Banken setzen auf digitale Assets: FIS treibt Stablecoins und Token voran

Banken setzen auf digitale Assets: FIS treibt Stablecoins und Token voran

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Das Interesse von Banken an digitalen Assets wie Stablecoins und tokenisierten Einlagen nimmt deutlich zu. Finanzdienstleister wie FIS reagieren auf diesen Trend und entwickeln Strategien, um Banken bei der Integration dieser neuen Technologien zu unterstützen. Dies geschieht in einem Umfeld, in dem fast die Hälfte der Banken plant, eigene Stablecoins herauszugeben.

Steigendes Interesse an digitalen Assets bei Banken

Die Akzeptanz digitaler Assets im Bankensektor wächst rasant. Laut einer Analyse von American Banker haben 30 Prozent der Banken Stablecoins "auf dem Radar", was einem Anstieg von 18 Prozent innerhalb von drei Monaten entspricht. Auch das Interesse an tokenisierten Einlagen, einer Blockchain-basierten Alternative zu Stablecoins, ist um 18 Prozent gestiegen, wobei 38 Prozent der Bankmanager diese im Blick haben. Eine weitere Umfrage von American Banker zeigt, dass knapp die Hälfte der Banken voraussichtlich eigene Stablecoins emittieren wird, bei nationalen Banken sogar mehr als die Hälfte.

David Trecker, Leiter der Digital-Assets-Strategie bei FIS, bestätigt das hohe Interesse: "Das Interesse ist sehr hoch, aber die Frage ist, wie sich das in Taten umsetzt und was hinter dieser Dynamik steckt." Er führt das gestiegene Interesse auf Fortschritte in der Regulierung zurück, die Banken mehr Klarheit bei Entscheidungen über Stablecoins und tokenisierte Einlagen verschaffen. Trecker betont: "Wir sind über den Punkt hinaus, an dem regulatorische Klarheit ein triftiger Grund ist, abseits zu stehen."

FIS' Strategie: Partnerschaft und Technologie

FIS verfolgt eine klare Strategie, um Banken den Einstieg in Stablecoins zu ermöglichen. Ein zentraler Pfeiler ist die Partnerschaft mit Circle, um Banken die Abwicklung von Transaktionen in USDC, dem Stablecoin von Circle, zu ermöglichen. Banken können FIS und Circle nutzen, um nationale und globale Stablecoin-Zahlungen in USDC durchzuführen.

Trecker beschreibt die Situation für Banken als "Innovator's Dilemma". Er argumentiert, dass Banken Stablecoins als Absicherung gegen zukünftigen Wettbewerb einführen werden, selbst wenn der Nutzen noch nicht vollständig klar ist. Die Zusammenarbeit mit Circle ist zudem in den Money Movement Hub von FIS integriert, der Finanzinstituten den Zugang zu verschiedenen Zahlungsnetzwerken für unterschiedliche Zahlungstypen, einschließlich Kryptowährungen und traditionellem Geld, ermöglicht. Diese Schritte sind Teil einer langfristigen strategischen Neuausrichtung von FIS, die sich nach der Veräußerung eines großen Anteils an Worldpay stärker auf Banktechnologie konzentriert.

FIS hat nicht offengelegt, wie viele Banken die Circle-Partnerschaft bereits nutzen. Trecker merkt an, dass Banken zunächst die Nutzungsmöglichkeiten von Stablecoins oder der zugrunde liegenden Distributed-Ledger-Technologie prüfen, bevor sie tiefere Schritte unternehmen. Er erwartet, dass nicht alle Banken digitale Assets unterstützen werden: "Es könnte etwa zehn Prozent der Kunden geben, die eine ausgehende grenzüberschreitende Zahlung tätigen möchten, oder einen Kunden, der große Zahlungen über Stablecoin-Schienen abwickeln möchte."

Stablecoins vs. Tokenisierte Einlagen: Die Wahl der Banken

Neben Stablecoins hat FIS auch Technologien zur Unterstützung tokenisierter Einlagen entwickelt, die bei Banken wie JPMorganChase und BMO als Alternative zu Stablecoins auf Interesse stoßen. Auch kleinere Banken zeigen Interesse; so hat Vast Holdings, die Muttergesellschaft der Vast Community Bank, mit der Digital-Asset-Handelsplattform Uphold und dem Emittenten tokenisierter Einlagen USBC zusammengearbeitet, um eine tokenisierte Einlage herauszugeben.

Trecker erklärt die Motivation der Banken: "Die Banken sind besorgt über den Abfluss von Einlagen aufgrund von Stablecoins. Aber es gibt auch die Überzeugung, dass Stablecoins den Agentic Commerce ermöglichen werden (aufgrund schnellerer Verarbeitung), daher müssen Banken Stablecoins auch aus dieser Perspektive betrachten." Ein wesentlicher Vorteil tokenisierter Einlagen ist ihre FDIC-Versicherung, da sie durch Einlagen bei einzelnen Banken gedeckt sind.

Allerdings gibt es Herausforderungen hinsichtlich der Skalierbarkeit. Trecker fragt: "Tokenisierte Einlagen sind auf den Perimeter einer Bank beschränkt. Wird eine andere Bank, die eine tokenisierte Einlage erhält, sofortigen Zugang ermöglichen? Und selbst wenn es ein Multi-Bank-Netzwerk gibt, wird es groß genug sein, um wertvoll zu sein?"

Wettbewerb und die Rolle traditioneller Anbieter

FIS hat seine Agentic-Commerce-Technologie im Rahmen seiner neuen, auf Banktechnologie fokussierten Strategie ebenfalls ausgebaut und konkurriert dabei mit Anbietern wie Fiserv, Jack Henry und verschiedenen Fintechs. Fiserv, ein direkter Wettbewerber von FIS, bietet ebenfalls eine Digital-Asset-Plattform sowie eine Reihe von KI-gestützten Zahlungsprodukten an.

Die Digital-Asset-Plattform von Fiserv umfasst den Stablecoin FIUSD, der auf der Solana-Blockchain verfügbar ist und die Stablecoin-Infrastruktur von Paxos und Circle nutzt. Fiserv lehnte es ab, Informationen über die Akzeptanz von FIUSD oder anderen Stablecoin-Technologien bereitzustellen. Fiserv setzt auf Agentic Commerce und Blockchain, um die Erträge nach einem jüngsten Rückgang zu steigern.

James Wester, Direktor für Kryptowährungen und Co-Leiter für Zahlungen bei Javelin Strategy & Research, sieht eine wichtige Rolle für traditionelle Technologieanbieter: "Es gibt einen Platz für die etablierten Technologieanbieter bei der Ermöglichung von Stablecoins und Einlagen-Tokens, da sie zwischen Banken und dem tatsächlichen Geldfluss sitzen." Dies gelte insbesondere für kleinere Institute, die für den Großteil ihrer Technologie auf diese Anbieter angewiesen sind. Wester warnt jedoch, dass traditionelle Anbieter Stablecoins und Einlagen-Tokens nicht nur als eine weitere "Schiene" behandeln dürfen. "Tokens und Stablecoins verändern die Struktur von Zahlungen, nicht nur deren Weiterleitung, und wenn sich das nicht in den Anbieterplattformen widerspiegelt, werden kleinere Banken nicht viel davon haben."

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