Bessent fordert Rüstungsfirmen auf: Produktion statt Rückkäufe für US-Sicherheit

Bessent fordert Rüstungsfirmen auf: Produktion statt Rückkäufe für US-Sicherheit

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US-Finanzminister Scott Bessent hat Rüstungsunternehmen scharf kritisiert, da diese Lieferverzögerungen bei Waffen und militärischer Ausrüstung aufweisen. Er forderte die Konzerne auf, Investitionen in Produktion und Forschung zu priorisieren und Aktienrückkäufe zu reduzieren. Diese Maßnahmen sind Teil einer breiteren Industriepolitik der Trump-Regierung zur Stärkung kritischer Sektoren.

Scharfe Kritik an Rüstungsunternehmen

Scott Bessent äußerte sich während einer live übertragenen Diskussion auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos, Schweiz, kritisch gegenüber US-Verteidigungsunternehmen. Er warf ihnen vor, "das amerikanische Volk im Stich gelassen" zu haben, indem sie Waffen nicht pünktlich lieferten. Laut Bessent liegen die Unternehmen "fünf, sechs, sieben Jahre hinter der Erfüllung ihrer Verträge" zurück, obwohl ihre Existenz von der Nachfrage der US-Regierung nach Militärgütern abhängt.

Der Finanzminister kritisierte auch die Gehälter der Führungskräfte, die "30, 50 Millionen Dollar pro Jahr verdienen, weil sie das amerikanische Volk im Stich lassen". Unternehmensunterlagen zeigen, dass die CEOs der fünf größten Rüstungsunternehmen – Lockheed Martin, RTX (ehemals Raytheon), Northrop Grumman, Boeing und General Dynamics – im Jahr 2024 jeweils über 18 Millionen US-Dollar Gesamtvergütung erhielten.

Forderung nach Produktionsfokus statt Rückkäufen

Bessent, ein ehemaliger Partner bei Soros Fund Management, betonte, es sei "nicht unvernünftig", von den Unternehmen zu verlangen, "bis auf Weiteres mehr Fabriken zu bauen und weniger Aktien zurückzukaufen". Er fügte hinzu, dass diese Beschränkungen aufgehoben werden könnten, sobald ein "normalisiertes Niveau des Auftragsbestands" erreicht sei, möglicherweise innerhalb von zwei bis drei Jahren.

In einem Interview mit CNBC erklärte Bessent, dass die US-Regierung als größter Kunde die Rüstungsunternehmen dazu anhalten müsse, "ein wenig mehr Forschung zu betreiben und weniger Aktienrückkäufe zu tätigen". Er verwies auf Boeing als Beispiel für Probleme, die durch Aktienrückkäufe entstanden seien. In einigen Fällen sei die Regierung "der einzige Kunde", was ihre dominante Rolle im US-Verteidigungssektor unterstreicht.

Trumps Exekutivorder und die Rolle des Pentagons

Bessents Äußerungen stehen im Einklang mit einer kürzlich erlassenen Exekutivorder von Präsident Donald Trump. Diese Anordnung weist das Pentagon an, Aktienrückkäufe und Dividenden bei leistungsschwachen Rüstungsunternehmen zu begrenzen, die Vergütung von Führungskräften an Produktion und Lieferung zu koppeln und Maßnahmen zur Steigerung der Produktion und Investitionen zu ergreifen. Trump hatte zuvor auf Truth Social seine Besorgnis geäußert und geschrieben: "MILITÄRAUSRÜSTUNG WIRD NICHT SCHNELL GENUG HERGESTELLT."

Er nannte RTX, den Hersteller von Tomahawk-Marschflugkörpern, explizit und drohte, dass das Unternehmen "keine Geschäfte mehr mit" der US-Regierung machen werde, wenn es nicht mehr Einrichtungen und Ausrüstung baue. Nach Bekanntwerden der Pläne für eine solche Exekutivorder fielen die Aktien von Lockheed Martin um 1,6 % und Northrop Grumman um 2 % im nachbörslichen Handel.

Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte im November weitreichende Änderungen an der Waffenbeschaffung des Pentagons vorgestellt, um die Beschaffung von Technologie angesichts wachsender globaler Bedrohungen zu beschleunigen. Diese Reformen zielen auf eine "inakzeptabel langsame" Beschaffung ab, die auf fragmentierte Verantwortlichkeiten und falsch ausgerichtete Anreize zurückgeführt wird.

Industriepolitik und strategische Sektoren

Bessent betonte, dass die USA eine aktivere Rolle bei der Gestaltung der Industriepolitik einnehmen müssen, insbesondere in Sektoren, die dem strategischen Wettbewerb mit China ausgesetzt sind. "Wenn man einer Nicht-Marktwirtschaft wie China gegenübersteht, muss man Industriepolitik betreiben", so Bessent. Die Regierung werde "Preisuntergrenzen und Vorkäufe festlegen" und dies "in einer Reihe von Branchen" tun.

Privates Kapital zeige zunehmendes Interesse an strategischen Sektoren, wobei JPMorgan als Beispiel für die Kreditvergabe und mögliche Arbeit an einer strategischen Mineralreserve genannt wurde. Bessent identifizierte sieben strategische Industrien und betonte die Notwendigkeit der Wachsamkeit nach einer 25-jährigen Phase begrenzter Aufsicht, die er für Chinas derzeitige Dominanz bei seltenen Erden verantwortlich machte.

Globale Chip-Abhängigkeit und Reshoring

Ein zentrales Thema für Bessent ist die Abhängigkeit der Weltwirtschaft von der Chipherstellung. Er bezeichnete die Tatsache, dass die überwiegende Mehrheit der High-End-Mikrochips in Taiwan hergestellt wird, als "die größte Bedrohung für die Weltwirtschaft" und den größten "Punkt des Single Failure". "Wenn diese Insel blockiert, diese Kapazität zerstört würde, wäre das eine wirtschaftliche Apokalypse", warnte Bessent.

Daher sei die Regierung bestrebt, die Halbleiterindustrie in die USA zurückzuverlagern (Reshoring). Dies ist Teil der Bemühungen, Unternehmen in Sektoren wie Halbleitern und seltenen Erden, die als kritisch für die nationale Sicherheit angesehen werden, zu stärken und zurückzuholen.

Marktstimmung am Mittwoch

Am Mittwoch stiegen die US-Aktien im Eröffnungshandel. Der SPDR S&P 500 ETF (SPY), der den S&P 500 Index abbildet, verzeichnete einen Anstieg von 0,78 %. Der Invesco QQQ Trust ETF (QQQ) legte um 0,81 % zu und der SPDR Dow Jones Industrial Average ETF Trust (DIA) gewann 0,58 %. Die Stimmung der Kleinanleger bezüglich des S&P 500 ETF auf Stocktwits wurde als "bullish" eingestuft.

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