Lounges aufzuholen. Obwohl eine Fusion mit United vom Tisch ist, lässt die sorgfältig formulierte Erklärung von American Airlines Raum für andere Konsolidierungsmöglichkeiten in der Branche. Das Unternehmen betonte, dass "Veränderungen auf dem breiteren Luftverkehrsmarkt notwendig sein könnten", eine Kombination mit United jedoch "negativ für den Wettbewerb und die Verbraucher" wäre.
Die Federal Aviation Administration (FAA) hat unterdessen die Sommerflüge am Chicago O'Hare Airport begrenzt, was von einigen als "Sieg" für American Airlines gewertet wird, da es den zu schnellen Ausbau von United beendete. Dies zeigt, dass die Branche weiterhin in Bewegung ist und regulatorische Eingriffe eine Rolle spielen.