Bezos' TeraWave fordert Musks Starlink heraus: Der Wettlauf im All

Bezos' TeraWave fordert Musks Starlink heraus: Der Wettlauf im All

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Jeff Bezos' Raumfahrtunternehmen Blue Origin hat mit TeraWave ein ambitioniertes Satellitennetzwerk angekündigt, das den Wettbewerb um die Internetinfrastruktur im Orbit deutlich verschärft. Das Projekt stellt eine direkte Herausforderung für Elon Musks dominierendes Starlink dar und unterstreicht den globalen Wettlauf um die Zukunft der Konnektivität und sogar um Datenzentren im Weltraum.

Bezos' TeraWave: Ein neuer Gigant im Orbit

Blue Origin plant, mit TeraWave insgesamt 5.408 Satelliten in den Orbit zu bringen. Der Start der ersten Satelliten wird für das vierte Quartal 2027 erwartet. Dieses Satellitennetzwerk ist darauf ausgelegt, "Datenraten von bis zu 6 Terabit pro Sekunde überall auf der Erde" zu liefern. Ermöglicht wird dies durch fortschrittliche optische Kommunikationssysteme zwischen den Satelliten.

TeraWave ist speziell für Unternehmenskunden, Rechenzentren und Regierungen optimiert und soll bis zu 100.000 Kunden weltweit bedienen. Im Gegensatz zu anderen Netzwerken ist es nicht für individuelle Endverbraucher konzipiert. Die Bereitstellung des Netzwerks wird voraussichtlich maßgeblich durch Blue Origins wiederverwendbare New Glenn Rakete erfolgen.

Der Wettlauf um Datenzentren im All

Die Entwicklung von Satellitennetzwerken ist zunehmend mit der Zukunft des Computings verknüpft. Technologieführer sehen in diesen Netzwerken eine potenzielle Infrastruktur für zukünftige Datenzentren im Weltraum. Jeff Bezos hat eine ähnliche Langzeitvision geäußert und prognostiziert, dass Rechenzentren innerhalb der nächsten 10 bis 20 Jahre in den Weltraum verlagert werden könnten.

Elon Musk äußerte im Oktober, dass "einfach die Skalierung von Starlink V3 Satelliten, die über Hochgeschwindigkeits-Laserverbindungen verfügen, funktionieren würde." Er fügte hinzu: "SpaceX wird dies tun." Intern sprach Musk im Dezember sogar davon, dass Datenzentren letztendlich die Erde verlassen und von Tesla Optimus Robotern im Weltraum betrieben werden könnten. Auch Google CEO Sundar Pichai bezeichnete das Konzept im November als "verrückt", räumte aber ein, dass es "Sinn macht und nur eine Frage der Zeit ist", wenn man den zukünftigen Rechenbedarf betrachtet. Die steigende Nachfrage nach KI-Datenverarbeitung, die auf der Erde immense Energie und Ressourcen erfordert, treibt dieses Interesse an.

Starlink: Musks Dominanz und ambitionierte Pläne

Elon Musks Starlink, ein Tochterprojekt von SpaceX, dominiert derzeit den Markt für weltraumgestützte Internetinfrastruktur mit rund 10.000 Satelliten im Orbit. Das Netzwerk bedient über 6 Millionen Nutzer weltweit in mindestens 140 Ländern, darunter Verbraucher, Unternehmen und Regierungen, sowie US-Sicherheitsbehörden mit seiner Starshield-Variante.

Als Reaktion auf die von TeraWave angekündigten Datenraten von 6 Tbps erklärte Musk am Montag auf X, dass "Starlink Space-to-Ground-Laserverbindungen dies übertreffen werden." SpaceX hat zudem begonnen, die regulatorischen Grundlagen für die Skalierung seiner Satellitenoperationen zu legen. In einem Antrag bei der US Federal Communications Commission (FCC) im Januar forderte das Unternehmen, Satellitensysteme als essenzielle Infrastruktur für zukünftige drahtlose Netzwerke zu behandeln.

Amazon Leo (ehemals Project Kuiper) expandiert

Neben TeraWave ist ein weiteres Satellitennetzwerk mit Jeff Bezos verbunden: Amazon Leo. Im November wurde das ursprünglich als Project Kuiper bekannte Verbraucher-Satellitennetzwerk umbenannt. Das anfängliche Design der Konstellation umfasst mehr als 3.000 (genauer 3.200 bis 3.236) Low-Earth-Orbit-Satelliten, die einen standardmäßigen Breitbanddienst anbieten sollen. Bislang befinden sich 180 Leo-Satelliten im Weltraum.

Die Kundenstrategie von Amazon Leo ähnelt der von Starlink und zielt auf Verbraucher und Unternehmen ab.

Nigeria als Schlüsselmarkt für Satelliten-Breitband

Ein wichtiger Schritt für die Expansion von Amazons Project Kuiper ist die Genehmigung durch die Nigerianische Kommunikationskommission (NCC). Die NCC hat Kuiper Systems LLC, dem Betreiber von Project Kuiper, eine Landeerlaubnis erteilt, um ab 2026 nicht-geostationäre Satelliten-Breitbanddienste in Nigeria anzubieten.

Die Genehmigung erlaubt den Einsatz von bis zu 3.236 Satelliten, die Ka-Band-Frequenzen nutzen. Die Lizenzen sind vom 28. Februar 2026 bis zum 28. Februar 2033 gültig. Die NCC betont, dass diese Genehmigungen den globalen Best Practices entsprechen und darauf abzielen, den Internetzugang im Land zu verbessern, den Wettbewerb zu fördern und die Konnektivität in unterversorgten und abgelegenen Regionen von Afrikas größtem Telekommunikationsmarkt zu stärken.

Neben Project Kuiper haben auch BeetleSat (264 Satelliten) und Satelio (491 Satelliten, davon einer gestartet) Landeerlaubnisse für den Betrieb in Nigeria erhalten.

Die Zukunft der Konnektivität aus dem All

Der globale Wettlauf um die Vorherrschaft bei der weltraumgestützten Internetinfrastruktur ist in vollem Gange. Low-Earth-Orbit-Satelliten bieten im Vergleich zu traditionellen, weiter entfernten Satelliten eine höhere Sicherheit und schnellere Verbindungsgeschwindigkeiten. Auch chinesische Unternehmen entwickeln zügig ähnliche Satellitennetzwerke und setzen auf wiederverwendbare Raketen, um mit der von SpaceX etablierten Strategie Schritt zu halten. Die Entwicklungen von TeraWave, Starlink und Amazon Leo zeigen, dass die Zukunft der globalen Konnektivität zunehmend im Weltraum gestaltet wird.

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