
Anthropic: Wie Tech-CEOs die Trump-Administration für sich gewinnen
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Das KI-Startup Anthropic wurde am Donnerstag vom Pentagon als Lieferkettenrisiko eingestuft, was einem faktischen Ausschluss von Geschäften mit der US-Regierung gleichkommt. In einem internen Memo, das The Information vorliegt, äußerte CEO Dario Amodei die Ansicht, dass die Trump-Administration das Unternehmen ablehne, weil es weder an den Präsidenten gespendet noch die Art von "Diktator-Stil"-Lob angeboten habe, das Konkurrenten geleistet hätten.
Ein kürzlich veröffentlichter Bericht schlägt einen Acht-Punkte-Plan vor, der auf den Erfahrungen anderer führender Tech-CEOs basiert, um die Gunst der Regierung zurückzugewinnen. Diese Strategien sollen Dario Amodei helfen, das Blacklisting durch das Pentagon zu überwinden. Viele CEOs von Big Tech sehen ihre Aufgabe darin, Gewinne für Aktionäre zu erzielen, was oft Kompromisse erfordert.
Melania-Dokumentation ansehen
Eine der vorgeschlagenen Maßnahmen ist das Ansehen der Melania-Dokumentation im Weißen Haus oder das öffentliche Zeigen, dass man sie gesehen hat. Im Januar nahmen Amazon CEO Andy Jassy, Gründer Jeff Bezos, Apple CEO Tim Cook, AMDs Lisa Su und Zooms Eric Yuan an einer solchen Vorführung teil. Dies wird als eine relativ geringe Investition von etwa zwei Stunden Zeit beschrieben.
Wertvolle Geschenke überreichen
Ein weiterer Schritt ist die Übergabe eines offensichtlich wertvollen Geschenks an Präsident Trump. Im August überreichte Apple CEO Tim Cook dem Präsidenten im Oval Office ein graviertes Stück Apple-Glas, hergestellt in Kentucky, auf einem 24-karätigen Goldfuß aus Utah. Dieses Geschenk sollte das "American Manufacturing Program" des Tech-Giganten feiern. Apple erhielt in der Folge Zollbefreiungen, wobei unklar ist, ob das Geschenk Entscheidungen beeinflusste.
Öffentliches Lob aussprechen
Das öffentliche und überschwängliche Lob des Präsidenten wird ebenfalls als wirksame Strategie genannt. Während einer Keynote-Rede auf einer großen Nvidia-Konferenz im Oktober lobte CEO Jensen Huang Präsident Trump ausdrücklich. Er schrieb Trumps Energiepolitik die Sicherstellung zu, dass massive KI-Rechenzentren über ausreichend Energie verfügen würden.
Lob bei Abendessen und Veranstaltungen
Die Teilnahme an Abendessen oder anderen Veranstaltungen mit Präsident Trump, verbunden mit Lob, ist eine weitere Taktik. Im September nahm Google CEO Sundar Pichai an einem hochrangigen Abendessen im Weißen Haus teil. Dort dankte er der Administration für den "konstruktiven Dialog" im Zusammenhang mit dem Kartellverfahren gegen sein Unternehmen. Auch SpaceX CEO Gwynne Shotwell lobte Trump kürzlich bei einem Treffen im Weißen Haus zur Einführung der Energieinitiative des Präsidenten für Rechenzentren.
Konkurrenten angreifen
Wenn möglich, wird empfohlen, Seitenhiebe gegen Präsident Biden oder Präsident Obama anzubringen. Auf einer Tech-Konferenz in Taipeh im letzten Jahr kritisierte Nvidias Jensen Huang die Exportkontrollen der Biden-Administration für KI-Chips nach China. Dies wird als Beispiel für eine solche Taktik genannt.
Trump-freundliche Initiative vorstellen
Das Ankündigen einer Anthropic-Initiative, die eine der obersten Prioritäten des Präsidenten unterstützt, ist ein weiterer Vorschlag. Selbst wenn Teile des Projekts ohnehin geplant wären, sei dies kein Hindernis. OpenAI CEO Sam Altman kündigte Anfang 2025 "Stargate" an, ein 500 Milliarden Dollar schweres Projekt zum Bau von Rechenzentren in den USA, dessen Teile bereits bestehende Strategien waren.
Besuch in Mar-a-Lago
Ein Besuch in Mar-a-Lago wird ebenfalls empfohlen. Meta CEO Mark Zuckerberg reiste Ende 2024 dorthin, nachdem Trump zum zweiten Mal zum Präsidenten gewählt worden war. Trump hatte zuvor gedroht, Zuckerberg ins Gefängnis zu stecken, was sich nach dem Besuch änderte.
Finanzielle Zuwendungen
Schließlich wird die Spende von Geldern an Trump-bezogene Anliegen als entscheidend genannt. OpenAI-Präsident Greg Brockman hat an Trump gespendet. Google, Meta, Microsoft und andere Tech-Unternehmen spendeten beispielsweise jeweils 1 Million Dollar an Trumps Inaugurationsfonds. Angesichts der jüngsten Bewertung von Anthropic von über 300 Milliarden Dollar wird dies als eine kleine Investition in die Zukunft des Unternehmens betrachtet.