Anthropic erreicht 380 Mrd. Dollar: KI-Gigant im IPO-Fokus

Anthropic erreicht 380 Mrd. Dollar: KI-Gigant im IPO-Fokus

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Das KI-Unternehmen Anthropic hat eine Bewertung von 380 Milliarden US-Dollar bekannt gegeben und festigt damit seine Position neben Rivalen wie OpenAI und Elon Musks SpaceX. Diese drei Unternehmen gelten als die weltweit wertvollsten Startups, deren potenzieller Börsengang an der Wall Street in diesem Jahr von Investoren genau beobachtet wird.

Angelo Bochanis, ein Associate bei Renaissance Capital, das sich auf die Forschung potenzieller Börsengänge spezialisiert, kommentiert: „Das sind die drei größten Namen, die dieses Jahr an die Börse gehen könnten.“

Anthropic erreicht Milliardenbewertung und schließt zu OpenAI auf

Anthropic, der Entwickler des Chatbots Claude, gab am Donnerstag bekannt, dass seine Bewertung nach einer Finanzierungsrunde von 30 Milliarden US-Dollar gestiegen ist. Diese Runde wurde vom singapurischen Staatsfonds GIC und der US-Investmentfirma Coatue sowie Dutzenden weiterer großer Investoren angeführt.

Die Finanzierung umfasst auch einen Teil der 15 Milliarden US-Dollar, die Nvidia und Microsoft im November in Anthropic investieren wollten. Im Rahmen dieser Vereinbarung verpflichtet sich Anthropic, von Microsoft Rechenkapazitäten im Wert von rund 30 Milliarden US-Dollar zu beziehen, die für den Aufbau und Betrieb von KI-Systemen wie Claude benötigt werden. Das Unternehmen wird zudem stark von den Cloud-Anbietern Amazon und Google unterstützt.

Laut Renaissance Capital ist Anthropic das drittwertvollste private Unternehmen. Es liegt hinter OpenAI, dem Hersteller von ChatGPT, das mit 500 Milliarden US-Dollar bewertet wird. Beide in San Francisco ansässigen KI-Firmen werden vom Raketenhersteller SpaceX übertroffen, der kürzlich mit Musks KI-Startup xAI, dem Entwickler des Chatbots Grok, fusionierte.

Massive Finanzierungsrunde stärkt Wachstumskurs

Krishna Rao, Chief Financial Officer von Anthropic, erklärte, dass das Unternehmen die massiven Investitionen nutzen wird, um weiterhin „Enterprise-Grade-Produkte“ und KI-Modelle zu entwickeln. Anthropic ist derzeit nicht profitabel, rechnet aber für das kommende Jahr mit einem Umsatz von 14 Milliarden US-Dollar. Dies stellt einen rasanten Anstieg dar, da das Unternehmen vor weniger als drei Jahren seinen „ersten Dollar Umsatz“ erzielte.

Während OpenAI verschiedene Umsatzmodelle, einschließlich digitaler Werbung, erprobt hat, hat Anthropic seine Claude-Produkte als Arbeitsplatzassistent für Aufgaben wie Softwareentwicklung zugeschnitten. Das Unternehmen wurde 2021 von ehemaligen OpenAI-Mitarbeitern gegründet.

Dario Amodei, CEO und Mitbegründer von Anthropic, hat einen klareren Fokus auf die Sicherheit der „besser-als-menschlichen“ Technologie namens Künstliche Allgemeine Intelligenz (AGI) versprochen, die beide San Franciscoer Firmen entwickeln wollen. Anthropic kündigte diese Woche auch eine neue, überparteiliche Organisation mit einem Budget von 20 Millionen US-Dollar an, um die KI-Regulierung in den Vereinigten Staaten zu beeinflussen.

Vom Start-up zum Milliardenunternehmen: Geschäftsmodell und Wettbewerb

OpenAI veröffentlichte ChatGPT Ende 2022 und zeigte damit das enorme kommerzielle Potenzial von großen KI-Sprachmodellen auf, die beim Schreiben von E-Mails und Computercode helfen sowie Fragen beantworten können. Anthropic folgte 2023 mit der ersten Version seines Chatbots Claude.

Der Wettbewerb zwischen diesen KI-Giganten ist intensiv. Dario Amodei, CEO und Mitbegründer von Anthropic, nahm am 23. Januar 2025 am Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums in Davos, Schweiz, teil.

Der Weg an die Börse: Chancen und Risiken für KI-Giganten

Welches Unternehmen zuerst einen Börsengang wagt, wird laut Bochanis „die Möglichkeit haben, noch mehr Geld zu beschaffen.“ Er fügt hinzu: „Es ist eine Gelegenheit, eine große Schlagzeile zu sein und diese Art von Schub für das öffentliche Image zu erhalten.“

Die Risiken eines Börsengangs bestehen darin, dass die Unternehmen ihre Geschäftsmodelle einer öffentlichen Prüfung unterziehen müssen, während sie weiterhin mehr Geld verlieren, als sie verdienen. Bochanis merkt an, dass „private Märkte Dutzende von Milliarden Dollar in diese Unternehmen geworfen haben, selbst wenn sich die Bewertungen immer wieder vervielfachen.“ Er warnt jedoch: „An den öffentlichen Märkten wird es etwas mehr Kontrolle geben. Ein einziger Ergebnisbericht könnte eine Aktie abstürzen lassen.“

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