
Amerikaner besorgt: KI bedroht Jobs, Vertrauen sinkt trotz Nutzung
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Die Sorge vor den Auswirkungen Künstlicher Intelligenz auf den Arbeitsmarkt und den Alltag wächst in den USA deutlich. Eine aktuelle Umfrage der Quinnipiac University zeigt, dass ein signifikanter Teil der Amerikaner befürchtet, dass KI ihre eigenen Arbeitsplätze überflüssig machen könnte, während das Vertrauen in die Technologie gering bleibt. Dies geschieht, obwohl die Nutzung von KI-Tools in verschiedenen Lebensbereichen zunimmt.
Wachsende Sorge um Arbeitsplätze durch KI
Die Mehrheit der Amerikaner blickt pessimistisch auf die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz (KI) auf die Beschäftigung. 70 Prozent der Befragten glauben, dass Fortschritte in der KI generell zu einem Rückgang der Arbeitsmöglichkeiten führen werden. Besonders besorgniserregend ist, dass 30 Prozent der Amerikaner befürchten, ihre eigenen Arbeitsplätze könnten obsolet werden.
Dieser Wert stellt einen deutlichen Anstieg gegenüber dem Vorjahr dar: Im April 2025 äußerten sich noch 21 Prozent der Amerikaner besorgt über die Obsoleszenz ihres Jobs. Die Sorge ist über Altersgruppen hinweg relativ konstant, zeigt aber Nuancen: Während 26 Prozent der Gen Z betroffen sind, äußerten 34 Prozent der Millennials diese Befürchtung. Unter den Millennials gaben 15 Prozent an, "sehr besorgt" zu sein, verglichen mit nur 7 Prozent der Gen Z. Die Debatte darüber, welche Jobs ersetzt und welche durch KI produktiver werden, intensiviert sich. Experten warnen bereits vor einer "Great AI Deskilling" und sehen die Tage des Consulting-Generalisten gezählt, da Beratungsfirmen auf Spezialisierung und KI setzen.
KI-Nutzung steigt, Vertrauen bleibt gering
Trotz der wachsenden Bedenken nimmt die Nutzung von KI-Tools im Alltag der Amerikaner zu. Die Umfrage zeigt, dass immer mehr Menschen KI für verschiedene Aktivitäten einsetzen:
- 51 Prozent nutzen KI zum Recherchieren von Themen (Anstieg von 37 Prozent im April 2025).
- 28 Prozent verwenden KI zum Schreiben.
- 27 Prozent setzen KI für Schul- oder Arbeitsprojekte ein (Anstieg von 24 Prozent im April 2025).
- 27 Prozent nutzen KI zur Datenanalyse (Anstieg von 17 Prozent im April 2025).
- 24 Prozent erstellen Bilder mit KI (Anstieg von 16 Prozent im April 2025).
Nur 27 Prozent der Amerikaner gaben an, noch nie KI-Tools genutzt zu haben, ein Rückgang von 33 Prozent im April 2025. Dennoch bleibt das Vertrauen in die von KI generierten Informationen gering: 76 Prozent der Amerikaner vertrauen KI entweder "kaum jemals" (27 Prozent) oder "nur manchmal" (49 Prozent). Lediglich 21 Prozent vertrauen KI "meistens" oder "fast immer". Chetan Jaiswal, Ph.D., Associate Professor für Informatik an der Quinnipiac University, kommentiert diese Diskrepanz als "auffälligen Widerspruch zwischen Nutzung und Vertrauen".
Breite Bedenken jenseits des Arbeitsmarktes
Die Sorgen der Amerikaner bezüglich KI erstrecken sich über den Arbeitsmarkt hinaus auf weitere Bereiche. Eine deutliche Mehrheit von 74 Prozent ist der Meinung, dass die Regierung nicht genug tut, um die Technologie zu regulieren. Auch der Bau von KI-Rechenzentren stößt auf Widerstand: 65 Prozent der Amerikaner würden den Bau eines solchen Zentrums in ihrer eigenen Gemeinde ablehnen.
Im militärischen Kontext lehnen 51 Prozent der Amerikaner den Einsatz von KI zur Zielauswahl ab, was die anhaltende Debatte zwischen Unternehmen wie Anthropic und dem Verteidigungsministerium über den Einsatz von KI in der Kriegsführung widerspiegelt. Insgesamt glauben 55 Prozent der Befragten, dass KI in ihrem täglichen Leben mehr Schaden als Nutzen anrichten wird. Die Umfrage zeigt zudem, dass 80 Prozent der Amerikaner besorgt über KI sind, während nur 35 Prozent Begeisterung empfinden.
Die Umfrage im Detail
Die Ergebnisse basieren auf einer nationalen Umfrage der Quinnipiac University, die vom 19. bis 23. März durchgeführt wurde. Es wurden etwa 1.400 erwachsene US-Bürger befragt. Die Fehlermarge der Umfrage liegt bei 3,3 Prozentpunkten. Die Erhebung erfolgte in Zusammenarbeit mit der Quinnipiac University School of Computing & Engineering und der Quinnipiac University School of Business.