Anthropic beendet OpenClaw-Support für Claude-Abos: Kosten steigen für KI-Agenten-Nutzer

Anthropic beendet OpenClaw-Support für Claude-Abos: Kosten steigen für KI-Agenten-Nutzer

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Anthropic, der Entwickler des beliebten KI-Chatbots Claude, hat angekündigt, die Unterstützung für die KI-Agentenplattform OpenClaw über bestehende Claude-Abonnements einzustellen. Ab dem 4. April müssen Nutzer für die Verwendung von Drittanbieter-Tools wie OpenClaw separate "Extra Usage Bundles" erwerben oder einen API-Schlüssel nutzen. Diese Maßnahme begründet das Unternehmen mit der stark gestiegenen Nachfrage und der daraus resultierenden Belastung seiner Systeme.

Anthropic schränkt OpenClaw-Nutzung ein

Die Änderung tritt am Samstag, den 4. April, um 12 Uhr PT (20 Uhr BST) in Kraft. Boris Cherny, Leiter von Claude Code bei Anthropic, gab die Entscheidung am Freitagabend in einem X-Post bekannt. Er erklärte, dass Claude-Abonnements keine Drittanbieter-Tools wie OpenClaw mehr unterstützen werden.

Stattdessen müssen Nutzer, die OpenClaw weiterhin mit Claude verwenden möchten, über vergünstigte "Extra Usage Bundles" bezahlen, die an ihr Claude-Login gebunden sind. Alternativ können sie einen separaten Claude API-Schlüssel über die Entwicklerplattform von Anthropic nutzen. Diese neue Regelung gilt zunächst für OpenClaw, soll aber bald auf alle Drittanbieter-Harnesses ausgeweitet werden.

Hintergrund: Steigende Nachfrage und Systembelastung

Die Entscheidung von Anthropic ist eine direkte Reaktion auf die enorme Rechenlast, die durch die Nutzung von Claude entsteht. Der KI-Chatbot hat in den letzten Wochen stark an Popularität gewonnen und im März kurzzeitig die Spitze des US Apple App Stores erreicht. Bereits letzte Woche musste Anthropic die Nutzungslimits für Abonnenten aufgrund der hohen Nachfrage anpassen.

Ein Sprecher von Anthropic erklärte gegenüber Business Insider, dass die Nutzung von Claude-Abonnements mit Drittanbieter-Tools gegen die Nutzungsbedingungen des Unternehmens verstößt. Diese Tools würden zudem eine "übermäßige Belastung unserer Systeme" darstellen. Boris Cherny betonte, dass die Abonnements nicht für die Nutzungsmuster dieser Drittanbieter-Tools konzipiert wurden und Anthropic die Kapazität sorgfältig verwalte, um Kunden zu priorisieren, die die eigenen Produkte und die API nutzen.

Was ist OpenClaw und warum ist es wichtig?

OpenClaw ist eine schnell wachsende KI-Agentenplattform, die sich mit Plattformen wie Claude verbindet. Sie ermöglicht es Nutzern, persönliche KI-Assistenten einzusetzen, die Aufgaben in anderen Apps und Workflows ausführen können. Die Popularität von OpenClaw hat einen regelrechten "KI-Agenten-Hype" ausgelöst.

Einige Nutzer haben KI-Assistenten eingesetzt, um ihren gesamten Tagesablauf zu verwalten. Eine Gründerin berichtete, sie habe neun KI-Agenten entwickelt, um administrative Aufgaben und persönliche Haushaltslogistik zu erledigen. Die Plattform bietet Funktionen wie adaptives Denken, einen Fast-Modus und Prompt-Caching, insbesondere bei der Nutzung über die Anthropic API.

Auswirkungen auf Nutzer und OpenClaw-Entwickler

Peter Steinberger, der Entwickler von OpenClaw, äußerte sich auf X und gegenüber Business Insider. Er und Dave Morin, ein Vorstandsmitglied der OpenClaw-Stiftung, hätten versucht, "Anthropic zur Vernunft zu bringen" und die Maßnahme um eine Woche verzögert. Steinberger betonte, dass viele Nutzer ihr Abonnement nur wegen OpenClaw abgeschlossen hätten und ein Verlust dieser Nutzer drohe. Er kritisierte zudem, dass Anthropic die Nachricht an einem Freitagabend "begraben" wolle.

Für Nutzer, die OpenClaw intensiv mit Claude als Hauptmodell verwenden, könnte die Umstellung eine erhebliche Kostensteigerung bedeuten. Einige Beobachter sprechen von einer potenziellen Verdopplung der Kosten über Nacht, da die "Extra Usage" als Pay-as-you-go-Option separat vom Abonnement abgerechnet wird. Anthropic bietet zur Erleichterung des Übergangs eine einmalige Gutschrift für zusätzliche Nutzung in Höhe des monatlichen Abonnementpreises an, die bis zum 17. April eingelöst werden kann. Zudem werden Rabatte von bis zu 30 % beim Vorkauf von Nutzungs-Bundles eingeführt. Abonnenten erhalten außerdem die Möglichkeit, ihr Abonnement zu erstatten.

Technischer Hintergrund und zukünftige Entwicklungen

Die technische Integration von OpenClaw mit Claude erfolgte bisher oft über Abonnement-Limits oder API-Schlüssel. Die Anthropic API bietet Funktionen wie Prompt-Caching, die bei der Authentifizierung über Abonnements nicht berücksichtigt werden. Die neue Regelung zwingt Nutzer nun stärker zur API-Nutzung oder zu separaten Zahlungen, um die Systembelastung zu steuern.

Anthropic ist nicht das einzige Unternehmen, das Beschränkungen für Drittanbieter-Tools einführt. Auch Google hat kürzlich Maßnahmen gegen Gemini CLI-Nutzer ergriffen, die Drittanbieter-Tools verwenden. Dort wurde der Schritt jedoch nicht als Kapazitätsproblem, sondern als Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen kommuniziert. Dies deutet auf einen breiteren Trend in der KI-Branche hin, die Kontrolle über die Nutzung der eigenen Modelle und Infrastruktur zu verstärken.

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