
American Airlines: Neue Regeln für Powerbanks erhöhen Flugsicherheit
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American Airlines führt diese Woche neue Beschränkungen für tragbare Ladegeräte, sogenannte Powerbanks, ein, die Passagiere auf Flügen mitführen dürfen. Ab dem 1. Mai müssen Kunden von American Airlines ihre Powerbanks während des Fluges sichtbar und griffbereit halten, um die Sicherheit an Bord zu gewährleisten. Diese Maßnahmen folgen einer Zunahme von Zwischenfällen mit Lithium-Batterien in der Luftfahrt.
Neue Regeln bei American Airlines
Die neuen Richtlinien von American Airlines, die ab dem 1. Mai in Kraft treten, betreffen externe Powerbanks, die zum Aufladen elektronischer Geräte wie Laptops oder Smartphones verwendet werden. Auch Koffer mit integrierten Ladeanschlüssen, die von Lithium-Ionen-Akkus betrieben werden, fallen unter diese Bestimmungen.
Die wichtigsten Änderungen im Überblick:
- Passagiere dürfen maximal zwei Powerbanks mitführen.
- Jede Powerbank darf eine Kapazität von 100 Wattstunden nicht überschreiten.
- Powerbanks müssen während des gesamten Fluges sichtbar oder in Reichweite sein.
- Sie dürfen nicht in den Gepäckfächern verstaut oder während des Fluges aufgeladen werden.
- Das Aufladen von Powerbanks über die Bordstromversorgung (Sitzsteckdosen oder USB-Anschlüsse) ist untersagt.
- Das Aufladen von Geräten wie Telefonen oder Laptops direkt über die Bordstromversorgung ist weiterhin ohne Einschränkungen möglich.
Die Fluggesellschaft betonte in einer Erklärung gegenüber CBS News: „Wir wissen, dass unsere Kunden auf tragbare Ladegeräte angewiesen sind, um ihre Geräte während der gesamten Reise mit Strom zu versorgen. Um die Sicherheit an Bord zu gewährleisten und gleichzeitig sicherzustellen, dass unsere Kunden unterwegs weiterhin laden können, verlangt American, dass diese Geräte während des Fluges leicht zugänglich sind.“
Hintergrund: Die Gefahr von Lithium-Ionen-Akkus
Die Verschärfung der Regeln ist eine direkte Reaktion auf eine steigende Anzahl von Zwischenfällen mit Lithium-Batterien an Bord von kommerziellen Flügen. Laut Daten der Federal Aviation Administration (FAA) gab es im Jahr 2025 fast 100 solcher Batterie-Vorfälle, die meisten davon betrafen Powerbanks und Vape-Geräte. Im Jahr 2024 wurden 89 Vorfälle gemeldet.
Ein Lithium-Batteriebrand an Bord eines Flugzeugs stellt eine der ernsthaftesten Notlagen dar, mit denen eine Flugbesatzung konfrontiert werden kann. Das Phänomen des „Thermal Runaway“ beschreibt, wie eine überhitzte Zelle in einer Lithium-Batterie eine Kettenreaktion auslösen kann, die zu Feuer, Funken und starker Rauchentwicklung führt. Solche Brände sind schwer zu löschen, da Halon-Feuerlöschsysteme zwar Flammen unterdrücken, den Thermal Runaway jedoch nicht stoppen können; hierfür sind große Mengen Wasser zur Kühlung erforderlich.
Ein prägendes Ereignis, das die Überprüfung der Vorschriften für Powerbanks auslöste, war ein Brand an Bord eines Air Busan Airbus A321 am Flughafen Gimhae in Südkorea im Januar 2025. Eine Powerbank, die in einem Rucksack in einem Gepäckfach verstaut war, fing Feuer, während das Flugzeug noch boardete.
Branchenweiter Trend und internationale Standards
American Airlines ist nicht die einzige Fluggesellschaft, die ihre Richtlinien anpasst. Southwest Airlines hat bereits am 20. April eine ähnliche Änderung vorgenommen und beschränkt Passagiere auf eine Powerbank pro Person, die ebenfalls sichtbar sein muss. Southwest geht damit sogar über die internationalen Richtlinien hinaus.
Die verstärkte Kontrolle über tragbare Stromquellen durch beide Fluggesellschaften steht im Einklang mit einem breiteren Trend in der Branche. Die International Civil Aviation Organization (ICAO), die Spezialorganisation der UN für Luftfahrt, hat neue globale Standards eingeführt. Die ICAO kündigte am 27. März in einer Pressemitteilung an, dass Powerbanks auf zwei pro Passagier begrenzt und das Aufladen während des Fluges verboten sein wird.
Auch andere große US-Fluggesellschaften wie Delta und United haben ihre Bestimmungen stillschweigend aktualisiert. United Airlines implementierte bereits am 1. März eine Richtlinie, die Passagiere anweist, Powerbanks in persönlichen Gegenständen unter dem Vordersitz zu verstauen, anstatt in den Gepäckfächern. Delta rät ebenfalls dringend davon ab, Ersatz-Lithium-Batterien in den Gepäckfächern zu lagern. Viele internationale Fluggesellschaften wie Emirates und Lufthansa haben bereits ähnliche Beschränkungen.
Was Passagiere jetzt beachten müssen
Für Reisende bedeutet dies eine Anpassung der Gewohnheiten. Powerbanks dürfen nicht mehr einfach in Taschen verstaut oder unter Kleidung versteckt werden. Sie müssen leicht zugänglich sein, beispielsweise in der Sitztasche, auf dem Klapptisch oder auf dem Schoß. Dies soll es der Besatzung ermöglichen, im Falle eines Problems schnell zu reagieren und eine potenzielle Gefahr frühzeitig zu erkennen.
Die neuen Sicherheitsregeln unterscheiden sich von den Bestimmungen für eigenständige Lithium-Batterien, die direkt in ein Gerät eingesetzt werden. Letztere sind weiterhin nur im Handgepäck erlaubt und dürfen nicht im aufgegebenen Gepäck befördert werden. Die Regeln von American Airlines konzentrieren sich jedoch spezifisch auf Powerbanks.
Passagiere sollten sich vor Reiseantritt über die genauen Bestimmungen ihrer jeweiligen Fluggesellschaft informieren, um Verzögerungen oder Probleme beim Boarding zu vermeiden. Die Einhaltung dieser Regeln trägt maßgeblich zur Sicherheit aller an Bord bei.