
Berkshire Hathaway: Buffetts letztes CEO-Jahr und S&P 500 Performance
ℹKeine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken
Berkshire Hathaway, unter der Führung des scheidenden CEOs Warren Buffett, liegt im Jahr 2025 voraussichtlich hinter dem S&P 500 zurück. Trotz einer beeindruckenden historischen Erfolgsbilanz und erheblicher Cash-Reserven markiert dieses Jahr eine bemerkenswerte Phase für das Konglomerat, das sich auf den Führungswechsel zu Greg Abel vorbereitet.
Berkshire Hathaways Performance im Jahr 2025
Mit nur noch wenigen Handelstagen im Jahr 2025 verzeichneten die B-Aktien von Berkshire Hathaway (BRK.B) ein Plus von 11,3 % seit Jahresbeginn. Dies steht im Kontrast zum S&P 500, der im gleichen Zeitraum um 16,8 % zulegte. Berücksichtigt man die Dividenden, erhöht sich der S&P 500-Gewinn auf 18,2 % seit Jahresbeginn, was einen Rückstand von fast 7 Prozentpunkten für Berkshire Hathaway bedeutet.
Kurz vor Buffetts Ankündigung im Mai, Ende des Jahres als CEO zurückzutreten, übertrafen die B-Aktien den S&P 500 noch um 22,4 Prozentpunkte. In den drei Monaten nach dieser Ankündigung fielen die BRKB-Aktien um 14,9 % auf ein Tief von 459,11 US-Dollar am 4. August, konnten sich aber seither um 9,9 % erholen. Jüngste Entwicklungen im Dezember zeigten jedoch eine Annäherung, da Berkshire Hathaway in den letzten Monaten um 7,4 % zulegte, während der S&P 500 leicht um 0,4 % nachgab.
Historische Outperformance und Buffetts Vermächtnis
Warren Buffett, der seit 1970 die CEO-Rolle bei Berkshire Hathaway innehat, ist bekannt für seine außergewöhnlichen Renditen. In drei der letzten vier Jahre und in elf der letzten zwanzig Jahre übertraf Berkshire Hathaway den S&P 500. Besonders hervorzuheben ist das Jahr 2022, in dem BRKB ein Plus von 3,3 % erzielte, während der S&P 500 um 17,5 % fiel. Auch in schwierigen Marktphasen wie 2018 und 2008 zeigte Berkshire eine relative Stärke.
Buffetts langfristige Erfolgsbilanz ist unübertroffen: Von 1964 bis 2024 erzielte Berkshire eine Gesamtrendite von 5.502.284 %, was dem Doppelten der durchschnittlichen jährlichen Rendite des S&P 500 entspricht.
Herausforderungen und Investmentstrategie
Einige Aktien im Berkshire-Portfolio haben im Jahr 2025 unterdurchschnittlich abgeschnitten, darunter Pool Corp (NASDAQ:POOL). Berkshire Hathaway erhöhte seine Position in Pool Corp im ersten und zweiten Quartal 2025 erheblich, doch die Aktie verzeichnete seit Ende des zweiten Quartals einen Verlust von rund 13,6 %, was einem Buchverlust von 137 Millionen US-Dollar für Berkshire entspricht.
Gleichzeitig hat Berkshire Hathaway im dritten Quartal 2025 eine neue große Position in Alphabet Class A (NASDAQ:GOOGL) aufgebaut, was die Aktie zu einer der Top-10-Beteiligungen macht. Damit hält Berkshire nun Anteile an drei "Magnificent Seven"-Aktien, neben Apple Inc (NASDAQ:AAPL) und Amazon.com Inc (NASDAQ:AMZN).
Rekord-Cash-Reserven und Buffetts Einschätzung
Ende des dritten Quartals 2025 hielt Berkshire Hathaway rund 382 Milliarden US-Dollar in bar, Barmitteläquivalenten und kurzfristigen US-Staatsanleihen – ein Rekordwert. Dieser Anstieg von 334 Milliarden US-Dollar Ende 2024 spiegelt den Nettoverkauf von Aktien, stabile Ergebnisse der Nicht-Versicherungstöchter und eine Zurückhaltung bei Deals zu überhöhten Preisen wider.
Warren Buffett selbst hat die Erwartungen an eine weitere Outperformance gedämpft. Angesichts der immensen Menge an verfügbarem Kapital sei es schwierig, dass eine einzelne Investition einen signifikanten Einfluss auf die Gesamtperformance habe. Er äußerte, dass Berkshire mit seinem diversifizierten Portfolio aus hochwertigen Unternehmen "etwas besser" als das durchschnittliche amerikanische Unternehmen abschneiden sollte, aber alles darüber hinaus sei "Wunschdenken".
Der Führungswechsel zu Greg Abel
Mit dem Ende des Jahres 2025 wird Warren Buffett als CEO zurücktreten und Greg Abel die Führung übernehmen. Buffett wird weiterhin als Direktor und Großaktionär im Unternehmen bleiben. Dieser Übergang kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Berkshire über eine bemerkenswerte Liquidität verfügt, was Abel Spielraum für zukünftige strategische Entscheidungen gibt. Buffetts defensive Haltung und das Horten von Bargeld werden als Reaktion auf einen überhitzten Markt interpretiert, wobei er auf attraktive Kaufgelegenheiten wartet.
Buffetts "Moat"-Konzept und Philanthropie
Warren Buffett betonte 1999 die Bedeutung des "Moats" (Burggrabens) eines Unternehmens – dessen Fähigkeit, einen Wettbewerbsvorteil zu erhalten. Er erklärte, dass ein breiter Burggraben die Notwendigkeit eines überragenden Managements reduzieren kann, da ein starkes Geschäftsmodell auch Fehler verzeiht. Als Beispiel nannte er Coca-Cola, dessen Markenbekanntheit und emotionale Bindung einen starken Burggraben darstellen.
Abseits der Unternehmensführung ist Warren Buffett auch Mitbegründer des "Giving Pledge", das er 2010 zusammen mit Melinda French Gates und ihrem damaligen Ehemann Bill Gates ins Leben rief. Mehr als 250 der weltweit reichsten Philanthropen haben sich verpflichtet, den Großteil ihres Vermögens für wohltätige Zwecke zu spenden. Melinda French Gates äußerte jedoch, dass das Ziel, die Normen bezüglich des Reichtums zu ändern, noch nicht vollständig erreicht sei und viele Spender noch nicht in ausreichendem Maße gespendet hätten. Sie betonte die Herausforderungen, vertrauenswürdige Organisationen zu finden und den Prozess des Gebens zu beginnen.