Arizona klagt Kalshi an: Illegales Glücksspiel und Wahlwetten

Arizona klagt Kalshi an: Illegales Glücksspiel und Wahlwetten

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Der Rechtsstreit um sogenannte Prediction Markets spitzt sich zu: Arizona hat als erster US-Bundesstaat strafrechtliche Anklage gegen die Plattform Kalshi erhoben. Generalstaatsanwältin Kris Mayes wirft dem Unternehmen vor, ein illegales Glücksspielgeschäft zu betreiben und unerlaubte Wetten auf Wahlen anzubieten.

Arizona erhebt Klage gegen Kalshi

Generalstaatsanwältin Kris Mayes reichte am Dienstag eine 20-Punkte-Anklageschrift gegen KalshiEx LLC und Kalshi Trading LLC, die Betreiber der Prediction-Market-Plattform Kalshi, ein. Dies ist das erste Mal, dass ein Bundesstaat strafrechtliche Schritte gegen das New Yorker Unternehmen einleitet. Die Anklage erfolgte im Maricopa County Superior Court.

Mayes erklärte in einer Stellungnahme: "Kalshi mag sich selbst als 'Prediction Market' bezeichnen, aber was es tatsächlich tut, ist der Betrieb eines illegalen Glücksspielgeschäfts und die Annahme von Wetten auf Wahlen in Arizona, beides verstößt gegen das Gesetz von Arizona." Sie betonte, dass kein Unternehmen selbst entscheiden könne, welche Gesetze es befolgt.

Vorwürfe: Illegales Glücksspiel und Wahlwetten

Die Anklageschrift umfasst 16 Anklagepunkte wegen des Betriebs eines nicht lizenzierten Glücksspielgeschäfts und vier Anklagepunkte wegen Wahlwetten. Alle Anklagen sind Vergehen und könnten potenzielle Geldstrafen nach sich ziehen. Arizona verbietet den Betrieb eines nicht lizenzierten Wettgeschäfts und untersagt Wetten auf Wahlen gänzlich.

Kalshi soll Wetten von Einwohnern Arizonas auf eine Vielzahl von Ereignissen angenommen haben. Dazu gehören professionelle und College-Sportwettkämpfe, Proposition-Wetten auf individuelle Spielerleistungen sowie Wetten darauf, ob der "SAVE Act" Gesetz werden würde. Die Wahlwetten umfassten:

  • die Präsidentschaftswahl 2028
  • die Gouverneurswahl in Arizona 2026
  • die republikanische Gouverneurs-Vorwahl in Arizona 2026
  • die Wahl des Staatssekretärs von Arizona 2026

Kalshis Verteidigung und die bundesstaatliche Zuständigkeit

Eine Sprecherin von Kalshi, Elisabeth Diana, bezeichnete die Anklagen Arizonas als "ernsthaft fehlerhaft" und ein Beispiel für "Spielchen". Sie erklärte, die Vorwürfe seien "haltlos" und das Unternehmen freue sich darauf, sie vor Gericht zu bekämpfen. Kalshi argumentiert, dass sein Geschäft, das den Handel mit sogenannten "Event Contracts" ermöglicht, sich von Sportwetten und Casinos unterscheidet und nicht einem Flickenteppich inkonsistenter staatlicher Gesetze unterliegen sollte.

Das Unternehmen ist der Ansicht, dass solche Verträge der ausschließlichen Zuständigkeit der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) unterliegen. "Wie andere Gerichte anerkannt haben und die [Commodity Futures Trading Commission] bestätigt, unterliegt Kalshi der Bundesgerichtsbarkeit", so ein Unternehmenssprecher. Kalshi wirft Arizona vor, die Anklagen eingereicht zu haben, um "Bundesgerichte zu umgehen und den normalen Justizprozess abzukürzen".

Der breitere Rechtsstreit um Prediction Markets

Der Fall in Arizona ist Teil eines umfassenderen Rechtsstreits, in dem Kalshi und andere Prediction Markets wie Polymarket von mehreren Bundesstaaten verklagt wurden. Es geht um die Frage, ob diese Unternehmen den staatlichen Glücksspielgesetzen unterliegen sollten. Dieser Kampf wird voraussichtlich letztendlich vor dem Obersten Gerichtshof enden.

Michael Selig, der Vorsitzende der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) unter der Trump-Administration und Regulator für Prediction Markets, hat erklärt, dass die Kommission versuchen wird, die bundesstaatliche Zuständigkeit über diese Plattformen zu verteidigen.

Präventivklagen und gerichtliche Entscheidungen

Die Anklagen von Generalstaatsanwältin Mayes erfolgten nur wenige Tage, nachdem Kalshi den Bundesstaat präventiv verklagt hatte. Kalshi hat in den letzten drei Wochen auch Klagen gegen Iowa und Utah eingereicht, um der Rechenschaftspflicht unter staatlichem Recht zu entgehen.

Mayes kritisierte diese Strategie: "Kalshi macht es sich zur Gewohnheit, Staaten zu verklagen, anstatt deren Gesetze zu befolgen." Sie fügte hinzu, dass Arizona sich nicht einschüchtern lassen werde, damit sich ein Unternehmen über das staatliche Recht stellt. Erst letzte Woche lehnte ein Bundesrichter in Ohio, Richterin Sarah Morrison, einen Antrag von Kalshi auf eine einstweilige Verfügung ab. Sie stellte klar, dass die betriebliche Bequemlichkeit des Unternehmens das Interesse eines Staates an der Ausübung seiner Polizeigewalt und der Durchsetzung seiner Gesetze nicht außer Kraft setzt.

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