Anthropic vs. Pentagon: KI-Startup klagt wegen "Lieferkettenrisiko

Anthropic vs. Pentagon: KI-Startup klagt wegen "Lieferkettenrisiko

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Der Anwalt von Anthropic behauptet, die US-Regierung übe Druck auf die Kunden des Startups aus, um sie zu konkurrierenden KI-Anbietern zu bewegen. Dies geschieht inmitten eines eskalierenden Konflikts zwischen dem Entwickler des KI-Modells Claude und dem Verteidigungsministerium. Die Einstufung als "Lieferkettenrisiko" führt zu erheblichen finanziellen Schäden und rechtlichen Auseinandersetzungen.

Eskalierender Konflikt um KI-Nutzung

Michael Mongan, ein Anwalt von Anthropic, erklärte am Dienstag während einer Statuskonferenz, dass die Entscheidung des Verteidigungsministeriums, das Startup effektiv von der Zusammenarbeit mit dem US-Militär auszuschließen, dem Unternehmen täglich "realen und irreparablen Schaden" zufüge. Mongan berichtete, dass Kunden bereits "Zweifel" an der Zusammenarbeit mit Anthropic äußerten. Er fügte hinzu, die Regierung führe eine "Druckkampagne", um Anthropic-Kunden zum Wechsel zu konkurrierenden KI-Unternehmen zu bewegen.

Laut Mongan sind bereits Universitätssysteme und Business-to-Business-Unternehmen zu konkurrierenden KI-Anbietern gewechselt. Dies sei das "vorhersehbare Ergebnis" der Maßnahmen der Beklagten und der dadurch geschaffenen Unsicherheit. Er betonte, dass die Beklagten "aktiv auf unsere Kunden zugegangen sind und sie unter Druck gesetzt haben, die Zusammenarbeit mit Anthropic einzustellen und zu anderen KI-Unternehmen zu wechseln."

Die "Lieferkettenrisiko"-Einstufung durch das DoD

Der Konflikt eskalierte, nachdem Vertragsverhandlungen mit dem KI-Startup scheiterten. Verteidigungsminister Pete Hegseth gab daraufhin am 27. Februar in einem X-Post bekannt, dass Anthropic ein "Lieferkettenrisiko" darstelle und diese Maßnahme über direkte militärische Aufträge hinausgehe. Hegseth erklärte: "Ab sofort darf kein Auftragnehmer, Lieferant oder Partner, der Geschäfte mit dem US-Militär macht, kommerzielle Aktivitäten mit Anthropic durchführen."

Der genaue Umfang dieser "Lieferkettenrisiko"-Einstufung ist umstritten. Microsoft teilte Business Insider zuvor mit, dass seine Anwälte zu dem Schluss gekommen seien, das Unternehmen könne Anthropic weiterhin für nicht-militärische Zwecke nutzen. Microsoft reichte zudem einen Amicus-Brief ein, in dem es das Bundesgericht aufforderte, die Einstufung der Regierung als Lieferkettenrisiko vorübergehend zu blockieren.

Der Kern der Auseinandersetzung: Autonome Waffen und Überwachung

Die Auseinandersetzung dreht sich um Anthropic's Haltung, dass sein Frontier-Modell Claude nicht für autonome Waffen und die Massenüberwachung von US-Bürgern eingesetzt werden darf. Verteidigungsbeamte entgegneten daraufhin, dass ein privates Unternehmen dem Militär nicht vorschreiben könne, was es tun oder lassen dürfe.

Anthropic CEO Dario Amodei erklärte in einem Blogpost vom 26. Februar, dass das Unternehmen der Forderung der Regierung nach uneingeschränkter, rechtmäßiger Nutzung seines Modells nicht nachkommen könne. Einen Tag später erfolgte Hegseths offizielle Einstufung von Anthropic als Lieferkettenrisiko.

Finanzielle Auswirkungen und rechtliche Schritte

Anthropic reichte am Montag Klage gegen die Regierung ein und beantragte eine einstweilige Verfügung, um die Geschäftsbeziehungen mit der Regierung während des laufenden Verfahrens fortsetzen zu können. Das Unternehmen gab in der Klage an, das Verteidigungsministerium habe keine ausreichenden Gründe vorgelegt, um es als nationales Sicherheitsrisiko einzustufen.

Zudem erklärte das Unternehmen, die Einstufung sei noch nie auf ein amerikanisches Unternehmen angewendet worden und stelle eine Vergeltungsmaßnahme dar. Dies verletze die Rechte des Unternehmens aus dem Ersten Verfassungszusatz, seine Ansichten zur KI-Sicherheit und deren Einschränkungen zu äußern.

Krishna Rao, Chief Financial Officer von Anthropic, erklärte in einer am Montag eingereichten Erklärung, dass das DoD mehrere "Portfolio-Unternehmen bezüglich ihrer Nutzung von Claude" kontaktiert habe. Diese Kunden seien "besorgt und unsicher" über ihre Fähigkeit, das Modell weiterhin zu nutzen. Rao prognostizierte, dass die Maßnahmen der Regierung den Umsatz von Anthropic im Jahr 2026 um "mehrere Milliarden Dollar" reduzieren könnten.

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