
American Airlines lehnt United-Megafusion ab: Aktienkurs fällt
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American Airlines hat eine potenzielle Megafusion mit United Airlines abgelehnt, was zu einem Kursrückgang der AAL-Aktie führte. Die Entscheidung, die am Freitag nach Börsenschluss bekannt gegeben wurde, begründet American Airlines mit Bedenken hinsichtlich des Wettbewerbs und kartellrechtlicher Prinzipien.
American Airlines lehnt Megafusion ab
Die Aktie von American Airlines (AAL) fiel am Montag im Premarket-Handel um fast 3 %, nachdem das Unternehmen am späten Freitag Gespräche über eine mögliche Megafusion mit United Airlines (UAL) zurückgewiesen hatte. In einer Erklärung teilte American Airlines mit: "American Airlines ist nicht an Gesprächen über eine Fusion mit United Airlines beteiligt oder interessiert."
Das Unternehmen begründete seine Ablehnung damit, dass eine Kombination mit United "negativ für den Wettbewerb und für die Verbraucher" wäre. Dies stünde im Widerspruch zum Verständnis der Administration bezüglich der Branchenphilosophie und den Prinzipien des Kartellrechts. Der Kursrückgang am Montag kehrte die Gewinne um, die die AAL-Aktie am Freitag inmitten einer breiten Marktrallye verzeichnet hatte. Bereits im nachbörslichen Handel am Freitag sank die AAL-Aktie um mehr als 1 % nach der Bekanntgabe.
United Airlines' Fusionspläne und die Begründung
United Airlines CEO Scott Kirby hatte die Idee einer potenziellen Fusion mit American Airlines im Februar der Trump-Administration im Weißen Haus unterbreitet. Es wird angenommen, dass United die Idee bereits seit mindestens Herbst letzten Jahres in Betracht zog.
Kirby erklärte im Januar im "Stratechery"-Podcast, dass "Größe helfen würde", um auf US-Auslandsflügen zu konkurrieren. Er führte aus, dass Kunden bei Reisen in den Nahen Osten tendenziell Fluggesellschaften aus dieser Region nutzen. Eine größere Fluggesellschaft mit mehr Angeboten könnte diese Kunden eher dazu bewegen, mit ihr zu fliegen. Kirby war zuvor Präsident bei American Airlines, bevor er zu United wechselte und dort CEO wurde.
Regulatorische Hürden und Marktkonzentration
Eine Konsolidierung der beiden Fluggesellschaften würde die größte Fluggesellschaft der Welt schaffen. Dieses Vorhaben hätte eine intensive regulatorische Prüfung und Bedenken hinsichtlich eines möglichen Marktmonopols zur Folge. American Airlines, United Airlines, Delta Air Lines und Southwest Airlines dominieren bereits etwa 80 % der inländischen Kapazität in den USA.
Laut Daten des Luftfahrtanalyseunternehmens OAG würde eine Fusion von United und American Airlines dazu führen, dass die beiden Unternehmen zusammen etwa 40 % des inländischen Marktanteils halten. Branchenbeobachter haben hervorgehoben, dass eine Transaktion dieser Größenordnung unweigerlich erhebliche regulatorische Kontrolle und voraussichtlichen Widerstand von Verbraucherschutzorganisationen sowie konkurrierenden Fluggesellschaften nach sich ziehen würde.
Regierungshaltung zu Fusionen
US-Verkehrsminister Sean Duffy äußerte sich Anfang des Monats in einem CNBC-Interview zur Konsolidierung in der Luftfahrtbranche. Er sagte, "Präsident Trump liebt es, wenn große Deals zustande kommen", und fügte hinzu, dass es "Raum für Fusionen in der Luftfahrtbranche" gebe.
Duffy warnte jedoch, dass jede bedeutende Konsolidierung von Fluggesellschaften hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Flugpreise und Marktkonkurrenz bewertet werden würde. Er deutete an, dass fusionierende Fluggesellschaften wahrscheinlich bestimmte Operationen verkaufen müssten, um eine übermäßige Marktbeherrschung zu vermeiden. Die öffentliche Reaktion von American Airlines schien dieses regulatorische Umfeld zu berücksichtigen, indem sie eine Kombination mit United als unvereinbar mit den Kartellstandards bezeichnete.
Aktienreaktionen auf Fusionsspekulationen
Die UAL-Aktien waren Anfang der Woche um 7,12 % gestiegen, möglicherweise angetrieben durch Fusionsspekulationen. Die AAL-Aktien hatten im gleichen Zeitraum um 4,16 % zugelegt, bevor sie am Freitag nachbörslich fielen. Am Freitag um 18:09 Uhr ET zogen sich die AAL-Aktien zurück, als die Investoren die eindeutige Ablehnung der vorgeschlagenen Transaktion durch die Fluggesellschaft verarbeiteten.