
Anleiherenditen stabil: Iran-Konflikt und Inflationsdaten im Fokus
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Die Renditen der US-Staatsanleihen blieben am Montag weitgehend stabil, während Investoren gespannt auf die bevorstehende Pressekonferenz von US-Präsident Donald Trump zum Iran-Konflikt sowie auf entscheidende Inflationsdaten dieser Woche blickten. Das Marktgeschehen war geprägt von widersprüchlichen Signalen bezüglich einer möglichen Deeskalation im Nahen Osten.
Anleiherenditen im Fokus der Anleger
Am Montag verzeichnete die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe einen geringen Anstieg von weniger als 1 Basispunkt auf 4,3525 %. Auch die 2-jährige Treasury-Rendite legte um weniger als 1 Basispunkt auf 3,856 % zu, während die Rendite der 30-jährigen Treasury um 1 Basispunkt auf 4,918 % stieg. Diese Bewegungen spiegeln die vorsichtige Haltung der Anleger wider.
Geopolitische Spannungen und Deeskalationsversuche
Die geopolitische Lage bleibt angespannt. Am Sonntag hatte Präsident Trump ein Ultimatum gestellt und gedroht, den Iran in die „Hölle“ zu verwandeln, sollte die Islamische Republik die Straße von Hormus nicht bis Dienstag, 20 Uhr ET, vollständig wieder öffnen. Stunden später äußerte Trump in einem Interview mit Fox News jedoch die Hoffnung, dass bis Montag eine Einigung mit Teheran erzielt werden könnte.
Der Iran wies Trumps jüngste Drohungen zurück und erklärte, die wichtige Wasserstraße werde erst nach Entschädigung für Kriegsschäden vollständig wieder geöffnet. Über das Wochenende setzte der Iran seine Angriffe im Golf fort, darunter auf das Öl-Hauptquartier Kuwaits. Reuters berichtete am Montag, dass Iran und die USA einen Plan zur Beendigung der Feindseligkeiten erhalten hätten, der bei Zustimmung einen sofortigen Waffenstillstand und die Wiedereröffnung der Straße von Hormus vorsehen würde. Dieser Rahmenplan, der bereits am Montag in Kraft treten könnte, wurde laut einer ungenannten Quelle von Pakistan ausgearbeitet.
Auswirkungen auf Märkte und Inflation
Der Nahostkrieg, der sich in seiner sechsten Woche befindet, hat die Energiepreise in die Höhe getrieben. Dies veranlasste Anleger im Rentenmarkt, die sich verschlechternden Inflationsaussichten neu zu bewerten und ihre Wetten auf Zinssenkungen der Federal Reserve in diesem Jahr zu reduzieren. Die Rendite der 10-jährigen Treasury-Anleihe ist seit Beginn des Konflikts um rund 36 Basispunkte von 3,962 % gestiegen und bewegt sich nahe den höchsten Niveaus seit Mitte 2025.
Oriano Lizza, ein Händler bei CMC Markets Singapore, kommentierte die Situation: „Anleihen sind zusammen mit Aktien gefallen, was eher auf Stagflation als auf eine Rezession hindeutet.“ Er warnte vor erhöhter Volatilität im Vorfeld der Dienstagsfrist.
Potenzielle Marktszenarien
Lizza schätzte die möglichen Auswirkungen einer Einigung oder Eskalation ein. Seiner Einschätzung nach könnte ein formalisiertes Abkommen die WTI-Ölpreise um 20 bis 30 US-Dollar senken und den S&P 500-Index um bis zu 5 % steigen lassen. Ein Infrastrukturschlag hingegen könnte die Rohölpreise auf 130 bis 150 US-Dollar pro Barrel anheben und den Cboe Volatility Index über 35 treiben.
Lizza merkte zudem an, dass geringe Handelsvolumina während der Feiertage am Montag die Marktbewegungen verstärken könnten. Er riet Anlegern, „bis nach Dienstagabend abzuwarten, um Positionen einzugehen.“
Blick auf kommende Wirtschaftsdaten
Neben den geopolitischen Entwicklungen werden Investoren diese Woche auch eine Reihe wichtiger Wirtschaftsdaten aus den USA genau beobachten. Dazu gehört der am Donnerstag fällige Index der persönlichen Konsumausgaben (PCE) für Februar. Dieser von der Fed bevorzugte Inflationsindikator wird einen frühen Aufschluss darüber geben, ob der Ölpreisschock die Preise in der größten Volkswirtschaft der Welt beeinflusst.