Autokredite: Warum 7-Jahres-Laufzeiten die Gesamtkosten explodieren lassen

Autokredite: Warum 7-Jahres-Laufzeiten die Gesamtkosten explodieren lassen

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Die Kosten für Neuwagen steigen kontinuierlich, was viele Käufer dazu zwingt, längere Kreditlaufzeiten in Kauf zu nehmen. Insbesondere siebenjährige Autokredite werden immer häufiger, um die monatlichen Raten erschwinglich zu halten. Doch diese Strategie birgt finanzielle Risiken und erhöht die Gesamtkosten der Autofinanzierung erheblich.

Steigende Neuwagenpreise und längere Kreditlaufzeiten

Ein wachsender Anteil der Autokäufer bindet sich für sieben Jahre an die Autofinanzierung. Im ersten Quartal umfassten rekordverdächtige 22,9 % der finanzierten Neuwagenkäufe Kredite mit einer Laufzeit von mindestens 84 Monaten. Dies ist ein Anstieg von 21,2 % im Vorjahr und 10 % vor einem Jahrzehnt, wie Daten von Edmunds zeigen. Der durchschnittlich finanzierte Betrag für Neuwagen erreichte ebenfalls einen Rekordwert von 43.899 US-Dollar im ersten Quartal, gegenüber 41.473 US-Dollar im Vorjahr.

Der durchschnittliche Listenpreis für einen Neuwagen lag im März bei 51.456 US-Dollar und überschritt damit den zwölften Monat in Folge die 50.000-Dollar-Marke, so Kelley Blue Book. Nach Anreizen betrug der durchschnittliche Transaktionspreis 49.275 US-Dollar, ein Anstieg von 3,5 % gegenüber dem Vorjahr. Erin Keating, Executive Analyst bei Cox Automotive, merkt an, dass dieser Betrag "einen Markt widerspiegelt, der große, teure Fahrzeuge bevorzugt". Der Anteil der Neuwagenkäufer mit einem Einkommen unter 100.000 US-Dollar sank im letzten Jahr auf 37 %, gegenüber 50 % im Jahr 2020.

Die Last der Inflation und sinkende Erschwinglichkeit

Die höheren Fahrzeugpreise treffen Haushalte, die bereits unter der anhaltend hohen Inflation leiden. Der Verbraucherpreisindex, ein wichtiges Inflationsmaß, stieg im März um 3,3 % gegenüber dem Vorjahr, so die jüngste Lesung des U.S. Bureau of Labor Statistics. Dies ist ein Anstieg von 2,4 % im Februar. Die Neuwagenpreise stiegen im März um 12,6 % im Vergleich zum Vorjahr.

Für viele Autokäufer, deren Budgets durch höhere Kosten in vielen Bereichen belastet sind, ist die Verlängerung der Kreditlaufzeit oft der einzige Weg, die monatlichen Raten zu stemmen. Jessica Caldwell, Head of Insights bei Edmunds, kommentiert: "Verbraucher müssen härter arbeiten, um die Zahlen passend zu machen – ein klares Zeichen dafür, wie angespannt die Erschwinglichkeit geworden ist." Dana Eble, eine Kontomanagerin, beschreibt die Situation vieler Verbraucher: "Ich sehe einfach, dass viele verschiedene Aspekte des Lebens teurer werden, und es wird schwieriger."

Die wahren Kosten langer Autokredite

Matt Schulz, Chief Consumer Finance Analyst bei LendingTree, rät, bei einem siebenjährigen Autokredit "zweimal nachzudenken", da er "so teuer" sei. Er fügt hinzu: "Wenn der einzige Weg, sich dieses Fahrzeug leisten zu können, darin besteht, es sieben Jahre lang zu finanzieren, ist es vielleicht sinnvoll zu überlegen, ob man nicht ein bisschen zu viel Auto für sich kauft."

Längere Kreditlaufzeiten bedeuten in der Regel höhere Gesamtzinskosten. Ein Beispiel verdeutlicht dies:

  • Ein Kredit über 43.899 US-Dollar zu 6,9 % Zinsen (Durchschnitt im ersten Quartal laut Edmunds) über 84 Monate würde zu einer monatlichen Rate von 660 US-Dollar führen und Zinskosten von 11.575 US-Dollar über die gesamte Laufzeit verursachen.
  • Ein Fünfjahreskredit (60 Monate) zum gleichen Zinssatz würde 8.132 US-Dollar an Zinsen kosten – 3.443 US-Dollar weniger. Die monatliche Rate würde jedoch auf 867 US-Dollar steigen.

Die zusätzliche Quelle 1 zeigt ein ähnliches Beispiel:

  • Ein 50.000 US-Dollar Fahrzeug zu 6 % Zinsen über 60 Monate: 966,64 US-Dollar monatlich, 7.998,40 US-Dollar Gesamtzinsen.
  • Das gleiche Fahrzeug über 84 Monate: 730,43 US-Dollar monatlich, 11.355,93 US-Dollar Gesamtzinsen. Dies sind fast 3.400 US-Dollar zusätzliche Zinsen.

Zudem sind Autokredite mit längeren Laufzeiten für Kreditgeber oft risikoreicher und können daher höhere Zinssätze nach sich ziehen. Ein Anstieg des Zinssatzes um nur 0,5 % auf 6,5 % für den 84-Monats-Kredit im obigen Beispiel würde die Gesamtzinskosten auf 12.367,63 US-Dollar erhöhen, was über 1.000 US-Dollar mehr an reinen Zinskosten bedeutet. Bei schlechter Bonität (z.B. Kredit-Score von 501 bis 600) können die Zinsen noch deutlich höher ausfallen; ein Kredit über 43.899 US-Dollar zu 13,17 % über 84 Monate würde monatlich 803 US-Dollar und insgesamt 23.525 US-Dollar an Zinsen kosten.

Das Risiko der Wertminderung und "negative Eigenkapital"

Autos verlieren schnell an Wert, oft um 20 % oder mehr allein im ersten Jahr. Längere Kreditlaufzeiten erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass man zu einem bestimmten Zeitpunkt mehr für das Fahrzeug schuldet, als es wert ist. Diese Situation wird als "negative Eigenkapital" oder "upside down" bezeichnet.

Sollte man ein Fahrzeug verkaufen müssen, das weniger wert ist als der ausstehende Kredit, müsste man möglicherweise aus eigener Tasche zuzahlen, um den Kredit abzulösen. Dies ist ein erhebliches finanzielles Risiko, das bei der Entscheidung für eine lange Autofinanzierung berücksichtigt werden sollte.

Fazit: Kluge Entscheidungen bei der Autofinanzierung

Die Attraktivität niedrigerer monatlicher Raten bei langen Autokrediten ist verständlich, angesichts der steigenden Neuwagenpreise und der allgemeinen Inflation. Es ist jedoch entscheidend, die Gesamtkosten der Autofinanzierung genau zu prüfen und sich nicht nur auf die monatliche Rate zu konzentrieren. Bevor man sich für einen langen Autokredit entscheidet, sollte man den Händler oder Kreditgeber nach den gesamten Zinskosten über die Laufzeit des Kredits fragen. Dies hilft, eine fundierte Entscheidung zu treffen und unerwartete finanzielle Belastungen zu vermeiden.

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