Anthropic Claude Code Review: Hohe Kosten und Kritik von Entwicklern

Anthropic Claude Code Review: Hohe Kosten und Kritik von Entwicklern

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Anthropic hat mit "Claude's Code Review" ein neues KI-Tool zur Code-Überprüfung eingeführt, das komplexe Fehler erkennen soll. Während das Unternehmen interne Erfolge meldet, stößt die Funktion bei Entwicklern auf Kritik – insbesondere wegen der hohen Kosten pro Überprüfung und Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen auf die Rolle erfahrener Ingenieure.

Anthropic stellt KI-Code-Reviewer vor

Das KI-Startup Anthropic hat eine neue Funktion namens "Claude's Code Review" vorgestellt, die darauf ausgelegt ist, komplexe Probleme im Code zu identifizieren und Fehlerbehebungen vorzuschlagen. Diese Funktion richtet sich an Teams und Unternehmenskunden und optimiert laut Anthropic auf "Tiefe" der Analyse. Sie soll umfassendere Prüfungen ermöglichen als leichtere Lösungen wie die "Claude Code GitHub Action".

Die "Claude Code GitHub Action" ist eine Integration, die Entwicklern die Nutzung von Claude zur Code-Überprüfung auf GitHub, einer zentralen Plattform für die Speicherung und Zusammenarbeit an Code, ermöglicht. Die neue Code-Review-Funktion analysiert GitHub-Pull-Requests und kommentiert gefundene Probleme direkt in den Codezeilen. Dabei durchsucht eine Flotte spezialisierter Agenten den Code im Kontext der gesamten Codebasis nach Logikfehlern, Sicherheitslücken, fehlerhaften Randfällen und subtilen Regressionen.

Hohe Kosten und Token-Nutzung im Fokus

Ein zentraler Kritikpunkt in der Entwicklergemeinschaft sind die Kosten der neuen Funktion. Anthropic gibt an, dass die Überprüfungen auf Basis der Token-Nutzung abgerechnet werden und im Durchschnitt zwischen 15 und 25 US-Dollar pro Pull Request (PR) liegen. Die Kosten skalieren dabei mit der Größe und Komplexität des PRs. Ein Pull Request ist ein gängiger Workflow, bei dem Entwickler Änderungen an einer Codebasis vorschlagen.

Thariq Shihipar, ein Anthropic-Ingenieur, der an Claude Code arbeitet, erklärte auf X, dass die Funktion "viel mehr Rechenleistung" benötigt und dazu neigt, "schwierigere Fehler" zu finden. Die Überprüfungen dauern im Durchschnitt etwa 20 Minuten. Zum Vergleich: Der KI-basierte Code-Review-Anbieter Code Rabbit berechnet 24 US-Dollar pro Monat für seine Dienste.

Kritik aus der Entwicklergemeinschaft

Die Reaktionen unter Entwicklern sind gemischt, insbesondere in Bezug auf den Preis. Daniel Ávila, Head of AI bei Hedgineer, äußerte auf X, er habe "keine Verbesserung" durch Code Review festgestellt. Er sah keine zusätzliche Funktionalität, außer dass kein Trigger wie bei GitHub Actions benötigt wird und die Konfiguration direkt in Claude Desktop möglich ist. Er merkte an, dass der einzige wirkliche Unterschied sei, dass GitHub Actions die API nutzt und Code Review nicht.

Jean P.D. Meijer, Software-Ingenieur und Startup-Gründer, hinterfragte die Preisgestaltung ebenfalls auf X: "Wie kann Claude Code Review 15 bis 25 Dollar pro PR kosten?!" Er merkte an, dass eine Überprüfung "im Grunde der Preis eines unbegrenzten Abonnements für die meisten Code-Review-Apps" sei. Karan Kendre, ein Entwickler bei einem Design-Startup, fragte, warum Claude nicht von Anfang an sauberen Code schreiben könne, wenn es ihn überprüfen kann, und vermutete, dass dies eine Strategie sei, um 15-25 US-Dollar pro Code-Review zusätzlich zum Claude Code-Abonnement zu berechnen.

Bedenken bezüglich der Rolle von Senior Engineers

Neben den Kosten gibt es auch Bedenken, dass die neue Funktion die Rolle erfahrener Ingenieure untergraben könnte. Ein Entwickler, der unter dem Namen @TukiFromKL ein KI-Startup aufbaut, schrieb, dass "Claude gerade einen Preis auf Ihren Senior Developer gesetzt hat." Er prognostizierte, dass diejenigen, die ihre "200.000-Dollar-Gehälter durch das Gatekeeping von Code-Reviews schützen", ein "sehr schlechtes Quartal" erleben könnten.

Diese Kommentare spiegeln eine wachsende Debatte über die Auswirkungen von KI-Tools auf hochqualifizierte Arbeitsplätze wider. Die Befürchtung ist, dass automatisierte Code-Reviews die Notwendigkeit menschlicher Expertise in diesem Bereich reduzieren könnten.

Steigende Kosten für KI-Entwicklungstools

Anthropic ist nicht das einzige KI-Unternehmen, das mit der Prüfung von Token-Kosten konfrontiert ist. Der Milliardär Chamath Palihapitiya berichtete im "All-In Podcast", dass sein Software-Startup 8090 die Nutzung von Cursor aufgrund schnell steigender Ausgaben überdenkt. Palihapitiya gab an, dass die KI-Kosten seines Startups seit November "mehr als verdreifacht" wurden und auf rund 10 Millionen US-Dollar pro Jahr zusteuern.

Er betonte: "Das Problem ist, dass meine Kosten alle drei Monate um das Dreifache steigen. Meine Einnahmen nicht." Er erwähnte, dass Claude Code im Vergleich zu Cursor günstiger gewesen sei, was die allgemeine Herausforderung der Kostenkontrolle bei der Nutzung von KI-Entwicklungstools unterstreicht.

Interne Erfolge und Kundenfeedback

Trotz der Kritik betont Anthropic die positiven Ergebnisse, die intern mit Code Review erzielt wurden. Das Unternehmen berichtet, dass es die Funktion seit mehreren Monaten erfolgreich einsetzt. Bei großen Pull Requests mit über 1.000 geänderten Zeilen fanden 84 Prozent der automatisierten Überprüfungen etwas Bemerkenswertes, durchschnittlich 7,5 Probleme. Bei kleinen PRs (unter 50 Zeilen) erhielten 31 Prozent Kommentare, durchschnittlich 0,5 Probleme.

Anthropic behauptet zudem, dass menschliche Entwickler weniger als ein Prozent der von Claude gefundenen Probleme ablehnen. Kunden, die Code Review getestet haben, berichten ebenfalls von Vorteilen. So entdeckte der Dienst bei TrueNAS während eines ZFS-Verschlüsselungs-Refactorings einen Fehler in angrenzendem Code, der das Risiko eines Typenkonflikts barg, der den Verschlüsselungsschlüssel-Cache während Synchronisierungsvorgängen löschen könnte. In einem internen Fall fing Code Review eine unscheinbare einzeilige Änderung an einem Produktionsdienst ab, die diesen sonst lahmgelegt hätte.

Erwähnte Persönlichkeiten