
Bieterschlacht um Warner Bros. Discovery: Mayer erwartet Preisanstieg
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Die Bieterschlacht um Warner Bros. Discovery (WBD) wird sich nach Einschätzung von Kevin Mayer, Co-CEO von Candle Media und ehemaliger Top-Dealmaker bei Disney, weiter intensivieren. Mayer prognostiziert "mehr Feuerwerk" und erwartet "ein aufgestocktes, und vielleicht deutlich aufgestocktes, Angebot" von Netflix, Paramount Skydance oder beiden Parteien. Für Warner Bros. Discovery sei dies "nichts als gute Nachrichten", so Mayer.
Aktuelle Angebote und die Bieterschlacht
Die Situation eskalierte, nachdem Netflix am Freitag einer Übernahme der Streaming- und Studio-Assets von Warner Bros. Discovery für 82,7 Milliarden US-Dollar, inklusive Schulden, zugestimmt hatte. Nur wenige Tage später, am Montag, unterbreitete Paramount Skydance ein feindliches Angebot über 108,4 Milliarden US-Dollar für das gesamte Unternehmen, einschließlich TV-Sendern wie CNN und HGTV. Sowohl Netflix als auch Paramount-CEO David Ellison positionierten ihre Angebote als die besten für Mitarbeiter, Hollywood, WBD-Aktionäre und TV-Zuschauer und zeigten sich zuversichtlich, die regulatorische Prüfung zu bestehen.
Kevin Mayer, der die Übernahme von 21st Century Fox durch Disney begleitete, sieht Parallelen zur aktuellen Situation. Er erwartet, dass der Preis für WBD um weitere 5 bis 10 Milliarden US-Dollar steigen könnte, um die Übernahme zu gewinnen. David Ellison von Paramount habe bereits angedeutet, dass sein aktuelles Angebot noch nicht das "beste und letzte" sei, was durch eine öffentlich gemachte Textnachricht an WBD-CEO David Zaslav bestätigt wurde. Mayer betonte die Aggressivität des Paramount-Teams und die enormen finanziellen Mittel, die David Ellison und sein Vater, Oracle-Milliardär Larry Ellison, zur Verfügung haben.
Historische Parallelen: Disney vs. Comcast um Fox
Mayer zieht Vergleiche zur Übernahmeschlacht um 21st Century Fox zwischen Disney und Comcast, an der er während seiner Zeit bei Disney beteiligt war. Im Dezember 2017 hatte Disney zugestimmt, Fox' Studio, FX und den Hulu-Anteil für 52,4 Milliarden US-Dollar (Eigenkapital) bzw. 66,1 Milliarden US-Dollar (mit Schulden) zu erwerben. Sechs Monate später unterbreitete der Kabelriese Comcast ein reines Barangebot von 65 Milliarden US-Dollar für dieselben Assets. Disney gewann letztendlich, musste aber einen höheren Preis von 71,3 Milliarden US-Dollar zahlen. Mayer beschrieb den Prozess als "schwierig" und merkte an, dass er den Preis um 19 Milliarden US-Dollar erhöhte. Trotzdem sei es "immer noch ein gutes Geschäft" gewesen, wenn auch nicht mehr das "außergewöhnliche Geschäft", das es ursprünglich war.
Disneys Haltung: Kein Interesse an WBD
Während die Medienbranche gespannt auf die Entwicklungen bei Warner Bros. Discovery blickt, hat Disney kein Interesse an einer Beteiligung an der Bieterschlacht. Disney CFO Hugh Johnston erklärte gegenüber CNBC, dass Disney aufgrund seines vielfältigen Portfolios nicht an dem Verkaufsprozess von WBD oder anderen aktuellen Fusionsprozessen teilnehmen werde. Er betonte: "Was sie zu tun gedenken, ist wirklich das, was wir vor 10 Jahren getan haben, sei es der Fox-Deal oder der Pixar-Deal oder der Lucasfilm-Deal. Mehr ins Haus zu holen, ist etwas, das wir vor langer Zeit getan haben. Infolgedessen müssen wir an diesen Dingen nicht wirklich teilnehmen."
Johnston äußerte sich auch kritisch zu den aktuellen Entwicklungen in der Branche, insbesondere zur Aufspaltung von Unternehmen. Warner Bros. Discovery plant, sich in zwei separate Einheiten aufzuteilen: Warner Bros. (Film, Fernsehen, Streaming) und Discovery Global (lineare TV-Sender). Comcast wiederum gliedert seine Kabelnetze in eine neue Einheit namens Versant aus. Dazu bemerkte Johnston, scheinbar mit einem Seitenhieb auf WBD und Comcast: "Diese ganze Idee, Assets aufzuteilen und so weiter, das ist es, was man tut, wenn man kein großartiges Geschäft hat." Er bekräftigte, dass Disneys integriertes Ökosystem "wirklich, wirklich gut funktioniert" und das Unternehmen mit seinem aktuellen Portfolio zufrieden sei. "Wir haben ein großartiges Portfolio und müssen nichts tun", so Johnston. "Wir werden das Ganze abwarten."