
Anthropic überholt OpenAI bei Geschäftsausgaben und Umsatzwachstum
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Neue Daten deuten darauf hin, dass Anthropic kurz davorsteht, OpenAI bei den Geschäftsausgaben für KI-Produkte zu überholen. Laut Ramp, einem Anbieter für Finanzautomatisierung und Firmenkreditkarten, nutzen bereits die Hälfte seiner Kunden KI-Produkte, wobei Anthropic signifikant aufholt. Dieser Trend unterstreicht die dynamische Entwicklung im Bereich der künstlichen Intelligenz und deren zunehmende Integration in Unternehmensprozesse.
Anthropic holt OpenAI bei Geschäftsausgaben auf
Die Kluft zwischen Anthropic und OpenAI bei der Nutzung durch Geschäftskunden schrumpft rapide. Ramp berichtet, dass 30,6 % seiner Kunden Anthropic nutzen, ein Anstieg von 6,3 % gegenüber März. OpenAI liegt derzeit bei 35,2 %. Ein Sprecher von Ramp erklärte gegenüber Business Insider, dass Anthropic bei diesem Tempo innerhalb der nächsten zwei Monate OpenAI übertreffen könnte. Die Lücke, die im Februar noch 11 Prozentpunkte betrug, hat sich auf 4,6 Punkte verringert.
Anthropic führt bereits bei frühen Anwendern, insbesondere bei VC-finanzierten Unternehmen, sowie in Schlüsselbranchen wie Software, Finanzen und professionellen Dienstleistungen. Die Daten von Ramp bieten zwar nur einen Ausschnitt der Ausgaben ihrer Kunden, dienen aber als wichtiger Indikator für die Entwicklung der KI-Adoption in Unternehmen.
Ramp-Daten zeigen deutlichen Trend
Der Ramp AI Index, der Zahlungen von über 50.000 US-Unternehmen verfolgt, zeigt, dass die gesamte KI-Adoption in Unternehmen im März erstmals die 50 %-Marke überschritt und 50,4 % erreichte, gegenüber 35 % vor einem Jahr. Innerhalb dieses breiteren Anstiegs stechen die Zahlen von Anthropic hervor. Der Anteil der zahlenden Unternehmen stieg in einem einzigen Monat von 24,4 % auf 30,6 %.
Laut Ara Kharazian, Ökonom bei Ramp, wird Anthropic OpenAI innerhalb der nächsten zwei Monate überholen. Die Implikation ist klar: Was hochentwickelte Early Adopters heute tun, tendiert der breitere Markt dazu, einige Monate später zu übernehmen.
Anthropic führt bereits in Schlüsselbranchen
Anthropic nimmt bereits eine führende Position in drei spezifischen Sektoren ein: Information (Software), Finanzen und Versicherungen sowie persönliche Dienstleistungen. Dies sind zufällig auch die drei Sektoren mit der höchsten KI-Adoption insgesamt. Bei VC-finanzierten Unternehmen, die eine KI-Adoptionsrate von 80 % aufweisen (im Vergleich zu 45 % bei allen anderen), liegt Anthropic mit 66 % bereits vor OpenAI mit 59 %.
Ein wesentlicher Treiber für die Akzeptanz von Anthropic ist das Produkt Claude Code, das sich bei Softwareentwicklern großer Beliebtheit erfreut. Zudem verfügt das Unternehmen laut dem Benchmarking-Spezialisten Arena.ai über leistungsstarke Modelle, was die Wahl der KI-Technologie durch Unternehmen maßgeblich beeinflusst.
Finanzierung als Indikator für KI-Adoption
Die Daten von Ramp zeigen, dass die Finanzierungsquelle eines Unternehmens ein wichtiger Prädiktor für die KI-Adoption ist. VC-finanzierte Unternehmen weisen eine Adoptionsrate von 80 % auf, während Unternehmen, die von Private-Equity-Firmen unterstützt werden, eine Rate von 64 % haben. Unternehmen ohne diese Finanzierungsformen erreichen eine Adoptionsrate von 45 %.
VC-Firmen fungieren hier als Übertragungsmechanismus, sei es durch portfolioübergreifende Deals, Top-Down-Anweisungen oder die kulturelle Erwartung, dass Gründer die neuesten Tools nutzen. Unter diesen VC-finanzierten Firmen, den anspruchsvollsten Käufern, ist Anthropic bereits der führende KI-Anbieter.
Trotz Gegenwind: Anthropic's Wachstum
Das Wachstum von Anthropic im März ist besonders bemerkenswert, da es trotz eines unerwarteten Reputationsschubs im Februar stattfand. Damals lehnte Anthropic eine Vereinbarung mit dem Pentagon ab. Verteidigungsminister Pete Hegseth forderte das Unternehmen auf, den Nutzungsbedingungen des Militärs für Claude zuzustimmen, andernfalls würde es von der Regierung auf eine schwarze Liste gesetzt.
Anthropic weigerte sich, woraufhin Präsident Donald Trump Bundesbehörden anwies, die Technologie nicht mehr zu nutzen, und das Verteidigungsministerium Anthropic als Lieferkettenrisiko einstufte. OpenAI bot daraufhin seine Dienste dem Verteidigungsministerium an. Als Reaktion darauf solidarisierten sich einige Nutzer mit Anthropic. Claude übertraf vorübergehend ChatGPT im App Store, und große Technologieunternehmen wie Microsoft zeigten Unterstützung.
Beeindruckende Umsatzentwicklung
Anthropic hat einen annualisierten Umsatz von über 30 Milliarden US-Dollar gemeldet und damit OpenAIs gemeldeten monatlichen Umsatz von 2 Milliarden US-Dollar (etwa 24 Milliarden US-Dollar jährlich) übertroffen. Ende 2025 lag der annualisierte Umsatz von Anthropic noch bei rund 9 Milliarden US-Dollar.
Das Unternehmen verzeichnete ein außergewöhnliches Wachstum: Von 87 Millionen US-Dollar annualisiertem Umsatz im Januar 2024 auf 1 Milliarde US-Dollar im Dezember 2024, 9 Milliarden US-Dollar Ende 2025, 14 Milliarden US-Dollar im Februar 2026, 19 Milliarden US-Dollar im März und schließlich 30 Milliarden US-Dollar im April. Zum Vergleich: Salesforce benötigte etwa 20 Jahre, um 30 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz zu erreichen; Anthropic schaffte dies in weniger als drei Jahren.
Enterprise-Geschäft als Wachstumsmotor
Das Enterprise-Geschäft ist der wahre Motor für beide Unternehmen. Anthropic gab an, dass im Februar über 500 Geschäftskunden jeweils mehr als 1 Million US-Dollar jährlich ausgaben. Diese Zahl hat sich in weniger als zwei Monaten auf über 1.000 verdoppelt. Die Anzahl der Kunden, die jährlich über 100.000 US-Dollar für Claude ausgeben, ist im letzten Jahr um das Siebenfache gestiegen. Acht der Fortune 10-Unternehmen sind mittlerweile Claude-Kunden.
OpenAI gab ebenfalls bekannt, dass das Enterprise-Geschäft mittlerweile über 40 % des Umsatzes ausmacht, gegenüber etwa 30 % im Vorjahr, und bis Ende 2026 voraussichtlich mit dem Consumer-Geschäft gleichziehen wird. APIs verarbeiten mehr als 15 Milliarden Tokens pro Minute, und es gibt neun Millionen zahlende Geschäftsnutzer. Anthropic erreichte seinen Erfolg ohne eine virale Consumer-App, sondern durch Enterprise-API-Verträge, Entwicklerakzeptanz und Claude Code.