
Amgen MariTide: Langfristiger Gewichtsverlust mit seltenerer Dosis
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Amgen hat auf der J.P. Morgan Healthcare Conference neue Daten zu MariTide, seinem experimentellen Medikament zur Adipositasbehandlung, vorgestellt. Die Ergebnisse der Phase-2-Studie zeigen, dass der erzielte Gewichtsverlust über einen längeren Zeitraum mit geringeren und selteneren Dosen aufrechterhalten werden kann. Dies unterstreicht das Potenzial von MariTide als innovative Option im wachsenden Markt für Gewichtsmanagement.
MariTide: Vielversprechende Ergebnisse zur Gewichtserhaltung
CEO Robert Bradway von Amgen präsentierte auf der J.P. Morgan Healthcare Conference die Ergebnisse des zweiten Teils der Phase-2-Studie zu MariTide. Die große Mehrheit der Studienteilnehmer konnte den in Teil 1 erzielten Gewichtsverlust über weitere 52 Wochen mit einer niedrigeren monatlichen oder vierteljährlichen Dosis von MariTide aufrechterhalten. Diese Daten bestätigen die Wirksamkeit des Medikaments als Wartungstherapie.
Die Verträglichkeit im zweiten Behandlungsjahr war sehr gut, auch bei vierteljährlicher Dosierung. Es wurde eine sehr geringe Inzidenz von Übelkeit und Erbrechen beobachtet, und es traten keine neuen Sicherheitssignale auf. Zudem blieben die Verbesserungen der kardiometabolischen Parameter mit MariTide bei wirksamen Erhaltungsdosen für ein volles zweites Jahr bestehen.
Differenziertes Dosierungsprofil im Fokus
Bereits im Juni 2025 veröffentlichte Amgen die vollständigen Ergebnisse des ersten Teils der Phase-2-Studie. Dort zeigte MariTide einen durchschnittlichen Gewichtsverlust von bis zu 20 % bei Menschen mit Adipositas ohne Typ-2-Diabetes und bis zu 17 % bei Patienten mit dieser Erkrankung, was eine signifikante Überlegenheit gegenüber Placebo darstellte. Anfängliche gastrointestinale Nebenwirkungen führten dazu, dass zukünftige Studien mit einer niedrigeren Startdosis beginnen sollen, die schrittweise erhöht wird.
Ein wesentlicher Vorteil von MariTide könnte die Dosierungshäufigkeit sein. Während beliebte Medikamente wie Eli Lillys Zepbound und Novo Nordisks Wegovy wöchentliche Injektionen erfordern, wird MariTide als monatliche Injektion verabreicht und zudem für eine vierteljährliche Anwendung getestet. Amgens Forschungsleiter Jay Bradner betonte, dass das Unternehmen bei der Entwicklung von Medikamenten mit monatlicher oder seltenerer Dosierung "eindeutig führend" sei.
Positive Effekte auch bei Typ-2-Diabetes
Amgen berichtete auch über eine 24-wöchige Studie mit monatlichem MariTide zur Behandlung von Typ-2-Diabetes mit oder ohne Adipositas. Diese Studie zeigte eine klinisch bedeutsame Reduktion sowohl des HbA1c-Wertes (Blutzuckerspiegel) als auch des Körpergewichts. Patienten in der MariTide-Gruppe zeigten zudem günstige Verbesserungen der kardiometabolischen Parameter.
CEO Robert Bradway hob hervor, dass dies das Potenzial von MariTide als erste einmal monatlich verabreichte Behandlung für Typ-2-Diabetes signalisieren könnte. Das Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil von MariTide war dabei konsistent mit der GLP-1RA-Klasse, wobei die meisten behandlungsbedingten unerwünschten Ereignisse mild bis moderat und gastrointestinaler Natur waren.
Der Wirkmechanismus von MariTide
MariTide verfolgt einen anderen Ansatz als die derzeit zugelassenen GLP-1-Therapien. Es handelt sich um einen Antikörper, der an ein Paar von Peptiden gebunden ist. Dieser Mechanismus aktiviert den GLP-1-Rezeptor und blockiert gleichzeitig den GIP-Rezeptor. Wegovy zielt beispielsweise auf GLP-1-Rezeptoren ab, während Zepbound sowohl GLP-1 als auch das Darmhormon GIP stimuliert.
Aktueller Stand der Entwicklung und Marktpotenzial
Amgen führt derzeit sechs Phase-3-Studien mit MariTide durch. Diese Studien umfassen Adipositas und damit verbundene Erkrankungen wie Diabetes, Herzkrankheiten und Schlafapnoe. Eine dieser Studien ist eine 72-wöchige Untersuchung, die drei verschiedene Dosen bei adipösen oder übergewichtigen Erwachsenen testet. Das Unternehmen bereitet sich zudem auf eine Spätphasenstudie für Typ-2-Diabetes vor.
CEO Robert Bradway äußerte sich optimistisch über das zukünftige Marktpotenzial von MariTide im kardiometabolischen Sektor. Er sieht in MariTides differenziertem Dosierungsprofil und dem Potenzial zur langfristigen Gewichtserhaltung eine "überzeugende Kombination" für Kostenträger, verschreibende Ärzte und Patienten, die ein neues Paradigma für die Behandlung von Adipositas und verwandten Erkrankungen darstellen könnte.
Analysten sehen hohes Potenzial
Analyst Matt Phipps von William Blair sieht ein differenziertes Produktprofil für MariTide im Vergleich zu den derzeit zugelassenen GLP-1-Therapien oder denen in der Spätphase der Entwicklung. Er prognostiziert ein Potenzial für einen bedeutenden Marktanteil und eine Spitzenumsatzchance im Milliardenbereich. William Blair ist von den 52-Wochen-Daten nicht überrascht, da ähnliche Ergebnisse bereits bei der Q8W-Dosierung vorlagen.
Phipps behält seine "Outperform"-Bewertung für Amgen bei, da er Umsatzpotenzial aus Schlüsselanlagen und Erfolg mit Spätphasen-Pipeline-Assets sieht. Evan Seigerman, Analyst bei BMO Capital Markets, betrachtet die Wartungstherapie als den "wichtigsten Bewertungstreiber" für MariTide. Eine offene Frage bleibt jedoch, welche Dosis für die vierteljährliche Erhaltungsdosis erforderlich wäre, insbesondere da die 420-mg-Dosis in den aktuellen Phase-3-Studien nicht untersucht wird.
Amgen-Aktie reagiert
Die Amgen-Aktie (NASDAQ:AMGN) zeigte zum Zeitpunkt der Veröffentlichung am Mittwoch eine positive Entwicklung und stieg um 0,46 % auf 325,80 US-Dollar. Die positiven Nachrichten rund um MariTide tragen zur positiven Dynamik der Aktie bei.