Automobilbranche im Wandel: KI, Kooperationen und neue Strategien

Automobilbranche im Wandel: KI, Kooperationen und neue Strategien

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Die Automobilindustrie sieht sich derzeit mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert: Zölle, Schocks in den Lieferketten, damit verbundene Kostensteigerungen, intensiver Wettbewerb aus China und eine ungleichmäßige Nachfrage nach Elektrofahrzeugen (EVs). Auf der New York Auto Show zeigten Führungskräfte jedoch eine einheitliche Antwort auf diese vielschichtigen Probleme: Künstliche Intelligenz (KI). Diese technologische Wette könnte die Art und Weise, wie Fahrzeuge entworfen, gebaut und verkauft werden, grundlegend verändern und die Produktentwicklungszeiten erheblich verkürzen.

KI als Beschleuniger in der Fahrzeugentwicklung

Die Entwicklung eines neuen Fahrzeugs dauerte jahrzehntelang typischerweise vier bis sechs Jahre vom Design bis zur Produktion. Diese Zeitspanne ist angesichts der Notwendigkeit, schneller auf schwankende Nachfrage und globale Störungen zu reagieren, nicht mehr tragbar. Automobilhersteller setzen nun auf KI, um diesen Prozess zu beschleunigen.

Nissan-Führungskräfte streben beispielsweise eine drastische Verkürzung der Entwicklungszeit an: 36 Monate für einen neuen Antriebsstrang und etwa 30 Monate für Fahrzeuge, die auf derselben Plattform gebaut werden. Eric Ledieu, Vizepräsident von Infiniti America, Nissans Luxusmarke, betonte gegenüber Business Insider: "Die Vorlaufzeit bis zur Entwicklungszeit beträgt alles in allem ein paar Jahre. Diesen Zyklus zu verkürzen, ist wirklich unser Ziel." Auch Hyundai verfolgt ähnliche Ziele, ohne jedoch genaue Zeitpläne zu nennen. Randy Parker, CEO von Hyundai Motor North America, erklärte: "Diejenigen, die KI heute nutzen, werden effizienter und effektiver sein. Je schneller man sich darauf einlässt, desto schneller kann man sie nutzen. Ich denke, es wird helfen, effizienter zu sein und viel schneller auf den Markt zu kommen." Toyota, Ford und GM äußerten sich ebenfalls in diese Richtung, alle mit dem Wunsch, effizienter zu werden.

Kooperationen und Konsolidierung als Kostenbremse

Ein weiterer Weg zur Beschleunigung und Kostensenkung ist die Zusammenarbeit. Die Markteinführung eines neuen Autos kostet typischerweise 1 Milliarde US-Dollar oder mehr. Daher entscheiden sich immer mehr Automobilhersteller, dies nicht allein zu tun.

Toyota und Subaru haben beispielsweise bei EVs zusammengearbeitet und bieten nun vier eng verwandte Modelle an. Nissans Rogue Plug-In Hybrid ist eine umbenannte Version des Mitsubishi Outlander, und Rams ProMaster City Transporter teilt Schlüsselkomponenten mit dem in Europa verkauften Fiat Scudo. Ponz Pandikuthira, Chief Product and Planning Officer bei Nissan und Infiniti, sieht einen "riesigen Schock für diese Industrie" und die Notwendigkeit einer Konsolidierung. Er fügte hinzu, dass die Kosten so stark steigen, dass es nicht unbedingt eine Fusion sein muss, sondern auch gemeinsame Projekte ausreichen. Pandikuthira prognostiziert, dass Automobilhersteller, die weniger als 5 bis 8 Millionen Fahrzeuge pro Jahr produzieren, Schwierigkeiten haben könnten, allein zu überleben.

Die Rückkehr der Limousine und neue Design-Trends

Nachdem US-Automobilhersteller jahrelang auf margenstärkere SUVs und Trucks gesetzt hatten, könnte sich diese Kalkulation nun ändern. Angesichts der weiterhin steigenden Verbraucherkosten erwägen mehrere Führungskräfte kleinere, erschwinglichere Fahrzeuge – einschließlich Limousinen –, um Käufer zu erreichen, die aus dem Markt gedrängt wurden.

Limousinen sind zudem aerodynamischer als SUVs, was sie zu einer besseren Wahl für EVs macht, bei denen Effizienz entscheidend ist. Auch ein kultureller Wandel zeichnet sich ab. Eric Ledieu bemerkte, dass die jüngere Generation möglicherweise nach Differenzierung sucht, da SUVs und Crossover "das sind, was Mama und Papa fahren". Ein sichtbarer Designtrend auf der Auto Show war der Aufstieg von LED-Lichtbalken, die sich über die gesamte Breite der Fahrzeugfront oder des Hecks erstrecken und schnell zum Standard werden.

Marketing im Wandel: Hohe Kosten und neue Wege

Die Präsentation auf der New York Auto Show ist kostspielig; mehrere Führungskräfte sprachen von sieben- und manchmal achtstelligen Beträgen. Diese Kosten verändern die Art und Weise, wie und wo Automobilhersteller ihre wichtigsten Fahrzeuge enthüllen.

Infiniti präsentierte seinen kommenden 2027 QX65 SUV bei einem eigenständigen Event Tage vor den Medienvorschauen. Volkswagen zeigte seinen neu gestalteten 2027 Atlas in einem Lagerhaus einen Tag vor der Eröffnung des Javitz Centers für die Presse. Selbst Newcomer wie das EV-Truck-Startup Slate, das von Jeff Bezos unterstützt wird, entschieden sich für kleinere, externe Veranstaltungsorte. Eric Ledieu fasste zusammen: "Früher waren Auto-Shows der einzige Ort, an dem man ein Auto enthüllte. Jetzt enthüllt man sie an allen möglichen Orten."

Die Favoriten der Manager: Ein Blick hinter die Kulissen

Inmitten all der Diskussionen über Lieferketten, geopolitische Risiken und die unsichere Zukunft der Branche wurde Führungskräften auch eine leichtere Frage gestellt: Welches Auto eines anderen Herstellers würden sie mit nach Hause nehmen, wenn sie die Wahl hätten? Bentley war der klare Favorit, wobei vier Manager die Luxusmarke wählten, darunter zwei, die die Flying Spur Limousine hervorhoben. Weitere Nennungen waren Chevys Mid-Engine Corvette und Hyundais Body-on-Frame Boulder Konzept.

KI-Adoption über die Automobilbranche hinaus: Ein breiterer Trend

Die verstärkte Nutzung von KI zur Effizienzsteigerung und Modernisierung ist nicht auf die Automobilindustrie beschränkt, sondern ein umfassender Trend in der Unternehmenswelt. NTT DATA und Amazon Web Services (AWS) haben eine mehrjährige strategische Kooperationsvereinbarung geschlossen, um Legacy-Systeme zu modernisieren und die Einführung von Agentic AI in Unternehmen zu beschleunigen. Diese Partnerschaft zielt darauf ab, maßgeschneiderte Lösungen für die Skalierung von Innovationen in regulierten Sektoren, wachstumsstarken Branchen und globalen Märkten bereitzustellen.

Abhijit Dubey, CEO von NTT DATA, betonte: "Cloud und KI sind Säulen der Geschäftstransformation. Durch diese strategische Vereinbarung mit AWS helfen wir unseren Kunden, über die experimentelle Phase hinauszugehen und KI verantwortungsvoll und mit echtem Einfluss zu skalieren." Die Beschleunigung der digitalen Transformation hat eine Nachfrage nach Architekturen geschaffen, die autonome Systeme und fortschrittliches Datenmanagement unterstützen. Agentic AI – autonome Agenten, die Aufgaben innerhalb von Geschäftsworkflows ausführen können – erfordert eine robuste, sichere und skalierbare Cloud-Infrastruktur, um effektiv zu funktionieren. NTT DATA plant zudem, in den nächsten drei Jahren weitere 10.000 Fachkräfte zu schulen und zu zertifizieren, um den Bedarf an Expertise für komplexe KI- und Cloud-Migrationen zu decken. Dieser breite Ansatz zeigt, dass die KI-Revolution, die die Automobilbranche erfasst, ein Spiegelbild einer umfassenderen digitalen Transformation ist, die Unternehmen weltweit prägt.

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