Avelo Airlines beendet umstrittene ICE-Abschiebeflüge und strafft Netzwerk

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Avelo Airlines beendet ihre umstrittenen Abschiebeflüge für die US-Einwanderungsbehörde ICE zum 27. Januar. Diese Entscheidung ist Teil einer umfassenden Neuausrichtung der Netzwerkstrategie, die auf die Verbesserung der Bilanz und die Erzielung konsistenterer Einnahmen abzielt. Die Flüge hatten der Billigfluggesellschaft zwar kurzfristige Vorteile gebracht, erwiesen sich jedoch als nicht nachhaltig profitabel und führten zu erheblichem öffentlichen Widerstand.

Ende der ICE-Flüge und Basisschließung in Mesa

Avelo Airlines wird ihre Beteiligung am Charterprogramm des Department of Homeland Security (DHS) zum 27. Januar einstellen. Dies beinhaltet das Ende der Abschiebeflüge, die sowohl unter der Trump- als auch der Biden-Administration durchgeführt wurden. Die Fluggesellschaft schließt gleichzeitig ihre Basis in Mesa, Arizona (AZA), die das operative Zentrum für diese Flüge war.

Ein Sprecher von Avelo bestätigte gegenüber Business Insider, dass das Programm zwar kurzfristige Vorteile bot, "letztendlich aber nicht genügend konsistente und vorhersehbare Einnahmen lieferte, um seine operative Komplexität und Kosten zu überwinden." Die Airline hatte die Flüge im Mai aufgenommen und sah sich seitdem mit erheblichem Gegenwind von Reisenden und Protesten an Flughäfen wie Albany, Burbank und New Haven konfrontiert.

Finanzielle Motive und öffentliche Kritik

Avelo Airlines hatte die Entscheidung, Abschiebeflüge durchzuführen, stets als finanziell motiviert dargestellt. CEO Andrew Levy bezeichnete das Thema als "sensibel und kompliziert", betonte jedoch, dass die ICE-Charterflüge dem Unternehmen Stabilität verleihen und Arbeitsplätze sichern würden. Ein Sprecher erklärte im April, dass Avelo als US-Fluggesellschaft der Aufforderung des Landes nachkomme, unabhängig von der jeweiligen Regierung.

Aktivisten kritisierten Avelos Engagement scharf, da es für eine kommerzielle Linienfluggesellschaft ungewöhnlich sei, Flugzeuge und Besatzungen für ICE-Flüge bereitzustellen. Diese Kritik fiel mit der Ausweitung der Abschiebungsaktivitäten unter der Trump-Administration zusammen, die den Bedarf der ICE an zusätzlichen Betreibern erhöhte. Zwischen der Amtseinführung von Präsident Donald Trump am 20. Januar und dem 30. November 2025 gab es laut der gemeinnützigen Organisation Human Rights First fast 12.000 Abschiebungs-, Inlands-Shuttle- und andere abschiebebezogene Flüge.

Sicherheitsbedenken und Personalfragen

Neben der öffentlichen Kritik gab es auch Bedenken hinsichtlich der Sicherheit der Avelo-Flüge. Die Flugbegleitergewerkschaft von Avelo wies in einem Memo vom September an die Geschäftsleitung darauf hin, dass das Kabinenpersonal "entmutigt oder daran gehindert wurde, die von der FAA vorgeschriebenen Sicherheitskontrollen und Kabinendurchgänge durchzuführen." Zudem seien keine Flugzeugmodifikationen vorgenommen worden, die eine Evakuierung gefesselter Passagiere im Notfall ermöglichen würden.

Für diese speziellen ICE-Flüge wurde Personal, einschließlich Flugbegleiter, Piloten und Mechaniker, eigens eingestellt. Laut einer Stellenausschreibung vom April begann die Bezahlung für Flugbegleiter bei 28 US-Dollar pro Stunde. Die genaue Höhe der Einnahmen, die Avelo aus dem 151-Millionen-Dollar-Regierungsvertrag mit ICE generiert hat, wurde nicht offengelegt. Andere Charterfluggesellschaften wie Global Crossing Airlines und Eastern Air Express führen diese Flüge weiterhin durch; GlobalX erwartet beispielsweise aus einem Fünfjahresvertrag von 2024 rund 65 Millionen US-Dollar Jahresumsatz.

Umfassende Neuausrichtung der Netzwerkstrategie

Das Ende der ICE-Flüge ist Teil einer weitreichenden strategischen Neuausrichtung von Avelo Airlines, die darauf abzielt, die Bilanz nach Jahren inkonsistenter Einnahmen zu stärken. Die Billigfluggesellschaft hat bereits mehrere Basen geschlossen und sechs Flugzeuge aus ihrer Flotte entfernt. Im Oktober wurde der gesamte Westküstenbetrieb aufgrund geringer Nachfrage eingestellt, und der Fokus liegt nun auf der Ostküste.

Weitere Basisschließungen betreffen Raleigh und Wilmington, North Carolina, sowie den Bradley International Airport in Hartford, Connecticut, im Januar. Die im April 2025 eröffnete Basis in Wilmington (ILM) wird ebenfalls geschlossen. Von ILM werden zahlreiche Routen, darunter die internationale Verbindung nach Punta Cana, gestrichen. Avelo wird ILM künftig nur noch von vier Zielen aus anfliegen: Nashville, New Haven, D.C./Baltimore und Tampa. Ein Sprecher von Avelo erklärte, dass ILM kein "geschützter Flughafen" sei und die meisten betroffenen Routen aufgrund der Nachfrage nicht von mehr als einer Fluggesellschaft bedient werden könnten.

Fokus auf Kernbasen und Flottenmodernisierung

Avelo plant, sich auf vier Kernflughäfen im Jahr 2026 zu konzentrieren: New Haven, Connecticut; Wilmington, Delaware (als Dienst für die Region Philadelphia); Charlotte, North Carolina (vom Concord-Padgett Regional Airport aus); und Lakeland, Florida (zwischen Orlando und Tampa gelegen). Ende 2026 soll zudem eine Basis in McKinney, Texas, nahe Dallas, eröffnet werden.

Diese Neuausrichtung unterstreicht Avelos Strategie, Sekundärflughäfen mit größeren Metropolregionen zu verbinden. Zur Flottenmodernisierung gehört eine Bestellung von Embraer E195-E2 Flugzeugen, kleineren Regionaljets, was eine Abkehr von der traditionellen Boeing-Flotte darstellt. Das Unternehmen erklärte, diese Änderungen würden Avelo ermöglichen, "fünf Kernbasen im Jahr 2026 nachhaltig zu skalieren und das Unternehmen auf Wachstum in den kommenden Jahren vorzubereiten, unterstützt durch die jüngste Bestellung von bis zu 100 Embraer 195-E2 Flugzeugen."

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