
Australien erhöht Militärausgaben massiv: 53 Mrd. AUD für globale Sicherheit
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Australien plant eine signifikante Erhöhung seiner Militärausgaben um zusätzliche 53 Milliarden Australische Dollar (38 Milliarden US-Dollar) über das nächste Jahrzehnt. Verteidigungsminister Richard Marles begründete diesen Schritt mit der durch den Iran-Krieg stark verkomplizierten globalen strategischen Landschaft und den komplexesten Bedrohungen seit dem Zweiten Weltkrieg. Das Verteidigungsbudget soll von 2,8 % des BIP in diesem Jahr auf 3 % bis 2033 anwachsen.
Australiens Verteidigungsstrategie im Wandel
Verteidigungsminister Richard Marles gab am Donnerstag, dem 16. April 2026, in Melbourne eine umfassende Erhöhung der australischen Militärausgaben bekannt. Er präsentierte das jüngste zweijährige Update der australischen Verteidigungsstrategie. Marles betonte, dass der Iran-Krieg die globale strategische Landschaft erheblich verkompliziert habe.
Australien stehe vor den komplexesten und bedrohlichsten strategischen Umständen seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs, so Marles. Auf die Frage, wie viel komplexer die Lage seit dem Angriff der Vereinigten Staaten und Israels auf den Iran im Februar geworden sei, antwortete Marles: „Ich glaube nicht, dass jemand diese Frage ehrlich beantworten könnte.“ Er fügte hinzu: „Die Welt fühlt sich weniger sicher.“
Massive Investitionen in die Sicherheit
Die geplante Erhöhung der Militärausgaben beläuft sich auf zusätzliche 53 Milliarden Australische Dollar (38 Milliarden US-Dollar) über die nächsten zehn Jahre. Damit wird das Verteidigungsbudget Australiens von aktuell 2,8 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) auf 3 % bis zum Jahr 2033 steigen. Marles bezeichnete dies als die größte Erhöhung der Verteidigungsausgaben in Friedenszeiten, die das Land je erlebt habe.
Marles stellte klar, dass die Entscheidung seiner Regierung, die Verteidigungsausgaben auf 3 % des BIP zu erhöhen, keine Reaktion auf Druck der US-Regierung unter Präsident Donald Trump sei. Das Pentagon hatte im Januar seine eigene Nationale Verteidigungsstrategie veröffentlicht, die US-Verbündete dazu aufforderte, mehr Verantwortung für ihre eigene Sicherheit zu übernehmen. Marles betonte, die australische Regierung treffe ihre eigenen Entscheidungen bezüglich der Ressourcen.
Fokus auf Eigenständigkeit und Allianzen
Die neue Ausgabenstrategie konzentriert sich auf die australische Eigenständigkeit, die jedoch nicht mit militärischer Selbstversorgung verwechselt werden sollte. Marles erklärte, dass es nicht darum gehe, Bündnisbeziehungen aufzugeben. Im Gegenteil, Allianzen, insbesondere mit den Vereinigten Staaten, würden für die Verteidigung Australiens stets von grundlegender Bedeutung sein.
Australien unterstützt zudem das strategische Ziel, dem Iran eine einsatzfähige Atomwaffe zu verwehren. Marles sagte: „Wir unterstützen das strategische Ziel, dem Iran eine einsatzfähige Atomwaffe zu verwehren, sehr.“
Technologische Aufrüstung und AUKUS-Partnerschaft
Die jüngste Strategie sieht eine erweiterte Einführung autonomer und unbemannter Systeme zu Land, zu Wasser und in der Luft vor. Dazu gehören das in Australien entwickelte unbemannte Jetflugzeug Ghost Bat und die Unterwasserdrohne Ghost Shark. Ebenso werden die Fähigkeiten für Langstreckenschläge ausgebaut und die Einführung integrierter Luft- und Raketenabwehrsysteme beschleunigt.
Die größte Einzelinvestition in die Verteidigung Australiens ist eine Flotte von mindestens acht U-Booten, die mit US-amerikanischer Nukleartechnologie betrieben werden. Diese werden durch die AUKUS-Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten und Großbritannien bereitgestellt. Die Kosten für diese U-Boote werden über drei Jahrzehnte voraussichtlich zwischen 268 Milliarden Australischen Dollar (193 Milliarden US-Dollar) und 368 Milliarden Australischen Dollar (264 Milliarden US-Dollar) liegen.