Bitcoin & Ethereum fallen: Trumps Grönland-Drohung und Marktvolatilität

Bitcoin & Ethereum fallen: Trumps Grönland-Drohung und Marktvolatilität

Aktualisiert:
5 Min. Lesezeit
AI-Generated
Human-verified
Teilen:

Keine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken

Die führenden Kryptowährungen erlebten am Sonntag einen deutlichen Rückgang, während auch die Aktienfutures nachgaben. Auslöser war die wachsende Besorgnis der Anleger über die jüngste Zolldrohung von US-Präsident Donald Trump gegen die Europäische Union im Zusammenhang mit Grönland. Diese Entwicklung führte zu einem breiten Ausverkauf am Kryptomarkt und verschärfte die geopolitischen Risiken.

Kryptomarkt unter Druck: Deutliche Kursverluste nach Trumps Drohung

Am Sonntag verzeichneten die wichtigsten Kryptowährungen erhebliche Verluste. Bitcoin (CRYPTO: BTC) fiel um 2,51 % auf 92.580,51 US-Dollar, während Ethereum (CRYPTO: ETH) um 2,79 % auf 3.211,73 US-Dollar sank. Auch XRP (CRYPTO: XRP) gab um 5,17 % auf 1,95 US-Dollar nach, Solana (CRYPTO: SOL) verlor 6,06 % und Dogecoin (CRYPTO: DOGE) stürzte um 7,81 % auf 0,1267 US-Dollar ab.

Der Bitcoin-Kurs tauchte über Nacht von 95.000 US-Dollar auf 92.000 US-Dollar, was einen breiten Ausverkauf am gesamten Markt auslöste. Ethereum fiel innerhalb von 90 Minuten von 3.350 US-Dollar auf 3.200 US-Dollar. Laut Coinglass wurden in den letzten 24 Stunden über 780 Millionen US-Dollar aus dem Markt liquidiert, davon 750 Millionen US-Dollar an gehebelten Long-Positionen.

Das Open Interest von Bitcoin sank in den letzten 24 Stunden um 1,08 %. Zum Zeitpunkt der Erfassung waren über 65 % der Binance-Trader mit offenen BTC-Positionen long positioniert. Das Marktgefühl verschlechterte sich laut Crypto Fear & Greed Index von "Neutral" auf "Fear". Die globale Krypto-Marktkapitalisierung schrumpfte in den letzten 24 Stunden um 1,26 % auf 3,23 Billionen US-Dollar.

Geopolitische Spannungen: Trumps Grönland-Drohung und ihre Folgen

Die Aktienfutures gaben am Sonntagabend ebenfalls nach. Die Dow Jones Industrial Average Futures fielen um 0,69 % (341 Punkte), die S&P 500 Futures sanken um 0,80 % und die Nasdaq 100 Futures rutschten um 1,01 % ab. Anleger bewerteten zunehmende geopolitische Risiken, nachdem Präsident Trump angekündigt hatte, Zölle einzusetzen, um Länder zur Unterstützung der US-Kontrolle über Grönland zu bewegen. Er bezeichnete die arktische Insel als entscheidend für die nationale Sicherheit.

Trump drohte mit Zöllen gegen acht europäische Nationen – Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, die Niederlande und Finnland – falls diese einem US-Kauf Grönlands nicht zustimmen. Diese Strategie, die Handelspolitik zur Durchsetzung territorialer Ambitionen zu nutzen, hat die NATO-Kohäsion belastet und eine Neubewertung von sicheren Häfen ausgelöst. Dänemark und die NATO-Verbündeten lehnten das US-Angebot einhellig ab, wobei dänische Beamte vor einer erzwungenen Übernahme warnten.

Die anfänglichen Zolldrohungen von 10 % könnten auf 25 % eskaliert werden. Dies hat auch Auswirkungen auf ein geplantes US-EU-Handelsabkommen im Wert von 750 Milliarden US-Dollar für den Kauf von US-Flüssigerdgas (LNG). Europäische Gesetzgeber, darunter der dänische MEP Per Clausen, forderten bereits ein Einfrieren des Deals. Die New Yorker Börse und die Nasdaq blieben am Montag wegen des Martin Luther King, Jr. Day geschlossen.

Ethereum im Aufwind? Analystenprognosen trotz Marktschwäche

Trotz der aktuellen Marktschwäche blickt der bekannte Krypto-Analyst und Trader Ali Martinez optimistisch auf Ethereum. Er stellte fest, dass Ethereum auf seinem Tages-Chart in einem aufsteigenden Dreiecksmuster konsolidiert. Martinez kommentierte: "Solange der Preis über dem Unterstützungsniveau von 3.085 US-Dollar bleibt, könnte ein Durchbruch über den Widerstand von 3.400 US-Dollar eine Bewegung in Richtung 3.660 US-Dollar auslösen, mit einer potenziellen Ausweitung auf 4.000 US-Dollar."

Ein weiterer Marktkommentator, Ted Pillows, hob hervor, dass die Bitcoin-Dominanz es nicht geschafft hat, ihren 200-Tage Simple Moving Average von etwa 59 % zurückzuerobern. Pillows prognostizierte: "Seit September bildet die Bitcoin-Dominanz konsequent höhere Tiefs. Solange sich dies nicht ändert, werden die meisten Altcoins trotz der bullischen Preisentwicklung von BTC weiterhin unterdurchschnittlich abschneiden."

Kryptowährungen als "Risk-on"-Anlage: Historische Perspektiven

Die jüngsten Marktbewegungen unterstreichen die Sensibilität von Kryptowährungen gegenüber globalen Marktstimmungen und Narrativen. Rachael Lucas, Head of Marketing und Communications bei BTC Markets, Australiens größter Kryptowährungsbörse, bezeichnet Kryptowährungen als "Risk-on"-Anlagen. Diese performen besser, wenn Anleger zuversichtlich sind und bereit sind, mehr Risiko einzugehen.

Lucas betonte: "Die Trump-Administration mag pro-Krypto sein, aber Zölle und eine straffe Geldpolitik überwiegen positive Stimmungen." Sie fügte hinzu: "Und es ist auch nur eine Erinnerung, besonders für Leute in Krypto, dass makroökonomische Kräfte wirklich mehr zählen als politische Haltungen."

Im Jahr 2025 zeigte sich dies deutlich: Obwohl Donald Trump als pro-Bitcoin-Präsident galt und kurz nach Amtsantritt Beschränkungen für Kryptowährungen aufhob sowie eine präsidiale Arbeitsgruppe für digitale Assets einführte, konnte dies die Marktrückgänge nicht verhindern. Im Oktober 2025 erreichte Bitcoin zwar ein Allzeithoch von 126.000 US-Dollar, stürzte jedoch Tage später nach Trumps Ankündigung von 100 % Zöllen auf China ab. Dies führte zum größten Liquidationsereignis der Geschichte mit 19 Milliarden US-Dollar in 24 Stunden. Ethereum verzeichnete im Folgemonat einen Preisrückgang von 40 %.

Gold und Bitcoin: Neue Paradigmen für sichere Häfen

In Zeiten erhöhter Unsicherheit suchen Anleger traditionell nach sicheren Häfen. Das Edelmetall Gold setzte seinen Anstieg fort und erreichte ein neues Allzeithoch von 4.680 US-Dollar pro Unze, während Silber über 93 US-Dollar pro Unze stieg. Doch auch Kryptowährungen gewinnen als dezentrale Alternative an Bedeutung, insbesondere bei institutionellen Anlegern. Die Zulassung von US-Spot-Bitcoin-ETFs im Jahr 2025, wobei BlackRocks IBIT allein 100 Milliarden US-Dollar an verwalteten Vermögenswerten ansammelte, spiegelt eine wachsende Wahrnehmung von Bitcoin als politisch neutralen Schutz gegen geopolitische Instabilität wider.

Eine Studie zeigte, dass eine 15 %ige Allokation in Bitcoin und Gold traditionelle 60/40-Portfolios in risikobereinigten Renditen übertraf. Die Volatilität von Bitcoin wurde dabei durch sein Potenzial für überdurchschnittliche Gewinne ausgeglichen. Die Korrelation zwischen Gold und Bitcoin ist ebenfalls bemerkenswert; institutionelles Kapital rotiert oft von Gold zu Bitcoin, wenn sich die makroökonomischen Bedingungen entwickeln, wobei Gold Bitcoin typischerweise um vier bis sieben Monate vorausgeht.

Erwähnte Persönlichkeiten