
Arthur Hayes: Bitcoin in "No-Trade Zone" durch AI und Iran-Konflikt
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Der Kryptomarkt befindet sich laut Arthur Hayes, Mitbegründer von BitMEX und CIO von Maelstrom, derzeit in einer "No-Trade Zone". Sein Fonds Maelstrom tätigte im ersten Quartal nur minimale Geschäfte, abgesehen von einem langsamen Ausbau seiner Long-Position in Hyperliquid. Diese Zurückhaltung begründet Hayes mit zwei wesentlichen Entwicklungen, die zusammen eine Handels-Sackgasse geschaffen haben.
Die "No-Trade Zone" und ihre Ursachen
Hayes identifiziert zwei Hauptfaktoren, die den Kryptomarkt stark beeinflussen. Zum einen sieht er KI-Agenten, die Arbeitsplätze von Wissensarbeitern zerstören und deflationären Druck erzeugen. Er warnt, dass diese "agentic AI" oder "claws" Karrieren in "flexiblen Arbeitsmärkten fortgeschrittener westlicher Volkswirtschaften" vernichten und einen deflationären Finanzkollaps verursachen werden. Ein Krypto-Gaming-Unternehmer automatisierte beispielsweise seinen Engineering-Workflow mit KI-Agenten, wodurch eine Person eine Sechs-Monats-Roadmap in vier Tagen umsetzte und 50% der Mitarbeiter entlassen werden. Hayes zufolge sind alle mittelmäßigen Wissensarbeiter gefährdet, ihre Jobs zu verlieren, sobald die Modelle spezifischere Domänenexpertise erlangen.
Der zweite Faktor ist der Iran-Konflikt, der in seine siebte Woche geht und Unsicherheit bezüglich des Warenflusses durch die Straße von Hormus schafft. Hayes betont, dass er keine Insiderkenntnisse über Kriegsführung hat, aber die dominanten Propagandanarrative lesen und KI-Agenten für einfache Berechnungen nutzen kann. Er schließt ein nukleares Vernichtungsszenario aus und konzentriert sich auf drei mögliche Entwicklungen.
Hayes' Sicht auf Bitcoin und Fiat-Geld
Hayes ist der Ansicht, dass der Preis von Bitcoin nicht durch seinen Preis, sondern durch die Geldmenge bestimmt wird. Da Bitcoin keine Cashflows hat, sei der von den Zentralbanken abgeleitete Diskontsatz irrelevant. Angesichts des festen Angebots von Bitcoin hängt sein Wert in Fiat-Währung von der Gesamtmenge des existierenden Fiat-Geldes ab.
Er bleibt insgesamt bullish für Bitcoin, zögert aber, auf dem aktuellen Niveau weitere Positionen aufzubauen, da die Unsicherheiten durch KI und den Iran-Konflikt bestehen bleiben. Hayes vergleicht den deflationären Druck durch KI-Agenten in seiner Schwere mit der US-Subprime-Hypothekenkrise von 2008. Bereits vor der Entlassungswelle sind die Ausfälle bei Konsumentenkrediten gestiegen. Bitcoin könnte laut Hayes erst dann wieder signifikant steigen, wenn die Federal Reserve Liquidität bereitstellt, um das "schwarze Loch" in den Bilanzen der Banken, verursacht durch Konsumentenkreditausfälle, zu stopfen.
Szenario Eins: Rückkehr zur Normalität – mit AI-Deflation
In diesem Szenario endet der Krieg sofort, und der Vorkriegsstatus quo kehrt zurück. Der säkulare Trend, teure Wissensarbeiter durch günstigere KI-Agenten zu ersetzen, setzt sich jedoch unvermindert fort. Bitcoin könnte nach der Rückkehr zum Vorkriegsstatus quo etwas ansteigen.
Die "AI-agentic deflation bomb" tickt jedoch weiterhin unter der Oberfläche. Solange die Fed keine Liquidität bereitstellt, um die durch Konsumentenkreditausfälle verursachten Löcher in den Bankbilanzen zu stopfen, wird Bitcoin nicht wesentlich steigen. Die Fed müsste Geld drucken, um die Insolvenz von Banken und einen Absturz des Kryptomarktes zu verhindern.
Szenario Zwei: Teherans Maut – Geopolitik und Währungsverschiebungen
Hier schränkt der Iran den Fluss durch die Straße von Hormus ein und setzt seine Drohung um, Schiffen die Durchfahrt nur gegen eine Maut von 2 Millionen US-Dollar in chinesischen Yuan, Krypto oder sanktionierten Dollar zu gestatten. Nationen müssten Dollar-Assets verkaufen, um Yuan zu beschaffen und die Maut zu bezahlen, was zu fallenden Treasury- und Aktienkursen führen würde.
Hayes empfiehlt, den MOVE Index zu beobachten, der die Volatilität des US-Anleihemarktes misst. Steigt dieser über 130, wird es zu einer Form der Geldschöpfung kommen. Wenn die Volatilität steigt und die Aktienkurse großer Technologieunternehmen fallen, wird Bitcoin Schwierigkeiten haben, sich bedeutsam zu erholen. Erst wenn die Lage schlimm genug wird, wird Bitcoin steigen, da die Erwartung einer Rettungsaktion zum Konsens wird.
Szenario Drei: Das Imperium schlägt zurück – Eskalation und ihre Folgen
In diesem Szenario zerstören die US-Luftwaffe und Marine die Fähigkeit des Iran, den Schiffsverkehr durch eine Strafbombardierung zu unterbinden. Das Problem ist, dass die Beendigung der iranischen Kontrolle höchstwahrscheinlich die vollständige Zerstörung des Landes bedeuten würde.
Hayes warnt: "Die Zerstörung des Iran auf diese Weise bedeutet, dass der Iran in seinem letzten Atemzug sein Versprechen einlösen wird, die Rohstoff- und Energieproduktion der restlichen Golfregion mit in den Abgrund zu reißen." Die durch Geldschöpfung inspirierte Bitcoin-Rallye könnte kurzlebig sein, da die Zerstörung des iranischen Staates die Aussicht auf einen Dritten Weltkrieg materiell erhöht.
Hayes' Ausblick und Empfehlungen
Arthur Hayes ist der Meinung, dass der Bitcoin-Preis auf 80.000 bis 90.000 US-Dollar steigen könnte. Er wird jedoch erst dann Bitcoin kaufen, wenn die Fed Liquidität bereitstellt, da die Bilanzen der Banken mit erheblichen Ausfällen bei Konsumentenkrediten konfrontiert sind.
Angesichts der aktuellen Lage schlägt Hayes vor, Gold und den Governance-Token HYPE von Hyperliquid zu kaufen. Er glaubt, dass festverzinsliche Vermögenswerte wie Bitcoin und Gold profitieren werden, wenn die Zentralbanken Geld drucken und gleichzeitig die Zinsen erhöhen.