
Bernie Sanders fordert Baustopp für KI-Datenzentren: Demokratie soll aufholen
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US-Senator Bernie Sanders (I-Vt.) hat sich für ein nationales Moratorium beim Bau von KI-Datenzentren ausgesprochen. Er argumentiert, dass die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI) eine Pause benötige, damit die Demokratie mit den transformativen Veränderungen Schritt halten und sicherstellen könne, dass die Vorteile der Technologie allen zugutekämen und nicht nur den reichsten Menschen der Welt.
Sanders' Forderung nach einem Moratorium
In einem am Dienstag in sozialen Medien veröffentlichten Video kündigte der Senator aus Vermont an, sich für einen nationalen Baustopp für KI-Datenzentren einzusetzen. Diese Zentren bilden die primäre Infrastruktur, die für die Expansion und das Training von KI unerlässlich ist. Sanders bezeichnete KI als eine der "transformierendsten Technologien in der Geschichte der Menschheit" und betonte, dass ihre Entwicklung zu schnell voranschreite, als dass Gesetzgeber und Bürger mithalten könnten.
„Dieses Moratorium wird der Demokratie eine Chance geben, die transformativen Veränderungen, die wir erleben, aufzuholen und sicherzustellen, dass die Vorteile dieser Technologien uns allen zugutekommen, nicht nur den reichsten Menschen der Erde“, so Sanders. Er ist wahrscheinlich der erste nationale Politiker, der einen solchen Baustopp für KI-Infrastruktur fordert.
Gründe für die vorgeschlagene Verlangsamung
Sanders nannte drei Hauptgründe für die Notwendigkeit, die Entwicklung der KI zu verlangsamen:
- Dominanz durch Reiche: Die Technologie werde von wohlhabenden Tech-Titanen wie Elon Musk, Jeff Bezos, Mark Zuckerberg, Peter Thiel und Bill Gates vorangetrieben, die laut Sanders mehr Reichtum und Macht anstreben, anstatt die arbeitenden Familien zu schützen.
- Potenzieller Arbeitsplatzverlust: Sanders äußerte Bedenken hinsichtlich KI-bedingter Arbeitsplatzverluste. Er zitierte Schätzungen des MIT, wonach KI bis zu 11,7 % der amerikanischen Arbeitskräfte branchenübergreifend ersetzen könnte. Auch Anthropic-CEO Dario Amodei warnte vor bis zu 20 % Arbeitslosigkeit innerhalb der nächsten fünf Jahre, und Ford-CEO Jim Farley prognostizierte, dass KI fast die Hälfte aller Einstiegsjobs im Bürobereich eliminieren könnte.
- Auswirkungen auf menschliche Interaktion: Der Senator warnte vor einer Zukunft, in der Menschen zunehmend isoliert sind und ihre emotionale Unterstützung von Geräten statt von anderen Menschen erhalten. „Denken Sie einen Moment an eine Zukunft, in der Menschen nicht miteinander interagieren und praktisch ihre gesamte Zeit mit Geräten statt mit Menschen verbringen“, sagte Sanders. „Ist das die Art von Zukunft, die Sie wollen? Nun, ich nicht.“
Massive Investitionen und Energiebedarf
Große Technologieunternehmen wie Amazon, Meta, Microsoft, Google und Apple haben im Jahr 2025 kollektiv Hunderte Milliarden Dollar in Kapitalausgaben investiert, wovon ein Großteil in Chips, Server und die für den KI-Boom notwendigen Datenzentren floss. Diese Firmen haben ihren Investoren signalisiert, dass sie für 2026 noch höhere KI-Ausgaben erwarten. Insgesamt werden Billionen von Dollar in die KI-Infrastruktur gepumpt.
Die Energieversorgung dieser Datenzentren ist ein weiterer kritischer Punkt. Experten schätzen, dass Datenzentren bereits etwa 5 % des US-Stromverbrauchs ausmachen, eine Zahl, die mit der Beschleunigung der KI-Einführung voraussichtlich stark ansteigen wird. Sanders verwies auf konkrete Projekte: Ein geplantes Meta-Werk in Louisiana könnte dreimal mehr Strom verbrauchen als New Orleans, und ein OpenAI- und Oracle-Projekt in Texas könnte den Bedarf von etwa 750.000 Haushalten decken. Ein weiteres Meta-Projekt könnte den Bedarf von 1,2 Millionen Haushalten erreichen.
Politische Landschaft und Skepsis gegenüber KI
Obwohl Sanders' Vision derzeit unwahrscheinlich erscheint, da die Regierung von Präsident Donald Trump den schnellen Bau von Datenzentren fördert, um das KI-Rennen mit China zu gewinnen, wächst die Skepsis gegenüber KI auf dem Capitol Hill. Einige Gesetzgeber warnen vor einer potenziellen KI-Blase, während andere, wie Senatorin Elizabeth Warren (D-Mass.), die Auswirkungen von KI-Datenzentren auf die Energierechnungen der Haushalte untersuchen lassen. Sanders' Vorschlag geht jedoch weiter als die meisten bisherigen Bedenken.