Baidu-Tochter Kunlunxin strebt Hongkong-IPO an: Chinas KI-Chip-Offensive

Baidu-Tochter Kunlunxin strebt Hongkong-IPO an: Chinas KI-Chip-Offensive

Aktualisiert:
5 Min. Lesezeit
AI-Generated
Human-verified
Teilen:

Keine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken

Der chinesische Tech-Gigant Baidu plant die Ausgliederung seiner KI-Chip-Tochter Kunlunxin und deren Börsennotierung in Hongkong. Dieser Schritt erfolgt vor dem Hintergrund intensiver Bemühungen Pekings, die Halbleiter-Selbstversorgung zu fördern und chinesischen Chip-Herstellern den Zugang zu Kapital zu erleichtern. Die vertrauliche Einreichung des Antrags bei der Hongkonger Börse signalisiert eine weitere Beschleunigung in Chinas Bestreben, heimische Alternativen zu entwickeln.

Baidu treibt Unabhängigkeit voran: Kunlunxin strebt Börsengang an

Baidu, ein führender Akteur im wachsenden KI-Sektor Chinas, hat bekannt gegeben, dass seine auf künstliche Intelligenz spezialisierte Chip-Tochter Kunlunxin einen vertraulichen Antrag für eine Börsennotierung an der Hongkonger Börse eingereicht hat. Details des Angebots, einschließlich Größe und Struktur, sind noch nicht finalisiert. Baidu besitzt Berichten zufolge etwa 59 Prozent an Kunlunxin, dessen Wert von Insidern auf mindestens 3 Milliarden US-Dollar geschätzt wird.

Der geplante Börsengang erfordert noch die Genehmigung verschiedener Aufsichtsbehörden, darunter der chinesischen Wertpapieraufsichtsbehörde. Baidu betonte, dass es keine Garantie für die Durchführung der Ausgliederung gibt. Kunlunxin soll auch nach einem erfolgreichen IPO eine Tochtergesellschaft von Baidu bleiben.

Hintergrund der Entscheidung: Strategie und Marktumfeld

Die Ausgliederung von Kunlunxin steht im Einklang mit Baidus Strategie, das eigenständige Potenzial der Einheit hervorzuheben, sektorspezifische Investoren anzuziehen und die Finanzierungsoptionen zu erweitern. Baidu ist sowohl ein Abnehmer spezialisierter KI-Chips für Rechenzentren und Cloud Computing als auch ein Entwickler dieser Chips durch Kunlunxin. Ein separater Börsengang soll zudem das Profil von Kunlunxin bei Kunden, Lieferanten und potenziellen Partnern schärfen, um mehr Geschäft zu generieren und die Kapitalmärkte für weitere Finanzierungen zu nutzen.

Dieser Schritt erfolgt vor dem Hintergrund verschärfter Technologie-Spannungen zwischen den USA und China. Beide Länder haben verschiedene Beschränkungen für den Zugang chinesischer KI-Unternehmen zu führenden KI-Chips des kalifornischen Herstellers Nvidia verhängt. Peking hat im Gegenzug den Kauf heimischer Chips verstärkt gefördert und Milliarden an öffentlichen Geldern für die Entwicklung mobilisiert.

Chinas Ambitionen im KI-Chip-Sektor

China intensiviert seine Bemühungen, zukünftige nationale Champions in der KI-Industrie zu fördern. Kunlunxin ist eines der wenigen chinesischen Unternehmen, das in der Lage ist, die leistungsstarken Beschleuniger zu entwickeln, die für KI-Operationen unerlässlich sind. Zusammen mit Firmen wie Huawei Technologies und Cambricon Technologies wird Kunlunxin voraussichtlich eine zentrale Rolle in Pekings Bestreben spielen, die Abhängigkeit des Landes von US-Technologie wie Nvidia-Chips zu verringern.

Analysten stellen fest, dass chinesische KI-Startups schneller an die öffentlichen Märkte gelangen als ihre US-amerikanischen Pendants. Dies liegt an unterstützenden heimischen Politiken und klareren Wegen zu Unternehmenseinnahmen. Dieser Trend spiegelt divergierende KI-Entwicklungspfade wider: schnelle Kommerzialisierung in China gegenüber eher kontrollierten, forschungsorientierten Ansätzen in den USA.

Erfolgreiche Börsengänge anderer chinesischer Chip-Hersteller

In den letzten Monaten haben mehrere chinesische Chip-Hersteller Pläne für Börsengänge angekündigt oder diese bereits erfolgreich durchgeführt.

  • Biren Technology: Das erste chinesische GPU-Startup, das in Hongkong gelistet wurde, verdoppelte sich an seinem Handelsdebüt im Januar 2026. Die Aktien eröffneten bei 35,70 HK$ und stiegen um bis zu 119 Prozent auf 42,88 HK$, deutlich über dem IPO-Preis von 19,60 HK$. Das Unternehmen sammelte 5,58 Milliarden HK$ (717 Millionen US-Dollar) ein und wurde mit rund 11 Milliarden US-Dollar bewertet. Die Nachfrage war außergewöhnlich hoch, mit einer 2.347-fachen Überzeichnung durch Kleinanleger und einer 26-fachen Überzeichnung bei institutionellen Orders. Biren wurde 2019 gegründet und entwickelt Allzweck-GPUs. Trotz der Aufnahme auf Washingtons Entity List im Oktober 2023 blieb die Investorenbereitschaft robust.
  • **Moore Threads:** Hat ebenfalls Pläne für eine Notierung angekündigt.
  • Zhipu AI und Iluvatar CoreX: Sind für Debüts am 8. Januar 2026 geplant. Shanghai Iluvatar CoreX Semiconductor begann am Dienstag, Investorenaufträge für ein 3,7 Milliarden HK$ (472 Millionen S$) schweres Hongkong-IPO entgegenzunehmen.
  • Sieben weitere Unternehmen reichten allein am Neujahrstag 2026 Listing-Anträge ein.

Regionaler Chip-Boom in Asien

Die optimistische Stimmung im Halbleitersektor ist nicht auf China beschränkt, sondern erfasst die gesamte Region.

  • Südkorea: Der KOSPI-Index stieg im Januar 2026 um 1,6 Prozent auf 4.281 Punkte und brach innerhalb weniger Minuten nach Handelsbeginn sein Allzeithoch.
  • Samsung Electronics sprang um 3,5 Prozent auf ein 52-Wochen-Hoch von 124.100 Won, nachdem der CEO eine starke Kundenakzeptanz für HBM4-Chips bekannt gab.
  • SK Hynix kletterte auf ein Intraday-Rekordhoch von 668.000 Won.
  • Analysten erhöhten ihre Ausblicke erheblich, mit Daol Investment & Securities, die Kursziele für Samsung auf 160.000 Won und für SK Hynix auf 950.000 Won anhoben. Daishin Securities prognostizierte, dass SK Hynix in diesem Jahr einen operativen Gewinn von 100 Billionen Won erzielen könnte, ein historischer Meilenstein.
  • Die Halbleiterexporte im Dezember 2025 stiegen im Jahresvergleich um 22,2 Prozent auf 173,4 Milliarden US-Dollar, was einen weiteren Rekord darstellt, da Investitionen in KI-Server und die Nachfrage nach HBM-Chips das Wachstum weiterhin antreiben.
  • Taiwan: Die taiwanesischen Halbleitergiganten beteiligten sich ebenfalls an der regionalen Rallye. TSMC stieg im regulären Handel um 1,44 Prozent auf 303,89 US-Dollar und weitete die Gewinne auf 309,4 US-Dollar aus.

Die Baidu-Aktien stiegen im Jahr 2025 um 59 Prozent und am Freitag, dem Tag der Kunlunxin-Ankündigung, um bis zu 5,9 Prozent. Dies unterstreicht das Vertrauen des Marktes in Baidus strategische Ausrichtung und das Potenzial seiner KI-Chip-Sparte.