Avelo Airlines stoppt ICE-Abschiebeflüge nach finanziellen und öffentlichen Herausforderungen

Avelo Airlines stoppt ICE-Abschiebeflüge nach finanziellen und öffentlichen Herausforderungen

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Die US-Billigfluggesellschaft Avelo Airlines wird ihre umstrittenen Abschiebeflüge für das Department of Homeland Security (DHS) einstellen. Dieser Schritt, der zum 27. Januar wirksam wird, beendet einen Vertrag, der die Einwanderungsdurchsetzungsbemühungen der US-Regierung unterstützte und die Airline in den Mittelpunkt einer politischen Kontroverse rückte.

Avelo beendet umstrittene Flüge für DHS

Avelo Airlines, eine in Houston ansässige Fluggesellschaft, die 2021 gegründet wurde, gab bekannt, dass sie keine Migrantenabschiebeflüge mehr für das DHS durchführen wird. Die Entscheidung führt zur Schließung des Drehkreuzes am Mesa Gateway Airport in Phoenix, Arizona, wo die Migrationsflugoperationen angesiedelt waren. Eine Sprecherin von Avelo erklärte, dass das Programm zwar kurzfristige Vorteile bot, aber letztendlich nicht genügend konsistente und vorhersehbare Einnahmen lieferte, um die operative Komplexität und die Kosten zu überwinden.

Das DHS hatte nie direkt einen Vertrag mit Avelo Airlines. Stattdessen arbeitete die Bundesbehörde mit CSI Aviation zusammen, die Avelo als Subunternehmer für Charterdienste für Immigration and Customs Enforcement (ICE) beauftragte.

Finanzielle Gründe und operative Komplexität

Andrew Levy, Gründer und CEO von Avelo, hatte im April des Vorjahres noch Zuversicht geäußert, dass das Abschiebefluggeschäft das Wachstum der Fluggesellschaft vorantreiben würde, räumte jedoch ein, dass es sich um ein "sensibles und kompliziertes Thema" handelte. Er betonte damals, dass die Charterflüge Stabilität bieten und die mehr als 1.100 Crewmitglieder langfristig beschäftigen würden.

Die Realität sah anders aus: Das Programm lieferte nicht die erwartete finanzielle Stabilität. Levy informierte Mitarbeiter per E-Mail, dass der Wechsel zu Stellenstreichungen führen werde, obwohl Transfermöglichkeiten angeboten würden. Zudem wird Avelo sechs ihrer Boeing 737-700 Flugzeuge zurückgeben. Der Vertrag zwischen ICE und CSI Aviation, der die Avelo-Flüge verwaltete, ist laut öffentlichen Aufzeichnungen über 560 Millionen US-Dollar wert.

Öffentlicher Druck und Proteste als Einflussfaktor

Die Entscheidung von Avelo, Abschiebeflüge durchzuführen, löste seit April des Vorjahres erheblichen öffentlichen Widerstand aus. Proteste, Boykotte und Kritik kamen von Reisenden, Flugbegleitergewerkschaften, lokalen Politikern und Einwanderungsaktivisten. Organisationen wie The Indivisible Project, Siembra NC und die Coalition to Stop Avelo organisierten landesweit Demonstrationen an Dutzenden von Flughäfen.

Ezra Levin, Co-Geschäftsführer von Indivisible, lobte den Schritt von Avelo und kommentierte, dass die Fluggesellschaft nach Monaten sinkender Verkaufszahlen und gestrichener kommerzieller Flüge gezwungen war, sich von Verträgen zurückzuziehen, die Einwandererfamilien schadeten und Mitarbeiter destabilisierten. Auch Andrew Willis Garcés von Siembra NC bezeichnete die Entscheidung als "Sieg für Tausende von Menschen", die gegen die Fluggesellschaft protestiert hatten. Die Association of Flight Attendants-CWA unterstützte ebenfalls die Beendigung der ICE-Flüge und äußerte die Hoffnung auf eine stabilere Zukunft für die Flugbegleiter bei Avelo.

Die Rolle von CSI Aviation und die Haltung des DHS

Wie Avelo-Kommunikationsmanagerin Courtney Goff bestätigte, war Avelo ein Subunternehmer von CSI Aviation, dem Hauptauftragnehmer für ICE-Abschiebeflüge. Das DHS erklärte, dass es weiterhin seinen beauftragten Dienstleister nutzen werde, der mit mehreren Fluggesellschaften zusammenarbeitet, um das "Mandat des amerikanischen Volkes für Massenabschiebungen krimineller illegaler Ausländer" zu unterstützen. GlobalX ist ein weiterer Charteranbieter, der laut Tom Cartwright von Witness at the Border etwa 70 % der DHS-Flüge abwickelt.

Laut einem Bericht der Non-Profit-Organisation Human Rights First, die ICE-Flüge verfolgt, führte die Trump-Regierung in einem Zeitraum von Januar bis Ende November mindestens 11.192 ICE-Charterflüge durch, wobei Avelo etwa 17 % aller Flüge im November bediente.

Auswirkungen auf Avelos Geschäftsstrategie

Mit dem Ende der Abschiebeflüge will sich Avelo Airlines wieder auf ihr Kerngeschäft konzentrieren: kommerzielle Billigflüge. Die Fluggesellschaft betreibt Flüge zu Dutzenden von Zielen, unter anderem in der Karibik, von vier US-Drehkreuzen aus. Sie plant die Eröffnung einer fünften Basis in Dallas Ende 2026.

Die Schließung des Drehkreuzes in Mesa ist nicht die einzige Anpassung im Netzwerk von Avelo. Bereits im Juli zog sich die Fluggesellschaft von der Westküste zurück und beendete den Dienst in Kalifornien, Oregon, Washington und Nevada. Auch die Basen in Raleigh-Durham, N.C., und Wilmington, N.C., werden geschlossen, obwohl diese Städte weiterhin von anderen Avelo-Drehkreuzen aus bedient werden. Diese strategischen Neuausrichtungen unterstreichen Avelos Bestreben, die Rentabilität und Stabilität im kommerziellen Fluggeschäft zu sichern.

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